Prächtige 150-Jahr-Feier

Drei Schläge zum großen Jubiläum: So feiert die Feuerwehr Rückstetten mit Prominenz und Freibier

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Die Akteure des Abends: (v.l.n.r.): Bezirksrat Georg Wetzelsperger, Staatsminister Albert Füracker, Staatsministerin Michaela Kaniber, Schirmherr Georg Grabner, Bürgermeister Thomas Gasser, Landratskandidat CSU Franz Rasp, Festleiter Andreas Lamminger, CSU Ortsvorsitzender Gernot Daxer
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Mit einem krachenden Auftakt hat die Feuerwehr Rückstetten ihre Festwoche zum 150-jährigen Bestehen eröffnet. Neben dem traditionellen Bieranstich durch Altlandrat Georg Grabner sorgte hoher Besuch aus München für volle Bänke. Was Finanzminister Albert Füracker über die Sorgen der Kommunen sagte und was die Besucher in den nächsten Tagen noch erwartet.

Rückstetten/Teisendorf – Mit einer Festwoche vom 9. bis 13. Juli feiert der Feuerwehrverein Rückstetten sein 150-jähriges Bestehen. Der Auftakt war am Mittwochabend mit dem feierlichen Bieranstich und einem politischen Abend mit Finanzminister Albert Füracker (CSU) und Staatsministerin Michaela Kaniber. Die Veranstaltung war eine Kooperation des Feuerwehrvereins Rückstetten, der CSU Teisendorf und des CSU-Kreisverbandes Berchtesgadener Land. Für schwungvolle Klänge sorgte die Oberteisendorfer Dorfmusi unter der Leitung von Wolfgang Wimmer.

Festleiter Andreas Lamminger konnte zahlreiche Ehrengäste begrüßen, darunter neben den beiden Staatsministern auch Bezirksrat Georg Wetzelsperger, Bürgermeister Thomas Gasser und Gemeinderäte, den neu gekürten Landratskandidaten der CSU, Franz Rasp, sowie von der Brauerei Wieninger Bräu Christian Wieninger, Braumeister Bernhard Löw und Geschäftsführer Andreas Brügmann.

Mit drei kräftigen Schlägen zapfte der Schirmherr des Feuerwehrfestes, Altlandrat Georg Grabner, das erste Fass Festbier an. Die erste Maß wurde an den Ehrengast und Festredner, Finanzminister Albert Füracker, gereicht. Danach stießen auf der Bühne der Schirmherr, Bräu Christian Wieninger, Braumeister Bernhard Löw, Bürgermeister Thomas Gasser und Festleiter Andreas Lamminger auf ein frohes, unbeschwertes und unfallfreies Jubiläumsfest an.

Gernot Daxer, Vorsitzender des CSU-Ortsverbandes Teisendorf, leitete danach zum politischen Teil des Abends über und begrüßte die beiden Staatsminister auch seitens der CSU in Großrückstetten. Vorab hatten der Bürgermeistersprecher Franz Rasp und Bürgermeister Thomas Gasser die Gelegenheit genutzt, um den Finanzminister in kleiner Runde auf die schwierige Situation der Kommunen hinzuweisen und auf schon zugesagte Gelder anzusprechen.

Der Finanzminister stammt selbst aus einem kleinen Dorf in der Oberpfalz, ist ausgebildeter Landwirt und hat bis zu seiner Wahl in den Landtag 2008 den elterlichen Bauernhof bewirtschaftet. Zuerst gratulierte Staatsministerin Kaniber der FFW Rückstetten im Namen der Staatsregierung zu ihrem Gründungsfest. Sie betonte die wichtige Rolle der Feuerwehren für die Gemeinschaft und bat junge Leute, sich in Vereinen, vor allem auch bei der FFW, zu engagieren. Sie hob die gute Zusammenarbeit mit dem Finanzminister im bayerischen Kabinett hervor und sagte: „Der Albert Füracker hat einen gesunden Menschenverstand und kann mit Geld umgehen.“ Kaniber lobte die Vereinbarungen im neuen Koalitionsvertrag zugunsten der Bauern, wie die Agrardieselvergütung oder die Planungssicherheit beim Stallbau. „Es ist wichtig, dass die Nutztierhaltung aus Bayern nicht vertrieben wird!“, sagte die Ministerin. Dann übergab sie das Wort an Minister Füracker, der, so die Ministerin, „seinen Humor auch in schweren Zeiten nicht verloren hat“.

