Umstrukturierung

Pharmakonzern baut an Hauptsitz nahe Baden-Württemberg mehr als 400 Stellen ab

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Trotz Umsatzsteigerungen will der Pharmakonzern Novartis weltweit hunderte Stellen abbauen. Am Hauptsitz nahe Baden-Württemberg sollen mehr als 400 Arbeitsplätze entfallen.

Basel - Aufgrund hoher Kosten und einer sinkenden Nachfrage haben derzeit viele Branchen massiv zu kämpfen. Auch die durch die Corona-Pandemie stark gewachsene Pharmaindustrie ist davor nicht gefeit, wie das Beispiel CureVac zeigt. Das Tübinger Unternehmen hatte kürzlich einen Stellenabbau angekündigt. Auch der Pharmariese Novartis mit Hauptsitz in Basel (Schweiz) an der Grenze zu Baden-Württemberg will nach übereinstimmenden Medienberichten hunderte Arbeitsplätze abbauen, darunter zwischen 400 und 440 allein in Basel. Der Grund dafür liegt jedoch nicht an den derzeitigen Problemen der Wirtschaft.

Wie das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) berichtet, befindet sich Novartis, das mit weltweit über 76.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von 45,4 Milliarden US-Dollar im vergangenen Jahr zu den größten Pharmakonzernen der Welt gehört, in einer massiven Umstrukturierung. Deshalb werden manche Jobprofile offenbar nicht mehr benötigt. Von dem Stellenabbau bei Novartis betroffen ist konkret die Entwicklungsabteilung. Auch der Chemieriese BASF hatte jüngst ein hartes Sparprogramm und weiteren Stellenabbau angekündigt.

Novartis baut aufgrund einer Umstrukturierung zwischen 400 und 440 Stellen in Basel ab

Der Novartis-Konzern entstand im Jahr 1996 aus den in Basel ansässigen Unternehmen Ciba-Geigy und Sandoz und bediente nach der Fusion mehrere Sparten im Bereich der Pharmazie und Biotechnologie. Darunter unter anderem die Herstellung von Impfstoffen und verschreibungspflichtigen Medikamenten sowie Generika, für welche der Schweizer Konzern im Jahr 2000 mehrere Tochterunternehmen von BASF übernahm. Seit etwa 2013 befindet sich Novartis aber im Umbau zu einem reinen Pharmaunternehmen und konzentriert sich demnach auf die bisherige Kernkompetenz. Das hat aber eben auch zur Folge, dass in gewissen Sparten Personal abgebaut werden muss.

Das Schweizer Unternehmen Novartis gehört zu den größten Pharmakonzernen der Welt.
Name Novartis AG
Gründung 1996
HauptsitzBasel, Schweiz
Branche Pharmazie, Biotechnologie
Mitarbeiter 76.057 (2023)
Umsatz 45,4 Milliarden US-Dollar (rund 42 Milliarden Euro) (2023)

Dem SRF-Bericht zufolge sollen in Basel in den kommenden drei Jahren zwischen 400 und 440 Arbeitsplätze in der Entwicklung abgebaut werden, in den USA sind in dem Bereich zusätzlich bis zu 240 Stellen betroffen. Die deutschen Standorte von Novartis, mit der Deutschlandzentrale im bayerischen Nürnberg, sind aktuell nicht betroffen. Dort hatte der Pharmakonzern aber bereits im vergangenen Jahr rund 300 Stellen gestrichen. Für die betroffenen Mitarbeiter in Basel und den USA dürfte die Nachricht aber besonders bitter sein, da Novartis wirtschaftlich in den vergangenen Monaten stets gute Ergebnisse erzielte.

Schweizer Pharmariese will nahe Baden-Württemberg auch neue Arbeitsplätze schaffen

Dass die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen selbst vor den großen Pharmakonzernen nicht Halt machen, zeigte sich jüngst am Beispiel von Bayer. Auch beim Pharmariesen aus Leverkusen ist eine Neustrukturierung zusammen mit einem Sparprogramm der Grund für einen deutlichen Stellenabbau, wie Merkur.de berichtete. Novartis hatte dagegen bereits in den letzten Quartalen 2023 den Umsatz deutlich steigern können und vermeldete auch im Januar eine Steigerung des operativen Kernergebnisses um 18 Prozent.

Der Pharmakonzern Novartis will am Hauptsitz in Basel mindestens 400 Stellen abbauen. Zugleich sollen aber auch neue Arbeitsplätze entstehen.

Während bei Novartis in Basel in den kommenden Jahren also mindestens 400 Stellen in der Entwicklung abgebaut werden, will der Pharmakonzern in der drittgrößten Stadt der Schweiz auch bis zu 40 neue Arbeitsplätze schaffen. Das dürfte für die vom Stellenabbau betroffenen Mitarbeiter aber wohl kaum ein Trost sein. Der Schweizer Amazon-Konkurrent Galaxus baut dagegen ein neues Logistikzentrum in Baden-Württemberg und will bis zu 1.000 neue Arbeitsplätze schaffen.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Zoonar.com/Erich Meyer

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