Update: Hündin Hazal in Oberkochen von Schäferhunden totgebissen – Nun spricht Hazals Halterin

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Die französische Bulldogge „Hazal“ hat einen Angriff zweier Schäferhunde nicht überlebt.
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Im Interview berichtet Kessy Cascione über den tragischen Vorfall in Oberkochen, bei dem ihre Hündin Hazal von zwei unangeleinten Schäferhunden totgebissen wurde.

Oberkochen. Es ist eine wichtige Vorsichtsmaßnahme: Hunde sollten immer an der Leine geführt werden, um Wildtiere zu schützen, Jungtiere nicht in Gefahr zu bringen und brütende Vögel nicht zu stören. Doch nicht nur die Wildtiere sind bedroht – Konflikte zwischen Hunden und anderen Tieren nehmen zu, was oft tragisch endet – wie im Fall von Kessy Cascione und deren Hündin Hazal, die von freilaufenden Hunden tödlich verletzt wurde. Im Interview schildert Frau Cascione, wie es zu dieser schrecklichen Situation kam und welche Folgen der Vorfall hat.

Liebe Frau Cascione, vielen Dank, dass Sie sich in dieser schweren Zeit die Kraft nehmen, mit uns zu sprechen. Bevor wir über die schreckliche Attacke sprechen, könnten Sie uns bitte etwas mehr über Ihre Hündin Hazal erzählen? Wie war sie und welche Bedeutung hatte sie in Ihrem Leben?

Kessy Cascione: Hazal war für mich weit mehr als nur ein Hund – sie war ein Teil unserer Familie. Wir haben sie von einer Familie übernommen, die sie nicht mehr behalten konnte, aber für mich war sie von Anfang an etwas ganz Besonderes. Sie war immer an meiner Seite und brachte so viel Liebe und Freude in mein Leben. Ihr Verlust hat ein unersetzliches Loch in mein Herz gerissen. Hazal liebte es, Bälle zu jagen, besonders Fußball – man konnte gar nicht an ihr vorbeikommen. Die Kinder vom Spielplatz riefen uns oft zu, wenn wir unterwegs waren, weil sie alle mit ihr spielen wollten. Jeder hat Hazal geliebt.

So kam es zu der Schäferhund-Attacke in Oberkochen

Frau Cascione, können Sie uns beschreiben, wie es zu dieser schrecklichen Situation kam?

Cascione: Meine Hündin Hazal und ich haben meinen Mann und meinen Sohn zur Arbeit begleitet. Beide arbeiten bei der Firma Wälzhof, und das verbinden wir oft mit einer Gassi-Runde. Nachdem mein Mann und mein Sohn auf der Aalener Straße in Richtung Firma weiterliefen, ging ich allein weiter und bog in die Beethovenstraße Richtung nach Hause ab. Am Ende landete ich in der Silcherstraße.

Was ist dann passiert?

Cascione: In der Mitte der Silcherstraße sah ich plötzlich eine Frau mit drei freilaufenden Hunden auf uns zukommen – zwei schwarze Schäferhunde und einen kleineren Hund. Als ich bemerkte, dass die Hunde nicht angeleint waren, rief ich der Frau laut zu, sie solle ihre Hunde bitte anleinen. Doch sie reagierte nicht, sondern fragte stattdessen, ob ich hier wohnen würde. Noch während ich antwortete, hatten die Hunde uns schon umzingelt, und einer der Schäferhunde biss zu. Ich schrie erneut: „Bitte leinen Sie Ihre Hunde an!“ Die Frau konnte einen der Hunde wegziehen, doch der andere hatte sich bereits festgebissen. Verzweifelt warf ich mich auf die Knie und versuchte, das Maul des Schäferhundes zu öffnen, aber er ließ einfach nicht los.

Können Sie uns sagen, wie sich die Situation dann weiterentwickelt hat? Gab es Hilfe?

