VonJulian Baumannschließen
Porsche konnte 2023 erneut den Krisen trotzen und lässt zum Jahresende auch die Belegschaft am Erfolg teilhaben. So hoch fällt das Weihnachtgeld bei den Stuttgartern aus.
Stuttgart - Die Wirtschaft in Baden-Württemberg hatte im bisherigen Jahr 2023 mit hohen Kosten und Versorgungsengpässen zu kämpfen, die die Gewinnerwartungen bei vielen schmälerte. Sportwagenbauer Porsche hat die positive Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr dennoch fortgesetzt, ein deutliches Plus beim Konzernumsatz erwirtschaftet und wird aller Voraussicht nach auch das Gesamtjahr positiv abschließen. Zum Jahresende lässt die VW-Tochter aus Stuttgart auch die Belegschaft am Erfolg teilhaben und zahlt den tarifgebundenen Mitarbeitern in Deutschland erneut ein Weihnachtsgeld aus, das in der Industrie wohl seinesgleichen sucht.
Dass sich die Gehälter bei Porsche sehen lassen können, ist bekannt. Doch die Bonuszahlungen beim Autobauer sind beinahe schon legendär. In den vergangenen Jahren hatte das Unternehmen die tariflich festgelegten 55 Prozent eines Monatsentgelts auf 100 Prozent aufgestockt. Das ist auch in diesem Jahr der Fall, bestätigte Porsche auf BW24-Anfrage. Demnach können sich rund 23.300 Mitarbeiter in diesem Jahr erneut über ein 13. Monatsgehalt freuen. Mit bis zu 9.050 Euro lag auch der Bonus für das starke Geschäftsjahr 2022 für Porsche-Mitarbeiter höher als im Vorjahr.
Porsche stockt erneut Weihnachtsgeld auf – 23.300 Mitarbeiter in Deutschland profitieren
Während viele Arbeitnehmer nur von einer Bonuszahlung wie dem Weihnachtsgeld träumen können, verwöhnt Porsche seine Belegschaft bereits seit Jahren mit einer deutlichen Aufstockung. „Die Porsche AG zahlt ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im November 2023 ein Weihnachtgeld von bis zu 100 Prozent eines Monatsentgelts“, erklärte eine Unternehmenssprecherin gegenüber unserer Redaktion. 55 Prozent davon würden auf der tariflichen Regelung beruhen, die Aufstockung auf volle 100 Prozent beruhen dagegen auf dem positiven Geschäftsverlauf des Autobauers. „In diesem Jahr profitieren bei der Porsche AG rund 23.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von dieser Regelung.“
Die Höhe des Weihnachtsgeldes ist nicht nur von der tariflichen Regelung, sondern auch von der jeweiligen Position abhängig.
| Position | Weihnachtsgeld bei 100 Prozent | Weihnachtsgeld bei tariflichen 55 Prozent |
|---|---|---|
| Ingenieur | 7.166 Euro/Brutto | 3.941,30 Euro/Brutto |
| Einkäufer | 7.750 Euro/Brutto | 4.262,50 Euro/Brutto |
| Logistiker | 4.050 Euro/Brutto | 2.227,50 Euro/Brutto |
| Kfz-Mechatroniker | 3.475 Euro/Brutto | 1.911,25 Euro/Brutto |
| Industriemechaniker | 4.541 Euro/Brutto | 2.497,55 Euro/Brutto |
(Quelle: kununu / Beträge stellenweise gerundet)
Die oben aufgeführten Positionen sind natürlich nur eine kleine Auswahl. Da Porsche das Weihnachtsgeld wie gesagt auf ein volles 13. Monatsgehalt aufstockt, sind die Beträge aber leicht zu berechnen. Ein Autolackierer verdient laut kununu bei der schwäbischen Sportwagenschmiede rund 50.400 Euro pro Jahr, was einem Monatsgehalt von 4.200 Euro und damit auch einem Weihnachtsgeld von 4.200 Euro brutto entspricht.
Unternehmen der Autoindustrie richten sich beim Weihnachtgeld größtenteils nach dem Tarif
In der Autoindustrie und im Maschinenbau fallen die Bonuszahlungen traditionell vergleichsweise hoch aus, wobei die Summen je nach Tarifregion und Position variieren können. Mercedes-Benz und Bosch hielten sich in den vergangenen Jahren beim Weihnachtgeld an die tarifliche Vorgabe und werden auch in diesem Jahr aller Voraussicht einen Bonus von bis zu 55 Prozent eines Monatsentgelts auszahlen.
Die zehn größten Unternehmen aus Baden-Württemberg




Dasselbe gilt auch für die Autozulieferer ZF Friedrichshafen und Mahle. Stellenweise gibt es aber zusätzlich noch weitere Erfolgsprämien. Allerdings gibt es in Baden-Württemberg auch Branchen, in denen die Auszahlung eines Weihnachtgelds unüblich ist.
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