Finanzausschuss genehmigt Zuschuss

192 Straßennamen in Tölz werden bald erklärt

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Zusammen mit Drittem Bürgermeister Christof Botzenhart haben Ehrenamtliche die Tölzer Straßennamen unter die Lupe genommen.

Was bedeuten eigentlich die Tölzer Straßennamen, und welchen historischen Bezug haben sie? Bald gibt‘s darüber mehr Infos für die Bürger.

Bad Tölz – Der krasseste Fehler war bestimmt in der Tölzer Wilhelmstraße im Badeteil zu finden. Da wurde Wilhelm I. kurzerhand zum „Kaiser von Preußen“ erklärt. Der Hohenzoller war natürlich nur preußischer König, dafür deutscher Kaiser. Und sein Bezug zu Tölz? Er hat 1000 Goldmark für die Erbauung der evangelischen Kirche gestiftet. Straßennamen sind wichtige Quellen für die „historische Identitätsstiftung“ einer Stadt wie Tölz, sagt Dritter Bürgermeister Christof Botzenhart. Deshalb sollten sie stimmen und aussagekräftig sein. Beides, so befand der Zweite Vorsitzende des Historischen Vereins, sei im Fall Bad Tölz nicht mehr gegeben gewesen. Darum hat sich in den vergangenen Monaten ein kleines Team um Botzenhart um eine Überprüfung der Tölzer Straßennamen gekümmert.

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Für 192 Straßen wurden neue, maximal 200 Zeichen lange Texte verfasst. Ausgenommen waren von der Recherche die Straßenbezeichnungen mit Berg- und Blumennamen, etwa in der Tölzer Karwendelsiedlung. Dort denkt Botzenhart aber an eine Sammeltafel, die an die Entstehung des Viertels erinnert. Die 34 mal 9 Zentimeter großen Blechschilder mit blauer Aufschrift sollen pro Straße in der Regel einmal angebracht werden.

So sollen die Straßen-Erklärungsschilder aussehen: Das Muster mit Blindtext wurde im Finanzausschuss präsentiert.

Die ehrenamtliche Arbeit der Rechercheure schätzte Peter Wiedemann (FWG) außerordentlich. Nur die Kosten von 26 000 Euro für die Herstellung der Schilder schreckten ihn etwas. Willi Streicher (SPD) hielt die Schilder aber „selbst für eingefleischte Tölzer interessant“ und sprach sich dafür aus. Der Tölzer Finanzausschuss stimmte schließlich einmütig für die Ausgabe.

Das Dankeschön der Stadträte für die Erforschung der 192 Straßennamen geht an die Stadtarchivare Ssebastian Lindmeyr und Manuela Strunz sowie Marion Bürkner, Marie Eizenberger, Stadtbaumeister Florian Ernst, Martin Hake, Claus Janßen, Joseph Pallauf und Peter Petsch. 

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