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Stolze 61 Jahre gehört die Traditionsbäckerei Grimm zur Altstadt von Heidelberg. Nun muss der Betrieb jedoch aufgegeben werden. Das schmerzt nicht nur die Inhaber.
Heidelberg - Die malerische Altstadt von Heidelberg verliert erneut ein Stück ihres einzigartigen Charakters. Nach der Schließung des Heidelberger Zuckerladens Anfang Februar ziehen sich nun auch Hanne und Reinhard Grimm nach 61 Jahren aus ihrer alteingesessenen Bäckerei Grimm zurück. Die Eltern der Geschwister eröffneten die Bäckerei in der Märzgasse 10 im Jahr 1963 und legten stets großen Wert auf handgefertigte Backwaren nach eigenen Rezepten. Fast zwei Jahrzehnte später übernahmen die Geschwister das Geschäft.
Bäckerei schließt nach 61 Jahren: „Für mich ist dieser Schritt sehr traurig“
Mit dem Eintritt in den Ruhestand im April blickt die 71-jährige Hanne Grimm mit gemischten Gefühlen auf die bevorstehenden Veränderungen. „Für mich ist dieser Schritt sehr traurig“, gesteht sie im Gespräch mit HEIDELBERG24, „ich bin sozusagen in die Bäckerei hineingeboren worden. Von klein auf habe ich mich täglich von Backwaren ernährt. Zuerst von meinem Vater, dann von meinem Bruder. Das wird mir fehlen“. Gleichwohl freut sie sich auf die kommende Ruhestandsphase, da die Arbeit mittlerweile körperlich zu belastend geworden ist.
Über die Jahre hinweg war Reinhard Grimm als Bäckermeister für die hausgemachten Backwaren zuständig, während seine Schwester die Kunden an der Theke bediente. „80 Prozent unserer Kunden sind Stammkunden. Viele der Älteren kamen sogar schon in die Bäckerei, als sie noch unseren Eltern gehörte“, berichtet die Inhaberin. Der tägliche Besuch in der Bäckerei wird vielen fehlen, denn laut Hanne Grimm wurde hier stets großer Wert auf den persönlichen Kontakt zu den Kunden gelegt und gerne ein Pläuschchen gehalten.
Noch kein Nachfolger für die Bäckerei Grimm gefunden
Nicht nur die Schüler des nahegelegenen Hölderlin-Gymnasiums, sondern auch die Angestellten der umliegenden Büros und Geschäfte zählten zu den täglichen Kunden. „In der Nähe gibt es auch viele Büros und Läden, die in der Mittagspause hier ebenfalls etwas zu Essen kaufen“, erklärt die 71-Jährige, „ab April gibt es keine Handwerks-Bäckerei mehr in der näheren Umgebung. Das finde ich sehr schade“.
Hanne Grimm hofft daher, dass sich ein Nachfolger findet, der die Traditionsbäckerei in Baden-Württemberg weiterführt. Bislang hat sich jedoch noch niemand gemeldet, der das Geschäft ab April übernehmen möchte. Im Gespräch mit der „Rhein-Neckar-Zeitung“ erwähnte sie, dass ihre Tochter zwar Interesse an der Weiterführung der Backstube gezeigt hätte, jedoch keine Bäckerin ist. „Ich wünsche es mir sehr, dass unsere Stammkunden auch weiterhin hier einen Bäcker vorfinden können“, so die Inhaberin. Ideal wäre jemand, der ebenfalls Wert auf traditionelle Backwaren legt.
Die Redakteurin Nadja Pohr hat diesen Artikel verfasst und anschließend zur Optimierung nach eigenem Ermessen ein KI-Sprachmodell eingesetzt. Alle Informationen wurden sorgfältig überprüft.
Rubriklistenbild: © Marten Kopf/HEIDELBERG24

