Auktion in München

Aus dem Nachlass von Kahn-Ackermann: Picasso kommt unter den Hammer

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Hochkaräter: Die Farblithografie „Le départ“ von Pablo Picasso ist Teil der Sammlung Kahn-Ackermanns.
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Gut 100 Kunstwerke aus dem Nachlass von Georg Kahn-Ackermann aus Ammerland werden versteigert - darunter auch zwei Grafiken von Pablo Picasso.

Ammerland – In seinem Wohnzimmer sollen sich einst Kanzler Helmut Schmidt und US-Außenminister Henry Kissinger kennen gelernt haben. Damals war Georg Kahn-Ackermann, der in Ammerland am Starnberger See lebte, Generalsekretär des Europarats. 2008 starb der Publizist und SPD-Politiker im Alter von 90 Jahren. Jetzt werden zahlreiche Stücke aus seiner umfangreichen Kunstsammlung versteigert – darunter auch zwei Grafiken von Pablo Picasso.

Georg Kahn-Ackermann war in Ammerland zuhause.

Kahn-Ackermann war der Sohn eines Berliner Rechtsanwalts und wuchs in Münsing auf. Einschneidend waren seine Erlebnisse als Soldat der Luftwaffe während des Zweiten Weltkriegs. Nach Kriegsende trat er in die SPD ein und war als freier Journalist unter anderem für den Bayerischen Rundfunk tätig. Er gehörte zu den Gründungsvätern des Bayerischen Journalistenverbands und wurde im Jahr 2001 zum Ehrenmitglied ernannt. Als SPD-Bundestagsabgeordneter gestaltete Kahn-Ackermann 1965 das Urheberrechtsgesetz wesentlich mit. Für sein Engagement wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt.

Von seinen vielen Auslandsaufenthalten zeugen zahlreiche Kunstschätze, die der Politiker und Vize-Vorsitzende der Welthungerhilfe mit nach Ammerland brachte. Davon kommen nun laut Dr. Claudia Teibler vom Münchner Auktionshaus Scheublein gut 100 Positionen unter den Hammer: „Sämtliche Objekte sind im Rahmen der Vorbesichtigung ausgestellt und können in dieser Zeit auch letztmals in ihrem Ensemble als Sammlung betrachtet werden.“

Zuhause: Der junge Georg Kahn-Ackermann mit seiner Mutter Lilly vor dem Haus in Ammerland

Die Auktion enthält Asiatika, historische Radierungen, vor allem aber Grafik der Klassischen Moderne. Sie spanne den Bogen über alle wichtigen Kunstströmungen von etwa 1900 bis 1970, erklärt die Expertin, und enthalte Arbeiten ihrer zentralsten Persönlichkeiten: Radierungen und Lithografien der Post-Impressionisten Pierre Bonnard und Paul Signac sowie der Expressionisten Erich Heckel, Max Beckmann und Ernst Barlach. Drucke und Zeichnungen im Geist der Neuen Sachlichkeit von Otto Dix, Rudolf Schlichter und George Grosz. Arbeiten, die verschiedene Spielarten des Surrealismus reflektieren – von Max Ernst bis René Magritte, von Man Ray bis Paul Delvaux, von Juan Mirò bis Salvador Dalì.

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Spitzenobjekte der Sammlung sind Teibler zufolge zwei Grafiken von Pablo Picasso aus den 1950er Jahren: „Jeune fille inspiré par Cranach“ und „Le départ“. Schätzpreis: 18 000 Euro, beziehungsweise 10 000 Euro.

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Auch ein Aquarell mit einem ganz besonderen Bezug zum Chiemgau gehört zum Angebot der Sommerauktion: eine stimmungsvolle Chiemseelandschaft, gemalt von Willi Geiger im Sommer 1940.

Auktion

Die Auktion mit Stücken aus dem Kahn-Ackermann-Nachlass findet am Freitag, 5. Juli, um 13 Uhr im Auktionshaus Scheublein an der Waltherstraße 23 am Münchner Goetheplatz statt.

nej

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