Entscheid nächstes Jahr geplant

Olympische Spiele in München? Bürger können selbst über Teilnahme an Mega-Event abstimmen

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Ob München nach 1972 wieder Ausrichter Olympischer Sommerspiele sein wird, entscheiden die Bürger – und das vermutlich schon im Herbst nächsten Jahres. Die Stadt plant einen Bürgerentscheid.

München – Die Münchner werden vermutlich im Herbst nächsten Jahres entscheiden, ob sich die Stadt für die Austragung Olympischer Sommerspiele bewerben soll. Das geht aus einem Schreiben der Verwaltung an die Fraktion ÖDP und München-Liste hervor.

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Darin heißt es, dass eine Bewerbung – egal ob für die Spiele 2036 oder 2040 – zunächst durch das Nationale Olympische Komitee erklärt werden müsse, bei uns wäre das der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB). In Deutschland hatten bereits mehrere Städte ihre Bereitschaft für eine Bewerbung signalisiert, auch in München hatten sich Vertreter der Stadtspitze schon positiv geäußert. Für die bayerische Landeshauptstadt spricht, dass die Sportstätten der Olympischen Spiele 1972 noch erhalten sind, Neubauten also weitgehend unnötig wären.

Die Olympischen Spiele 1972 in München. Über eine Neuauflage entscheiden die Bürger.

Vorstellbar ist etwa, dass sich München gemeinsam mit anderen Kommunen als Ausrichter ins Spiel bringt, so könnten Teile der Spiele in Hamburg, Berlin und eben in München stattfinden.

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Der DOSB arbeite gerade an einem entsprechenden Konzept. Wie es weiter heißt, soll dies im Laufe des kommenden Jahres den Kommunen vorgestellt werden. Anschließend sollen in München die Bürger gefragt werden, ob sie eine Bewerbung ebenfalls befürworten. Im Stadtrat jedenfalls zeichnet sich eine breite Mehrheit ab.

Wer nicht dazu gehört, ist die ÖDP. Deren Chef Tobias Ruff sagt, er freue sich zwar, dass die Münchner letztlich entscheiden dürfen, ob sie die Spiele in der Stadt haben wollen. Zuvor müssten aber alle Fakten auf dem Tisch liegen, vor allem hinsichtlich der Kosten und wer sie trage. „Unsere Sportstätten sind in einem desolaten Zustand. Es würde Milliarden kosten, sie wieder herzurichten.“ Er hoffe sehr, dass sich die Bürger nicht vom „olympischen Glanz“ blenden lassen.

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