Im Gemeinderat

Ärger über PETA-Protest in Rottach-Egern: Solidarität für Landwirte

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Die Anbindehaltung von Rindern bezeichnet PETA als „legalisierte Tierquälerei“.
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Ein PETA-Aktivist vor dem Rottacher Seeforum: Anastasia Stadler (CSU) wundert sich im Gemeinderat über die Genehmigung - und ruft zur Solidarität mit den Landwirten auf.

Rottach-Egern – Ein Aktivist der Tierschutz-Organisation PETA wird sich am Donnerstag mit einer Kuh-Maske auf dem Kopf vor dem Rottacher Seeforum an einen Pfahl ketten, als Protest gegen die Anbindehaltung (wir berichteten). Eine angekündigte Aktion, die Bürgermeister Christian Köck (CSU) gerne untersagt hätte, wie er in der Sitzung des Gemeinderats deutlich machte: „Wir stehen selbstredend auf der Seite der Landwirte.“

Zuvor hatte Anastasia Stadler (CSU), selbst Landwirtin, ihrer Empörung Luft gemacht. Wie es sein könne, dass sich selbst ernannte Tierschützer „auf unserem Grund und Boden“ an einen Pfahl ketten dürften? Für so etwas brauche es doch eine Genehmigung, erinnerte Stadler und forderte die Solidarität der Gemeinde ein. Es gehe nicht an, dass Landwirte „wie die letzten Grattler“ dargestellt würden.

Veranstaltung aufs Minimum beschränkt

Köck widersprach nicht. Zur Frage der Genehmigung habe es am Dienstag eine Besprechung mit der Polizei, dem zuständigen Vertreter des Landratsamts und der Veranstalterin gegeben, berichtete der Bürgermeister. Letztere sei per Video zugeschaltet worden: „Die Dame ist nicht von hier.“ Das Versammlungsrecht lasse es nicht zu, die Aktion zu untersagen, erklärte Köck: „Aber wir konnten sie auf ein Minimum beschränken.“

Somit werden für den Protest heute lediglich drei Parkplätze vor dem Warmbad gesperrt. Dies eine Stunde lang, von 9.45 bis 10.45 Uhr. Für die Versammlung seien auch nur drei bis zehn Personen angemeldet, erklärte Köck.

„Wir müssen die Veranstaltung über uns ergehen lassen“

Zulässig seien das Anketten mit Kuh-Maske und ein Protest-Schild kleineren Ausmaßes. „Aber sie dürfen den Leuten nicht nachlaufen oder den Verkehr behindern“, machte Köck klar. Rottach-Egern sei derzeit voller Urlauber. „Wir wollen nicht, dass unsere Gäste belästigt werden.“ Er empfehle, der Aktion möglichst wenig Aufmerksamkeit zu schenken: „Die müssen wir einfach über uns ergehen lassen, dann ist es hoffentlich wieder gut.“

Seiner Einschätzung nach, so Köck, fehle „den Herrschaften von außerhalb“ die Kenntnis, dass die Tiere der hiesigen Bauern den größten Teil des Jahres im Freien und oft auf der Alm verbrächten. Auf politischer Ebene unterstütze die Gemeinde die weitere Genehmigung der sogenannten Kombi-Haltung.  

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