Stimmung, Freibier, Feierlaune

Dass dem so ist, zeigte Füracker mit einer gewinnenden, ansprechenden und kurzweiligen Rede, in der er Klartext sprach. „Unser Anspruch muss sein, dass wir ein starkes Land bleiben“, so Füracker. Da reiche Platz 19 unter den G20 nicht aus. „Das ist, wie wenn Bayern auf Platz 16 der Bundesländer in Deutschland wäre“, meinte er, „das wollen wir nicht“. Um das Land wieder voranzubringen, brauche man Menschen, die etwas leisten wollen. „Ich möchte mit denen sprechen, die dafür sorgen, dass es Geld zu verteilen gibt“, fuhr der Minister fort und dankte allen, die Arbeitsplätze schaffen, die arbeiten gehen und Steuern zahlen, sonst könnte die Politik nichts verteilen.

Man könne schon mal Schulden machen, aber nicht auf Dauer. Das schwierige internationale Umfeld mache es nicht leichter und zwinge Europa, sich auf seine eigenen Stärken zu besinnen. „Auch bei uns müssen wir politisch dafür sorgen, dass unser Land sicher bleibt.“ Die CSU habe immer hinter denen gestanden, die unser Land verteidigt haben.

Die schwierige Situation der Kommunen sei ihm bewusst, die Kommunen seien mit den vielen Aufgaben, vor allem mit der großen Zahl der Flüchtlinge, überfordert. Deshalb müsse man bei der Migration denen helfen, die nach unseren Gesetzen bei uns bleiben dürfen, und sehen, dass diese baldmöglichst in Arbeit kommen. „Wer aber unsere Gesetze missachtet, der hat bei uns kein Bleiberecht“, stellt Füracker klar. Die Kommunen bilden, so der Minister, das Fundament unserer Heimat. Stadt und Land müssten in der Lebensqualität nicht gleich, aber gleichwertig sein. Darum sei die CSU immer bemüht gewesen, dass der ländliche Raum in der Entwicklung nicht abgehängt wird.

Das Ehrenamt sei das Herzstück der bayerischen Gesellschaft. Bayern stehe für Lebensqualität, herzliche Gastfreundschaft und eine lebendige Kultur, die überall spürbar ist – und das in einer einzigartigen Kulturlandschaft. In den letzten 25 Jahren sind eine Million Menschen nach Bayern gezogen, „freiwillig“, betonte Füracker. Auch das sei ein Beweis, dass Menschen gerne hier leben. „Wir leben nicht im Schlaraffenland“, meinte Füracker zum Schluss, „aber wir sollten uns freuen, dass es uns trotz aller Sorgen gut geht und dass wir in einer Demokratie leben dürfen.“ Darum: „Raus aus der Jammerecke, wir müssen das erwirtschaften, was wir ausgeben“, so sein Schlussappell.

Bezirksrat Georg Wetzelsperger bedankte sich mit einem Tragerl Wieninger Hoamatbier bei Füracker, dem humorvollen Politiker, den er aber gleichzeitig als zähen Verhandler in Finanzfragen kennengelernt habe. Solche Politiker brauche man, denn auf sie könne man sich verlassen.

Was steht noch auf dem Programm?

Das Fest hat am Donnerstag mit dem Kabarett-Abend von Roland Hefter einen weiteren Höhepunkt erlebt (gesonderter Bericht folgt). Heute, Freitag, sorgt die Bumpheisl Musi ab 19:00 Uhr für Bierzeltstimmung. Bei der Strahlrohrparty am Samstag, dem 12. Juli, mit DJ Andyeee sind ab 20:00 Uhr heiße Rhythmen angesagt. Den krönenden Abschluss bildet der Festsonntag am 13. Juli. Ab 8:00 Uhr werden die Festgäste und Vereine am Zelt in Großrückstetten empfangen. Um 9:30 Uhr folgt der Kirchenzug zur Kapelle nach Kleinrückstetten, wo der Festgottesdienst mit Pfarrer Martin Klein stattfindet. Es spielt die Musikkapelle Teisendorf. Anschließend geht es im Festzug zurück ins Festzelt, wo gemeinsam zu Mittag gegessen wird, ehe am Nachmittag die Musikkapelle Teisendorf für beste Stimmung sorgt. (kon)

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