Standortfrage ist weiter offen

Am Brunnenweg: Ein Behelfsdomizil für Biolink

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Der Firmensitz ist zu klein geworden. Biolink setzt auf eine Übergangslösung mit Büro-Containern und einer Halle. Ob das Unternehmen in Waakirchen bleibt, ist noch nicht entschieden.
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Beim Grundstückspoker lässt sich Biolink nicht gern in die Karten schauen. Ob die Firma in Waakirchen erweitert oder doch abwandert, ist weiter offen. Wegen der Platznot gibt‘s jetzt eine  Übergangslösung.

Waakirchen – Ein erstes Okay für ein Behelfsdomizil hatte der Waakirchner Bauausschuss im Juli 2017 gegeben. Das Gremium bewilligte dem Klebemittel-Hersteller Biolink eine Leichtbauhalle, die zwischen den beiden bestehenden Produktionshallen entstehen soll. Dies aber nur befristet bis Ende August 2020. So lange sollte der Pachtvertrag laufen, den die Firma Rixner als Eigentümerin der Gebäude am Brunnenweg mit Biolink geschlossen hat. Aufgestellt hat Biolink die Halle bisher nicht. Stattdessen legte das Unternehmen dem Bauausschuss nun eine geänderte Planung vor.

Auch diesmal gab das Gremium grünes Licht. Von einer zeitlichen Begrenzung war nicht mehr die Rede. Neben der Halle ging es um Büro- und Aufenthaltscontainer sowie einen Stickstofftank. Dem habe der Bauausschuss bei einer Sitzung am 20. März 2018 zugestimmt, ließ Bürgermeister Sepp Hartl (FWG) wissen. Inzwischen liege die Baugenehmigung vor. Allerdings sei eine Planänderung nötig. Der Stickstofftank wird nach Nordosten verschoben. Zudem sollen Büro- und Aufenthalts-Container nicht an die Halle anschließen, sondern fünf Meter nach Norden rücken. Diese Lösung will Biolink nun zügig umsetzen. „Wir beginnen mit der Errichtung der Büros und der Lagerhalle so schnell wie möglich“, erklärt Geschäftsführer Peter Gämmerler.

Im Hintergrund schwelt weiter die Frage, ob Biolink seinen Standort in Waakirchen ausbaut oder am Ende doch abwandert. Wie berichtet, hatte sich das Unternehmen 2015 bereits zum Neubau in Bad Tölz entschlossen. Der war auf 120 Mitarbeiter ausgelegt. Bisher beschäftigt Biolink rund 65 Mitarbeiter.

Waakirchen traf dies damals hart. Schließlich hatte Bürgermeister Sepp Hartl eigens die Erweiterung des Gewerbegebiets am Brunnenweg durchgesetzt, um die Firma zu halten, Doch der Verkauf von Biolink an den französischen Konzern Saint Gobain im Juli 2017 änderte alles. Biolink ist erneut auf Standortsuche und verhandelt wieder mit der Gemeinde Waakirchen.

Die ist gerade dabei, das neue Gewerbegebiet zu vermarkten. Zwischen 250 und 380 Euro soll ein Quadratmeter Grund kosten. Das ist nicht mehr der Vorzugspreis, den Waakirchen Biolink einst gewähren wollte. Aber es fehle auch nicht an anderen Interessenten, berichtet Hartl. Es habe fast 30 Anfragen von Firmen gegeben. Bislang hätten sechs ihre Unterlagen eingereicht. Der Vergabeausschuss werde im Frühjahr 2019 beraten, welche Firmen den Zuschlag kommen.

Spätestens bis dahin muss klar sein, ob Biolink sich für Waakirchen entscheidet. Die bislang letzten Verhandlungen hätten im Sommer stattgefunden, erklärt Hartl. Er warte gespannt auf Nachricht. Noch sei auch nicht klar, welchen Flächenbedarf Biolink anmelde. Er rechne aber damit, dass Biolink für seine Erweiterung etwa die Hälfte des neuen Gewerbegebietes brauche.

Biolink selbst hält sich bedeckt. „Die Standortfrage ist weiterhin Gegenstand der Diskussion“, meint Gämmerler. Die Übergangslösung werde Bestand haben, bis die Zukunftsfrage geklärt sei. Die Frage, ob der Pachtvertrag für die Rixner-Gebäude inzwischen verlängert wurde, lässt er offen. Klar ist: Bis 2020 lässt sich ein Neubau kaum aus dem Boden stampfen. In Waakirchen auf keinen Fall. Denn dort kann noch nicht einmal die Erschließung des Gewerbegebiets beginnen. Hemmschuh ist der Pachtvertrag, den ein Landwirt für eine Fläche im neuen Industriegebiet hat. Er endet erst 2020.

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