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In Baden-Württemberg thronen über einigen Städten und Gemeinden beeindruckende Burganlagen, die an eine weit zurückliegende Zeit erinnern. Wir stellen zehn der schönsten Burgen im Ländle vor.
Stuttgart - In den Geschichtsbüchern über Baden-Württemberg verstecken sich so manche spannenden Mythen und Legenden über verschiedene Orte im Ländle. Die Ereignisse liegen teilweise zwar Tausende von Jahren zurück, doch noch heute erinnern alte Bauwerke und Monumente an die Zeit von früher.
Im Südwesten laden beispielsweise zahlreiche historische Burgen zu einer Entdeckungstour und einer Reise durch die Vergangenheit des Bundeslandes ein. Während einige von ihnen noch gut erhalten sind, ist von anderen nur noch eine Ruine übrig. BW24 hat zehn der schönsten Burgen in Baden-Württemberg herausgesucht.
Burg Hohenneuffen in Neuffen
Über der Stadt Neuffen (Kreis Esslingen) sitzt die Burg Hohenneuffen, die zwischen 1100 und 1120 erbaut wurde. Das Bauwerk wurde in seiner 700-jährigen Geschichte stetig ausgebaut. Die Lage auf einem Felssporn machte sie für Angreifer schwer erreichbar und die immer ausgefeiltere Festung damit uneinnehmbar.
Noch heute ist die Burg Hohenneuffen ein beachtliches Gebäude und ein beliebtes Ausflugsziel. Besucher können dort viel Wissenswertes über die alte Burg und ihre Geschichte erfahren. Ebenso finden dort regelmäßig verschiedene Veranstaltungen statt. Der Eintritt in die Festung ist frei. Von November bis März hat die Burg Hohenneuffen täglich sowie an Feiertagen von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Von April bis Oktober sind die Öffnungszeiten wie folgt: Montag und Dienstag von 9 bis 17 Uhr und Mittwoch bis Sonntag und an Feiertagen von 9 bis 19 Uhr.
Burg Rötteln in Lörrach-Haagen
In Lörrach-Haagen können Besucher die Burg Rötteln besuchen – eine der mächtigsten Festungen in Südwestdeutschland. Im 11. Jahrhundert wurde sie erbaut. Im Dreißigjährigen Krieg erlitt die Burg Rötteln jedoch zahlreiche Beschädigungen und wurde schließlich während des Erbfolgekrieges von Ludwig XIV. fast vollständig zerstört. Doch auch als Ruine ist die teilsanierte Burg weiterhin eine beeindruckende Erscheinung.
Zwei besteigbare Türme bieten einen weitreichenden Ausblick über das Wiesental und das Museum in der Landschreiberei zeigt Fundstücke aus der langen Geschichte der Anlage sowie Modelle der Burg. Vom 18. März bis 5. November hat das Gebäude täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Ab dem 6. November bis März nur noch samstags und sonntags sowie an Feiertagen von 11 bis 16.30 Uhr. Der Eintrittspreis für Erwachsene und Jugendliche (ab 14 Jahren) beträgt 3 Euro, für Kinder von 6 bis 14 Jahren 1,50 Euro. Kinder unter 6 Jahren dürfen kostenlos rein.
Burg Hohenzollern im Zollernalbkreis
Eine der bekanntesten Burgen in Baden-Württemberg ist wohl die Burg Hohenzollern in der Region Zollernalb. Sie ist auch ein beliebtes Ausflugsziel im Ländle für die ganze Familie. Erstmals wurde die Burg im 11. Jahrhundert erbaut, ehe sie bei einem Krieg im 15. Jahrhundert zerstört wurde. An gleicher Stelle ließ man das Bauwerk wieder errichten. Im 17./18. Jahrhundert verfiel es jedoch erneut zu einer Ruine. Die Art und Weise, wie die Burg Hohenzollern heute thront, ist König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen zu verdanken, der sie von 1850 bis 1867 erbauen ließ.
In 855 Metern Höhe bietet sich ein fantastischer Rundblick. Besichtigen kann man das Monument natürlich auch. Eintrittskarten für die Festung können vorab online oder vor Ort gekauft werden. Kinder bis 11 Jahre sind kostenlos. In dem Preis mit inbegriffen sind der Zutritt in die Burganlage, die Besichtigung der Schauräume, der Eintritt zu burgeigenen Veranstaltungen (keine Fremdveranstaltungen) sowie die Parkgebühren.
Burg Teck in Kirchheim unter Teck
Auch in Kirchheim unter Teck befindet sich eine der schönsten Burgen in Baden-Württemberg. Die Festung entstand um das Jahr 1100. 1525 wurde sie im Bauernkrieg völlig zerstört und nie wieder vollkommen errichtet. Erst deutlich später wurde schließlich auf den Fundamenten des Bergfrieds ein Aussichtsturm mit angebauter Schutzhütte errichtet und im Jahr 1933 eine Veranstaltungshalle ergänzt.
Während des 2. Weltkriegs erwarb der Schwäbische Albverein 1941 die Burg und baute sie zu einem Wanderheim aus, das bis heute besteht. Bis zu 50 Personen können dort untergebracht werden. Auch verschiedene Veranstaltungen finden auf der Burg Teck statt. Unterhalb des Aussichtsturms befindet sich außerdem die nach der keltischen Göttin Sybille benannte Höhle.
