Redispatch

Strom-Alarm in Baden-Württemberg – wegen zu viel Energie aus dem Norden

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Wird im Norden zu viel Energie erzeugt, etwa durch viel Wind, kann das zu einer Überlastung im Stromnetz führen. Um das zu verhindern, müssen Kraftwerke im Süden hochfahren – und auch die Bevölkerung ist gefragt.

Mitte Januar kommt es in Baden-Württemberg zum Strom-Alarm – Nutzer sollen ihren Verbraucher runterfahren, meldet die „StromGedacht“-App von TransnetBW. Wenig später gibt es Entwarnung. Auch im Dezember ist die „StromGedacht“-App plötzlich auf Rot gesprungen. Immer wieder kommt es zu kritischen Situationen und eine Überlastung im Stromnetz droht. Das Kuriose: Das Stromnetz ist nicht nur gefährdet, wenn zu viel Strom verbraucht wird, sondern auch, wenn zu viel Strom produziert wird. Das war Mitte Januar der Fall.

Darum gibt es Strom-Alarm in Baden-Württemberg wegen zu viel Windenergie aus dem Norden

Wie der „SWR“ berichtet, war für den Strom-Alarm am 15. Januar 2023 zu viel Windenergie in Norddeutschland verantwortlich. TransnetBW erklärt auf „SWR“-Nachfrage, dass sich die hohe Menge an Energie, die im Norden eingespeist wird, normalerweise automatisch in den Süden bewegen würde. Das Problem: Die Übertragungsleitungen in Mitteldeutschland sind jedoch nicht ausreichend ausgebaut, um den Strom bis nach Baden-Württemberg zu transportieren – bei hohem Druck könnten die Übertragungsleitungen beschädigt werden.

Um die Netzstabilität zu gewährleisten, musste in Baden-Württemberg gegengesteuert werden. Zusätzlich zugeschaltete Kraftwerke pumpen ebenfalls hohe Energiemengen ins Netz und erzeugen einen Gegendruck. Das Verfahren wird „Redispatch“ genannt. Zu diesem Zeitpunkt wäre ein hoher Stromverbraucher im Südwesten durch die Bevölkerung kontraproduktiv und würde das Gegensteuern behindern – daher die Stromwarnung.

Stromverbrauch im Alltag senken: 12 einfache Tipps, um Geld zu sparen

Ein Mann legt Kleidung in eine Waschmaschine.
Tipp 1: Bei modernen Waschmaschinen genügt es schon, die Wäsche bei 40 Grad zu waschen. Wer anschließend die Wäsche an der Luft trocknen lässt, spart sich den Strom für den Trockner. © Cézaro De Luca/dpa
Haushaltsgeräte in NRW
Tipp 2: Nicht nur bei Waschmaschinen, sondern auch bei Spülmaschinen kann man mit den Ökoprogrammen viel Strom sparen. Auch wichtig: Immer voll machen. © Martin Gerten/dpa
Kalt duschen
Tipp 3: Mit einem Sparduschkopf, den man für wenige Euro im Baumarkt erhält, kann man im Jahr bis zu 250€ sparen. © dpa/ Jens Kalaene
Eine Frau wäscht sich unter der Dusche ihre Haare.
Tipp 4: Wer etwas kälter duscht und kürzer in der Dusche verweilt, spart einige Euro an Strom. © Patrick Pleul/dpa
Bauch durch Pandemie - Corona macht sich auf der
Tipp 5: Die Tür vom Kühlschrank so lange wie möglich geschlossen zu halten, spart viel Strom. Ebenfalls ist eine Temperatur von 7 Grad im Kühlschrank völlig ausreichend. © Lino Mirgeler/dpa
ein heißer Backofen
Tipp 6: Backen mit Umluft ist 15 Prozent energieeffizienter im Vergleich zum Backen mit Ober-, Unterhitze. © Monika Skolimowska/dpa
Kochtopf mit Deckel auf dem Herd
Tipp 7: Beim Kochen im Kochtopf hilft nicht nur der Deckel, sondern auch die kleinstmögliche Topfgröße, beim Strom sparen. © Pixabay
Halogenlampe
Tipp 8: Auch bei der Beleuchtung kann man Strom sparen: Neue LED-Birnen sparen gegenüber Halogen-Birnen 80 Prozent des Verbrauchs ein. © Patrick Pleul/dpa
Bett mit Nachttischlampe
Tipp 9: Einfach, aber effizient: Das Licht ausschalten, wenn es nicht benötigt wird. © pixabay
Energieversorgung
Tipp 10: Die meisten elektronischen Geräte fressen auch im Stand-By-Modus Strom. Deshalb: Bei Mikrowelle, Playstation, Ladekabel und Co. einfach mal den Stecker ziehen. © Sina Schuldt/dpa/Symbolbild

Stromnetz wird durch „Redispatch“ stabilisiert – Energie wird gegengesteuert

TransnetBW erklärt, was „Redispatch“ genau bedeutet: „Redispatch ist eine Anforderung zur Anpassung der Wirk­leistungs­einspeisung von Kraftwerken durch den Übertragungs­netz­betreiber“. Das Ziel: „Auftretende Engpässe zu vermeiden oder zu beseitigen.“

UnternehmenTransnetBW, Tochter des EnBW-Konzerns
HauptsitzStuttgart
Gründung1997
AufgabeBetreibung des Übertragungsnetzes in Baden-Württemberg – rund 3100 Kilometer an Hochspannungsleitungen.
MitarbeiterÜber 1.200 Beschäftigte
UmsatzRund 9 Milliarden Euro (Stand: 2021)

Wer das Prinzip selber mal ausprobieren möchte, kann das in einem interaktiven Online-Spiel von TransnetBW tun: „Deine Mission: schnellstmöglich die Engpässe im Stromnetz mit einem Redispatch (RD) ausgleichen“, lautet die Einleitung zum Spiel. Zuvor kann sich ein „Now How“ Tutorial angeschaut werden, bei dem die Basics vermittelt werden, wie unser Stromnetz eigentlich aufgebaut ist, was eine Systembilanz ist und was beim Transport des Stroms vom Erzeuger zum Verbraucher beachtet werden muss.

Übrigens: Springt die „StromGedacht“-App von TransnetBW auf Rot, muss nicht direkt Panik geschoben werden. Das bedeutet nicht zwingend, dass Baden-Württemberg kurz vor einem Stromausfall oder Blackout steht. echo24.de erklärt, wann „Warnstufe Rot“ ausgelöst wird.

Rubriklistenbild: © Hendrik Schmidt/dpa / Screenshot: App StromGedacht / Collage:echo24.de

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