Cascione: Ich schrie mehrmals um Hilfe, und einige Nachbarn kamen aus ihren Häusern und versuchten irgendwie, die Situation zu entschärfen. Erst als eine weitere Frau, die die Besitzerin der Schäferhunde kannte, mit einer Art Strick den angreifenden Schäferhund von Hazal lösen konnte, waren alle Hunde endlich unter Kontrolle. Doch leider war es zu spät – meine Hazal war tot. Die Anwohner hielten die Frau davon ab, abzuhauen, und riefen die Polizei. Diese nahm dann die Anzeige auf.

In einer Recherche unserer Redaktion, die die rechtlichen Aspekte des Vorfalls beleuchtet, ist zu lesen, dass die Besitzerin der Schäferhunde wohl nicht aus der Region stammte, sondern aus Niedersachsen. Gab es vorher schon Auffälligkeiten?

Cascione: Die Anwohner erzählten mir, dass die Hunde bereits in der Nacht zuvor lange und laut gebellt hatten. Sie waren wohl in einem Anhänger eingesperrt. Man hatte sich bereits überlegt, zu diesem Zeitpunkt die Polizei zu informieren. 

Auf Social Media reagieren die Nutzer mit großer Wut gegenüber der Besitzerin der Schäferhunde. Wie haben sie die Situation erlebt? Was ging vor und nach der Schäferhund-Attacke in Ihnen vor?

Cascione: Ich fühle nichts gegenüber der anderen Hundehalterin. Es ist, als ob mein Inneres leer wäre. Als ich in diesem Moment stand, konnte ich es einfach nicht glauben – meine Kleidung war mit Hazals Blut überströmt, und doch konnte ich keinen Hass empfinden. Ich war nur wie betäubt, überwältigt von der Trauer. Alles, was ich spürte, war dieser unbeschreibliche Schmerz, der mich komplett lähmte. Statt Wut fühlte ich nur diese tiefe, schmerzhafte Leere, weil ich wusste, dass ich Hazal nie wieder in den Armen halten würde. Der Verlust ist alles, was bleibt.

Die tiefgreifenden emotionalen und psychischen Auswirkungen

Wie haben Sie die Zeit nach der schrecklichen Attacke erlebt, und wie geht es Ihnen jetzt? Wie versuchen Sie, mit diesem schweren Verlust umzugehen?

Cascione: Ich bin am Boden zerstört. Hazal war etwas ganz Besonderes für mich, und ich war ihre Bezugsperson. Wir hatten eine einzigartige Bindung – wir haben so oft gekuschelt, und jedes Mal, wenn ich nach Hause kam, hat sie sich unendlich gefreut. Sie war mein Ein und Alles .Jetzt fühlt sich alles so leer an. Ich kann mit der Zeit einfach nicht umgehen. Ich schaffe es nicht, rauszugehen, weil jeder Weg, den wir zusammen gegangen sind, mich an sie erinnert. Sie wird nicht mehr morgens freudig auf mich zugerannt kommen – das ist alles vorbei. Mein Herz ist gebrochen, und ich weiß nicht, wie ich diesen Schmerz jemals überwinden soll.

Juristisch werden Tiere als „Sachgegenstände“ betrachtet – welche Bedeutung hat das für Sie in Bezug auf ein mögliches Gerichtsverfahren?

Cascione: Wie kann man Hazal nur als „Sachgegenstand“ behandeln? Das ist schrecklich! Hazal war kein Gegenstand, sie war ein Teil meiner Familie. Sie war mehr als nur ein Hund – sie war mein Ein und Alles. Es gibt Rettungshunde, Blindenhunde, und viele andere, die Menschen jeden Tag helfen und Leben verändern. Das sind keine Sachen, das sind Lebewesen mit Gefühlen, mit einer Seele.

Liebe Frau Cascione, wir danken Ihnen herzlich für Ihre Bereitschaft, dieses Gespräch zu führen, und wünschen Ihnen alles Gute.

Cascione: Ich möchte, dass Hazals Geschichte erzählt wird, um die Menschen zu sensibilisieren und ihnen klarzumachen, wie wichtig es ist, Verantwortung für ihre Haustiere zu übernehmen. Ich will verhindern, dass so etwas einem anderen Hund passiert.

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