EM-Aus in der Verlängerung - Merino trifft mitten ins deutsche Herz
VonConstantin Blaß
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Schluss. Aus. Vorbei. Die deutsche Nationalmannschaft ist denkbar knapp mit 1:2 nach Verlängerung an Spanien gescheitert. Entsprechend gedrückt war die Stimmung.
Aalen. Noch zu Pause war bei den Fans der DFB-Elf beim Public Viewing am Tiefen Stollen in Wasseralfingen alles in Ordnung. Mit Inbrunst hatten sie kurz vor Anpfiff die Nationalhymne gesunden. Und zwar so lautstark, dass Kurt Neuhäusler vom Veranstalter Viktoria Wasseralfingen "richtig Gänsehaut" bekommen hatte.
"Das war schon ein Highlight", sagt er. Und: "Heute hätten wir vermutlich auch mehr Fans als die genehmigten 1000 hereinlassen können." Der Andrang beim fünften Fußballfest im Festzelt war enorm. "Für uns war es die richtige Entscheidung, das Public Viewing in diesem Jahr erneut zu veranstalten."
"Spanien ist zwar ein bisschen besser, aber wir schaffen das", sagte Dirk Matthis aus Aalen in der Halbzeit. Doch statt Tore für Deutschland, gab es die Führung für Spanien (die Partie im Liveticker). Dani Olmos Schuss (52.) trifft Deutschland mitten ins Herz. Entsetzen nicht nur an circa 25 Millionen Fernsehbildschirmen, sondern auch im Festzelt.
Deutschland vs. Spanien: Havertz und Füllkrug vergeben
Von Aufgeben war jedoch nicht die Rede. Als der eingewechselte Füllkrug nur den Pfosten traf (77.), zudem aber deutlich am Trikot gehalten wurde, riefen einige: "Denn muss man geben." Die DFB-Fans aus Wasseralfingen wollten Elfmeter – bekamen ihn aber nicht. Havertz hatte mit seinem Heber (82.) noch die große Chance zum 1:1 – vergab sie jedoch.
Public Viewing beim Tiefen Stollen: Deutschland scheitert dramatisch an Spanien
Und dann kam Wirtz! Mittelstädt schlägt eine Flanke auf den zweiten Pfosten, Kimmich legt per Kopf ab – und der Leverkusener trifft: 1:1 (89.). Die Festzelt-Arena in Wasseralfingen rastet aus. Sogar eine gelbe Rauchbombe wurde gezündet. Wenig später war die reguläre Spielzeit vorbei. Der DJ legte nach: "Pyrotechnik, ist doch kein Verbrechen..."
Wieder kein Elfmeter in Stuttgart – und Wasseralfingen
Verlängerung. Fußball-Spannung, pur. 20.17 Uhr in Wasseralfingen: Musiala schießt (106.), Cucurella bekommt den Ball bei einer natürlichen Handbewegung an die Hand. Zum Entsetzen der Fans: Auch der VAR greift nicht ein, wieder kein Elfmeter für Deutschland. "Deutschland, Deutschland!"
Die Elf von Trainer Julia Nagelsmann war darauf und dran, die Partie für sich zu entscheiden. Füllkrugs Kopfball (117.) entschärfte Keeper Unai Simon. Auf der anderen Seite ließ Antonio Rüdiger dem ehemaligen Dortmunder Mikel Merino zu viel Platz – 1:2 (119.). Die fünfte Partie bei der EM 2024 war die letzte für Deutschland.