Das verdienen der Aalener Oberbürgermeister und seine Stellvertreter

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So setzt sich die Aalener Verwaltungsspitze ab Februar zusammen (von links): Bernd Schwarzendorfer, Frederick Brütting, Wolfgang Steidle
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Was verdienen eigentlich Aalens Oberbürgermeister Frederick Brütting und seine Stellvertreter Bernd Schwarzendorfer und Wolfgang Steidle? Der Gemeinderat meinte es gut mit den Spitzenpolitikern.

Aalen. Kurz vor Weihnachten hat der Aalener Gemeinderat über die Besoldung der Aalener Bürgermeister entschieden. Das Gremium hat also festgelegt, wie viel die Stellvertreter des Oberbürgermeisters verdienen.

Bernd Schwarzendorfer

Das verdient Bürgermeister Bernd Schwarzendorfer

Im November hatte der Gemeinderat Bernd Schwarzendorfer (parteilos) als Bürgermeister gewählt. Mit 24 zu 21 Stimmen setzte er sich in der Stichwahl gegen Ralf Meiser (Grüne) durch. Bisher ist der 52-jährige Schwarzendorfer noch Dezernent im Landratsamt Biberach. Seine achtjährige Amtszeit in Aalen beginnt am 1. Februar. Zu seinem Dezernat im Rathaus gehören unter anderem die Ämter für IT und Digitalisierung, Schule, Bildung und Sport sowie Jugend, Soziales und Familie. Umgangssprachlich wird der Bürgermeister in Aalen auch Sozialbürgermeister genannt.

In der Rangfolge kommt er in der Verwaltungsspitze an dritter Stelle. Der Gemeinderat hat entschieden, dass er in der Besoldungsgruppe B5 eingereiht wird. Das bedeutet 10.076 Euro im Monat. Dazu kommt eine steuerfreie Aufwandsentschädigung von sieben Prozent, also von 705 Euro. Außerdem erhält Schwarzendorfer ein Dienstauto, ein Diensthandy und ein Dienst-Tablet. Schwarzendorfer hat bereits angekündigt, gemeinsam mit seiner Partnerin Heidi Schwartz nach Aalen zu ziehen. Die Umzugskosten bekommt er erstattet. Maximal 7500 Euro kann er geltend machen.

Für Städte zwischen 50.000 und 100.000 Einwohner - Aalen fällt mit rund 70.000 Einwohnern in diese Gruppe - kann der Gemeinderat Beigeordnete in die Besoldungsgruppe B4 (9477 Euro monatlich) oder B5 einreihen. Der Aalener Gemeinderat hat sich also für die höhere der beiden möglichen Besoldungsgruppen entschieden.

Wolfgang Steidle

Das verdient der Erste Bürgermeister Wolfgang Steidle

Der Gemeinderat hat auch den Ersten Bürgermeister Wolfgang Steidle (CDU) in die höhere der beiden möglichen Besoldungsgruppen eingereiht. Bereits seit Januar 2022 ist er in der Gruppe B6, nicht mehr in der Gruppe B5. In der Gruppe B6 bekommt der 48-Jährige monatlich 10.641 Euro. Dazu kommt eine steuerfreie Dienstaufwandsentschädigung in Höhe von neun Prozent, also 958 Euro. Ebenso wie Schwarzendorfer hat Steidle einen Dienstwagen, ein Diensthandy und ein Dienst-Tablet.

Steidle ist seit acht Jahren Erster Bürgermeister der Stadt Aalen. Der Gemeinderat hat ihn im November einstimmig bei einer Enthaltung für weitere acht Jahre wiedergewählt. Seine zweite Amtszeit beginnt am 7. Januar. Steidle ist der erste Beigeordnete und damit der erste hauptamtliche Stellvertreter des Oberbürgermeisters. Da er Chef des Baudezernats ist, wird er umgangssprachlich oft Baubürgermeister genannt.

Frederick Brütting

Das verdient Aalens Oberbürgermeister Frederick Brütting

Auch Oberbürgermeister Frederick Brütting (SPD) ist in der höheren der beiden möglichen Besoldungsgruppen eingereiht. Der Gemeinderat hat zu Beginn seiner Amtszeit 2021 beschlossen, ihn nicht in die Besoldungsgruppe B7, sondern in die Besoldungsgruppe B8 einzugruppieren. Das bedeutet ein monatliches Grundgehalt von 11.764 Euro - und damit mittlerweile etwas mehr als zu seinem Amtsantritt. Als Oberbürgermeister erhält der 40-Jährige zusätzlich eine steuerfreie Dienstaufwandsentschädigung von 13,5 Prozent, also 1588 Euro.

Die Aalenerinnen und Aalener wählten Brütting 2021 für acht Jahre ins Amt. Er erreichte im ersten Wahlgang 71,2 Prozent der Stimmen. Der Oberbürgermeister ist der Chef im Aalener Rathaus. Zu seinem Dezernat gehören unter anderem das Hauptamt, das sich um Personalangelegenheiten kümmert, das Kulturamt, das Presseamt und die Stadtkämmerei, die die Finanzen im Blick hat.

Die gesetzliche Grundlage für die Gehälter

Was Bürgermeister verdienen, ist in Baden-Württemberg im Gesetz über die Besoldung und Dienstaufwandsentschädigung der Landräte, der hauptamtlichen Bürgermeister und der Beigeordneten (LKomBesG) geregelt. Die Besoldung richtet sich nach dem Amt und nach der Größe der Stadt. Allerdings lässt das Gesetz in den allermeisten Fällen einen Entscheidungsspielraum, indem es zwei mögliche Besoldungsgruppen nennt. Der Gemeinderat entscheidet, ob die Bürgermeister in die höhere oder niedrigere Gruppe eingereiht werden. Werden die Bürgermeister wiedergewählt, rutschen sie ab der zweiten Amtszeit automatisch in die höhere Besoldungsgruppe.

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