Zentrale Anlaufstelle in der Altstadt

700.000 Tagestouristen jährlich: So will Wolfratshausen die Zahl erhöhen

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700 000 Tagesgäste kommen jährlich nach Wolfratshausen (Stand 2019). Die Stadt will diese Zahl steigern und eröffnet dafür am Freitag zunächst im Probebetrieb eine Tourist-Info.
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An diesem Freitag nimmt die Stadt Wolfratshausen eine zentrale Tourist-Info in Betrieb. Eine Maßnahme, um die Zahl der Touristen zu erhöhen.

Wolfratshausen – Die Generalsanierung und Erweiterung des städtischen Gebäudes am Untermarkt 10 ist nahezu abgeschlossen. Wie berichtet startet an diesem Freitag der Probebetrieb der neu geschaffenen, zentralen Tourist-Info im Erdgeschoss des Hauses. Zu diesem Thema hatte Stadtrat Rudi Seibt (Grüne) einige Fragen – die Antworten bekam er in der jüngsten Sitzung des Stadtrats von Rathauschef Klaus Heilinglechner (Bürgervereinigung).

700.000 Tagestouristen jährlich: So will Wolfratshausen die Zahl erhöhen

Seibt interessierte primär, ob es ein Konzept für die künftige Aufgabenverteilung zwischen Rathaus-Info (Bürgerbüro) und Tourist-Info gebe. Dazu gab der Bürgermeister bekannt: In der neuen Tourist-Info am Untermarkt „findet die Beratung zu Freizeit- und Tourismusangeboten in Wolfratshausen statt, ebenso der München-Ticket-Verkauf, der Verkauf von Andenken und der Verkauf von Museumstickets- und -artikeln.“ Zudem würden die Aufsicht fürs Museum Wolfratshausen, das Anfang 2023 öffnet, und die Verwaltung des neuen Multifunktionsraums am Untermarkt 10 (Wallner-Bockhorni-Kabinett) „über den Counter“ in der Tourist-Info organisiert. „Im Bürgerbüro verbleiben die bürgernahen Dienstleistungen“, so der Rathauschef.

Werden Stadträte beim Probebetrieb Touristen simulieren?

„Natürlich nicht“, antwortete Heilinglechner auf die Frage Seibts, ob die Stadträte beim Probebetrieb Touristen simulieren werden. Der Bürgermeister erläuterte: „Die Tourist-Info startet am Freitag, 25. November, mit dem öffentlichen Probebetrieb. Bis zur geplanten Eröffnung des Museums am 10. Februar werden die Besetzung des Counters in der Tourist-Info vervollständigt und alle Prozesse optimiert.“

Ergebnis einer Studie: 40.000 Übernachtungen jährlich in Wolfratshausen

Zu guter Letzt wollte der Grünen-Stadtrat erfahren, wie viele Touristen bislang im Bürgerbüro „bedient“ worden sind. Heilinglechner bezog sich bei der Beantwortung auf eine „interne Fallzahlenerhebung“. Demnach seien heuer bis einschließlich 7. November 280 schriftliche Anfragen bearbeitet worden. „Zusätzlich finden täglich im Sommer in der Regel zwischen 15 bis 20 telefonische Beratungen und 15 bis 20 persönliche Beratungen statt.“ Im Winter seien es jeweils eine Handvoll telefonische sowie persönliche Beratungen pro Tag.

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Heilinglechner verwies auf die Untersuchung des deutschen wirtschaftswissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr (dwif) aus dem Jahr 2019 – vor Ausbruch der Corona-Pandemie. Diese Studie weist für Wolfratshausen pro Jahr etwa 700 000 Tagesgäste sowie rund 40 000 Übernachtungen aus. In Summe gaben die Touristen 2019 laut dwif im Schnitt 29,60 Euro in der Loisachstadt aus. Heilinglechner: „Alleine die Tagesgäste trugen 2019 zur lokalen Wirtschaft einen Umsatz von 17,5 Millionen Euro bei.“

Der Bürgermeister geht davon aus, dass in Folge der Pandemie die Bedeutung des Tagestourismus noch ansteigen wird. Die zentrale Anlaufstelle in der Altstadt, die Tourist-Info, sei eine Maßnahme, „um diese Kaufkraft an Wolfratshausen zu binden“. (cce)

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