Burg Steinsberg in Sinsheim
Die Burg Steinsberg gilt als Wahrzeichen der Stadt Sinsheim (Rhein-Neckar-Kreis) und begeistert mit ihrer mittelalterlichen Baukunst und dem besonderen achteckigen Bergfried. Entstanden ist die Festung vermutlich um das Jahr 1109. Das Gelände der Burg ist für Gäste frei zugänglich. Oben angekommen, ergibt sich eine herrliche Aussicht über Sinsheim und den Kraichgau. Vor Ort befindet sich außerdem das Restaurant Burgschenke, das zum Verweilen einlädt. Die Öffnungszeiten, die sich monatlich ändern, sowie die Angebote des Lokals gibt es unter www.burg-steinsberg.de.
Burg Hornberg in Neckarzimmern
Als die älteste und größte Burganlage am Neckar gilt die Burg Hornberg in Neckarzimmern (Neckar-Odenwald-Kreis). Sie ist auch als Burg des Götz von Berlichingen bekannt, der dort 45 Jahre seines Lebens verbracht hatte. Hinter dem Bauwerk steckt jedenfalls eine spannende Geschichte, die es zu entdecken gilt. Erste urkundliche Erwähnungen sind auf das Jahr 1184 zurückzuführen. Die Burg Hornberg kann besichtigt werden und beherbergt inzwischen neben einem Weingut auch ein Hotel-Restaurant. Der Besuch der Anlage kostet für Erwachsene 7 Euro und für Kinder zwischen 6 bis 17 Jahren 5 Euro. Auf der Burg werden auch verschiedene Führungen angeboten. Alle weiteren Infos dazu gibt es unter www.burg-hornberg.de.
Burg Baden in Badenweiler
Hoch oben über dem Ort Badenweiler (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) ragt die Burg Baden. Bis heute ist nicht bekannt, wem die Gemeinde ihr Wahrzeichen eigentlich zu verdanken hat. Erstmals schriftlich erwähnt wird die „castro zuo Baden“ im Jahr 1122 unter Konrad Zähringen. Es wird jedoch vermutet, dass die Burg Baden bereits deutlich früher erbaut wurde.
Ein Spaziergang zu dem Bauwerk lohnt sich jedenfalls. Die Burg ist rund um die Uhr geöffnet. Vom Bergfried aus haben die Besucher einen beeindruckenden Panoramablick auf die Rheinebene, den Römerberg und den Schwarzwald. Die Burg Baden wurde in den 1980er-Jahren restauriert und ist noch heute gut erhalten.
Burg Guttenberg in Haßmersheim
In Haßmersheim (Neckar-Odenwald-Kreis) können Besucher in der Burg Guttenberg ebenfalls einen spannenden Einblick in längst vergangene Zeiten bekommen. In den historischen Mauern erleben Gäste Flugvorführungen, erkunden das Burgmuseum oder genießen in der Burgschenke eine Mahlzeit wie früher.
Für das Museum kostet der Eintritt für Erwachsene 5 Euro, für Kinder von 5 bis 16 Jahren 4 Euro. Ein Familienticket (maimal zwei Erwachsene und drei Kinder) kostet 14 Euro. Die Öffnungszeiten für die verschiedenen Angebote variieren und sind auf der Webseite www.burg-guttenberg.de einzusehen.
Burgruine Löwenstein
Über der Stadt Löwenstein (Kreis Heilbronn) steht die Ruine einer einst mächtigen und weitläufigen Burganlage: Burg Löwenstein. Erbaut wurde sie zwischen 1080 und 1090 von den Grafen von Calw. Heute ist davon lediglich der Burgturm übrig, von dem man eine schöne Aussicht auf den Breitenauer See und das Weinsberger Tal bis zum Neckar bei Heilbronn hat.
Vor Ort können die Besucher von März bis Oktober an allen Sonntagen und einzelnen Samstagen eine kostenlose Führung (in der Regel von 11 bis 17 Uhr) mit wechselnden Mitmach-Aktionen erleben. Außerdem befinden sich im Burgareal zwei Grillstellen und Sitzmöglichkeiten mit Tischen für eine Rast.
Burgruine Honberg in Tuttlingen
In Tuttlingen ziert das Stadtbild die Burgruine Honberg, die 1470 erbaut wurde. Geschichtlich betrachtet sei der Honberg als erste Festungsanlage auf württembergischem Territorium von besonderem bauhistorischem Wert, heißt es. Über das alte Bauwerk wird noch heute die Legende erzählt, dass im Zinnenturm der Geist des „Kischtämännles” umgeht – ein kleiner Zwerg mit langem, weißem Bart und einer Pelzkappe. Jährlich zur Eröffnung der Fasnetsaison weckt der Narrenverein Honberger das „Kischtämännle”. Von Mai bis September (immer am letzten Samstag im Monat von 15 bis 18 Uhr) können sich die Gäste selbst ein Bild des Zinnenturms für Gäste machen. Das Gelände ist dagegen rund um die Uhr geöffnet.
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