„Nein“ zu Standort Kranlöchl

Aus für Energiezentrale? 1565 Unterschriften übergeben

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Unterschriftenübergabe: Vize-Bürgermeister Angelika Flock (2.v.l.) mit den Initiatoren des Bürgerbegehrens (v.l.) Eckart Walchshöfer, Monika Propach, Ullrich Klinkicht und Eva Maria Engel.
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Knapp ein halbes Jahr nach dem Start des Bürgerbegehrens gegen den Standort der geplanten Fernwärme-Energiezentrale am Kranlöchl nahe des Dietlhofer Sees haben die Initiatoren gestern 1565 Unterschriften an die Stadt übergeben. Ihr Wunsch: ein Bürgerentscheid am 8. Oktober, dem Tag der Landtagswahl.

Weilheim – Ullrich Klinkicht ist ein Profi, wenn es ums Unterschriftensammeln geht. Gegen zahlreiche Vorhaben, zum Beispiel die Umnutzung der früheren Gaststätte „Schildbürger“ (heute Torito) oder den Plänen an der Stadtmauer Am Riß, hat der Stadtrat schon Unterschriften gesammelt. Auch die als Umweltschützerin bekannte Monika Propach hat sich schon oft für ihr wichtige Themen eingesetzt. Doch die anderen beiden, die am Donnerstag im Sitzungssaal des Rathauses stehen, machen so etwas zum ersten Mal, wie sie betonen: Eva Maria Engel und Eckart Walchshöfer.

Nur gegen Standort, nicht gegen Projekt

Engel, die sich mit um den jetzigen Garten der ehemaligen Gärtnerei am Kranlöchl kümmert, hatte ihren Protest schon kurz schon nach Bekanntwerden der Pläne vor rund einem Jahr gestartet. Sie bangt um das Naturidyll, das aus ihrer Sicht an dieser Stelle zerstört werden würde. „Warum muss das größte der geplanten Heizkraftwerke ausgerechnet da stehen?“; fragt sie. Walchshöfer ärgert sich, „dass vieles an den Bürgern vorbeiläuft“. Grundsätzlich, das betonen die Initiatoren, sind sie nicht gegen das Fernwärme-Projekt, sondern nur gegen den Standort.

Mindestens 1429 Unterschriften

Das wird auch bei der Frage klar, mit denen die Unterschriften gesammelt wurden und die sehr lang ist: „Sind Sie dafür, dass die Stadt Weilheim alle rechtlich zur Verfügung stehenden Maßnahmen ergreift, um die 26. Änderung des Flächennutzungsplanes und die Aufstellung des Bebauungsplanes für eine Sonderbaufläche „Energiezentrale Kranlöchl“ zu verhindern und darauf hinwirkt, dass das geplante Bauvorhaben der Stadtwerke Weilheim an einem Standort auf einem anderen städtischen Grundstück unmittelbar am Narbonner Ring vorangetrieben wird?“ Laut Klinkicht müssen acht Prozent der stimmberechtigten Weilheimer unterschrieben haben, seiner Rechnung nach mindestens 1429 Bürger.

Zweitägiger Infomarkt

Vize-Bürgermeisterin Angelika Flock, die die Unterschriften entgegennahm, brachte zum Ausdruck, dass es sie stört, dass immer nur „gegen“ etwas protestiert werde: „Es gab Zeiten, da waren Bürgerinitiativen auch mal für etwas.“ Das wollten die Inititoren so nicht stehen lassen: Sie seien ja für das Projekt an sich. Und Klinkicht betonte, selbst als Stadtrat erst spät von dem Projekt erfahren zu haben. Flocks Einwand, man habe im März ausführlich bei einem zweitägigen Infomarkt Auskunft gegeben, ließ Engel nicht gelten: Der sei „sehr enttäuschend“ gewesen.

Schon Thema am 27. Juli im Stadtrat?

Propach hatte den Wunsch, dass über die Zulassung des Bürgerentscheids in der nächsten Stadtratssitzung am 27. Juli abgestimmt werde, damit die Bürger zeitnah und kostensparend parallel zur Landtagswahl am 8. Oktober über die Kranlöchl-Frage abstimmen können. Das konnte Flock noch nicht zusagen: „Wir müssen erst alles genau prüfen“, sagte sie. Das gelte für die Unterschriften ebenso wie für die Frage, die zulässig sein muss. Auch die Frage, ob die Stadt möglicherweise ein eigenes Ratsbegehren dagegen stellt, müsse noch besprochen werden.

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