VonJulia Müllerschließen
Simone Kitzenmaier vom Hauptamt Schwäbisch Gmünd erzählt, was sie und die anderen Wahlvorsteher ins Schwitzen bringt.
Schwäbisch Gmünd/ Aalen. Wahltage sind Arbeitstage für Simone Kitzenmaier und die anderen Wahlvorsteher der Gmünder Stadtverwaltung.
Da gilt absolute Urlaubssperre, sagt die 50-jährige Beamtin vom Personalbüro. Sie war in den vergangenen 25 Jahren bei allen Wahlen dabei und wird auch am 9. Juni wieder Sorge dafür tragen, dass in ihrem Wahlbezirk in Großdeinbach alles rechtmäßig läuft. Dazu zählt, sich kurz vor der Wahl zu versichern, dass die Urne leer ist, und sie zu verschließen. Vor ein paar Jahren habe sie den Schlüssel danach kurz auf die Urne gelegt. Ein Wahlhelfer stieß aus Versehen an die Urne und „klack – schon lag der Schlüssel drin“, erzählt Simone Kitzenmaier. Es gebe genau eine Urne im Wahllokal und nur einen Schlüssel – und es war kurz vor Wahlbeginn um 8 Uhr. „Da bin ich ganz schön ins Schwitzen gekommen“, sagt sie. Sie habe die Urne umgedreht und so lange geschüttelt, bis der Schlüssel zu Boden fiel. Und mit ihm ihr Stein vom Herz.
Wenn es in der Wahlurne klingelt, heißt es warten bis 18 Uhr
Es sei auch mal ein Handy in einer Wahlurne gelandet, allerdings nicht in ihrem Wahlbezirk. Dem Wähler sei das Smartphone irgendwie mit dem Stimmzettel aus der Hand gerutscht. Weil die Urne während der Wahl nicht geöffnet werden darf, konnte er sein Handy erst um 18 Uhr abholen. Wie oft es in der Zwischenzeit in der Urne geklingelt hat, sei nicht überliefert, erzählt Simone Kitzenmaier lachend.
Sie ist froh, dass die Wahlen ansonsten in der Regel recht unspektakulär ablaufen. Es komme mal vor, dass sie Wähler auffordern muss, alleine in die Kabine zu gehen. Selbst wenn das ältere Ehepaar versichert, sonst alles gemeinsam zu machen. Im Wahllokal gelte das Wahlgeheimnis. Da müsse sie auch unterbinden, wenn jemand seine Kreuzchen außerhalb der Kabine machen will, um nicht warten zu müssen, bis diese frei ist.
Wahlvorsteher: Die Stimmzettel für die Kommunalwahl bitte daheim ausfüllen
Damit die Wahl zügig läuft, fordern die Organisatoren die Wähler auf, die umfangreichen Stimmzettel der Kommunalwahl daheim auszufüllen. Sie habe schon Wähler erlebt, die den Umschlag erst in der Kabine geöffnet haben und erschrocken sind, wie viele Kreuze sie machen sollen. Die nahmen ihn dann wieder mit und kamen später mit den ausgefüllten Stimmzetteln für den Kreis-, den Gemeinde- und den Ortschaftsrat zurück, berichtet Simone Kitzenmaier. Den für die Europawahl bekommen die Wähler sowieso erst im Wahllokal. Aber da haben sie auch nur eine Stimme.
Mehr Wissenswertes zur Kommunalwahl und Europawahl am 9. Juni finden Sie gebündelt auf unserer Themenseite zu den Wahlen.
