VonKatharina Scholzschließen
Katharina Scholz blickt in der Glosse "Guten Morgen" zwiegespalten auf den Weltfrauentag an diesem Freitag, 8. März.
Am heutigen Freitag, 8. März, ist Weltfrauentag. Ein Anlass, zu dem ich nicht gratuliere, sondern auf den ich zwiegespalten blicke. Zum einen gibt es viel zu feiern. Die Frauenbewegung hat in den vergangenen Jahren, Jahrzehnten und Jahrhunderten viel erreicht. Wir dürfen wählen, ein eigenes Bankkonto eröffnen, ohne die Zustimmung unseres Ehemanns arbeiten. Auch wenn die Verwaltungsspitze im Aalener Rathaus aktuell aus drei Männern besteht und Frauen im Gemeinderat und den Ortschaftsräten unterrepräsentiert sind: Vier von sieben Aalener Ortsvorsteherinnen und Ortsvorstehern sind Frauen. Damit sind sie tatsächlich in der Mehrheit.
Zum anderen gibt es auf dem Weg hin zur Gleichberechtigung immer noch viel zu tun. Frauen verdienen zum Beispiel immer noch weniger als Männer – und zwar 22 Prozent weniger. Das hat strukturelle Gründe. Frauen haben im Durchschnitt immer noch die niedrigeren Bildungsabschlüsse, entscheiden sich vielfach für Berufe, die schlechter bezahlt werden, und unterbrechen die Erwerbsbiografie für Kinder und Familie. Aber auch wenn man die strukturellen Gründe herausrechnet, verdienen Frauen sechs Prozent weniger. Einfach nur, weil sie Frauen sind. Also, liebe Feministinnen und Feministen – lassen Sie und weiter kämpfen und Probleme anpacken! Solange gratuliere ich zu einem Anlass, auf den ich ganz unzwiegespalten blicke: Meine Schwägerin hat heute Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch!
