Was trägt Man(n)?

„Ich trag‘ doch kein Petrol!“: Wolfgang Grupp ist bei Farben von Männermode kompromisslos

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Modefarben sind ihm suspekt und „gestandene Männer“ tragen keine Frauenfarben: In einem Videoclip diskutiert Wolfgang Grupp mit Mitarbeitern über eine neue Kollektion.
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Wenn es um die Farben von Kleidung geht, mag es Trigema-Chef Wolfgang Grupp klassisch. Ein Video zeigt, wie der Unternehmer mit Mitarbeitern über „Männerfarben“ diskutiert.

Burladingen – Trigema-Chef Wolfgang Grupp ist ein Mensch, der seine Ansichten stets klar kommuniziert. Auch in seiner Firma gibt der 81-Jährige seit mehr als 50 Jahren die Richtung vor. Selbst an vergleichsweise kleineren Entscheidungen bei Trigema möchte der Unternehmer beteiligt sein – etwa an der Farbgebung neuer Kollektionen. In einem Video-Clip, der kürzlich auf Youtube geteilt wurde, diskutiert Grupp mit Mitarbeitern darüber, was „klassische“ Männerfarben sind – und was nicht.

Wolfgang Grupp über Farben für „gestandene Männer“: „Ich trag‘ doch kein Petrol!“

Im Dialog mit seiner Frau Elisabeth und Mitarbeitern spricht sich Grupp klar gegen „Modefarben“ aus. Als es darum geht, welche Farbe eine neue Kollektion bekommen soll, wird er deutlich. „Also diese Farbe: Nicht!“, sagt er, und deutet auf ein lilafarbenes Oberteil. „Aber das sieht sehr schön aus“, wirft seine Frau ein. „Ja, aber der läuft nicht“, widerspricht Grupp. Klassische Farben wie Blau und Rot sind ihm offenbar lieber.

Nicht nur die Farbe Lila scheint für Grupp ein No-Go für Männer zu sein. So sind ihm auch andere Modefarben ein Dorn im Auge. „Petrol?“, fragt er etwa. „Für Männer?!“ Den leisen Widerspruch um ihn herum versucht er zu übertönen – und sucht mit Nachdruck Bestätigung bei einem der Männer in der Runde. „Herr Betz, jetzt sagen Sie mir ...? Also, kommt nicht infrage. Ich trag‘ doch kein Petrol!“ Statt eine Antwort abzuwarten, wettert der Trigema-Chef weiter: „Sie müssen zwischen der Männerwelt der Mode und den gestandenen Männern unterscheiden. Das eine ist der frauliche Mann und das andere ist der Mann. Und wir haben die Männer als Kunden.“

Wolfgang Grupp: Tochter Bonita nimmt Ansichten des Vaters gelassen

Auch, wenn der Video-Ausschnitt allem Anschein nach schon ein paar Jahre in der Vergangenheit liegt: Grupps Vorstellungen vom „klassischen Mann“ und der „klassischen Frau“ haben sich offenbar nicht maßgeblich geändert. So ließ der Firmenpatriarch kürzlich durchblicken, dass er noch immer ein ziemlich altmodisches Frauenbild hat. Seine Familie nimmt es offenbar gelassen. So erklärte etwa seine Tochter und mögliche Nachfolgerin Bonita (*1991) in einer kürzlich erschienenen Dokumentation über die Grupps im SWR, dass sie seine Ansichten nicht teile und es einfach verschiedene Generationen seien, deren Weltbilder auseinandergehen.

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