VonMoritz Bletzingerschließen
Mit einer Stärke von 2,9 bebte in Radolfzell in Baden-Württemberg die Erde. Spürbar war das bis in den Schwarzwald. Außergewöhnlich weit.
Radolfzell – So weit sind Erdbeben in Süddeutschland selten zu spüren. Gegen 22.30 Uhr bebte es am Mittwochabend bei Radolfzell am Bodensee – mit einer Magnitude von 2,9 bei einer Tiefe von etwa 19 Kilometern.
200 Wahrnehmungsmeldungen: Erbeben erschüttert Süddeutschland vom Bodensee bis in den Schwarzwald
Um die 200 Wahrnehmungsmeldungen sind beim Landeserdbebendienst (LED) Baden-Württemberg eingegangen, erklärt die Behörde auf Anfrage von IPPEN.MEDIA. Das Besondere: Die Meldungen erstreckten sich bis in den Südschwarzwald, kamen teils aus Villingen-Schwenningen.
Menschen haben von „Grollen, Grummeln und Knacken“ berichtet, sagt ein LED-Sprecher. Die meisten Meldungen beschränkten sich auf Geräusche, Bewegungen waren weniger zu spüren. Bei einer Stärke von 2,9 handele es sich immer noch um ein schwaches Erdbeben, auch wenn es spürbar ist. „Das ist nichts Alltägliches, aber auch nichts ganz Besonderes.“
Erdbeben in Baden-Württemberg: Spürbare Erschütterungen etwa einmal pro Monat
Etwa einmal pro Monat ereignen sich in der Region vergleichbare Erdbeben. Zuletzt am 22. März bei Albstadt im Zollernalbkreis (Stärke 2,8, Tiefe 4 km). Die neuerlichen Erschütterungen bei Radolfzell fanden für die Region in vergleichsbare großer Tiefe statt.
Einen Trend zu mehr Beben, wie etwa im wiedererwachten Schwarmbeben-Hotspot im Vogtland, sieht der LED-Baden-Württemberg nicht. Rund um vergleichsweise stärkere Ereignisse komme es zu statistischen Häufungen, wie etwa momentan das Nachbeben mit einer Stärke von 1,0 bei Radolfszell, aber die seismologische Aktivität habe sich in den letzten Jahren nicht verändert.
Ruhe, mit der die Menschen bei Neapel nicht leben. Der Supervulkan in Italien ist so aktiv wie seit über 400 Jahren nicht, beinahe täglich rumpeln Schwarmbeben durch die Region. Eine Gemeinde baut jetzt sogar eine neue Evakuierungsstraße für den Fall der Fälle – ein Ausbruch könnte sich jederzeit ereignen, fürchten Experten. (moe)
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