ABSTIMMUNG

Keine Chance in Berlin: Ampel schmettert Bayerns Weg beim Wolf im Bundestag ab

+
Der Wolf ist auch im Oberland auf dem Vormarsch. Bayerns Weg, bei dem die Landkreise über einen Abschuss entscheiden dürfen, folgte der Bundestag nicht.
  • schließen

Es war nicht gerade überraschend: Die CDU/CSU-Fraktion hat sich gestern im Deutschen Bundestag mit ihrem Antrag zur Regulierung des Wolfsbestands nicht durchsetzen können.

Landkreis – Während die Union und die AfD den Antrag unterstützen, lehnten ihn SPD, Grüne und weite Teile der FDP ab. Für den CSU-Wahlkreisabgeordneten Alexander Radwan ein Unding angesichts der aktuellen Entwicklung in Bayern.

Während die bayerische Staatsregierung mit ihrer Wolf-Verordnung die rechtlichen Spielräume zur Entnahme des Wolfs im Alpenraum nutzt, stimmte die Ampel in Berlin gegen den Antrag, der aus Sicht der Union das Wolfsmanagement in Deutschland wirksamer machen soll. Die Union hatte darin gefordert, die Entnahme und Bejagung des Wolfs im Rahmen eines Bestandsmanagements zu erleichtern.

Alexander Radwan, CSU-Bundestagsabgeordneter aus Rottach-Egern.

In der Debatte hatte Radwan für die CSU die derzeitige Situation im Alpenraum dargestellt: „Der Ampel ist der Wolf immer noch wichtiger als die Bauern, deren Familien, Betriebe und Tiere. Im Alpenraum herrscht in der Zeit, in der eigentlich auf die Alm aufgetrieben werden soll, Angst, Frust, Wut und Resignation.“

Lesen Sie auch: Almtag an der Rotwand soll Probleme mit dem Wolf aufzeigen

Die Bundesregierung aber habe für die Bedrohung der Kulturlandschaft keine Lösungen und keine Ideen. „Man könne Herden ja schützen und Landwirten bei Rissen die Kosten erstatten, so das ewige Mantra. Das ist purer Zynismus.“

„In Lenggries stellen sich Grüne und SPD voll an die Seite der Almbauern“

Das Abstimmungsergebnis zeigt laut Radwan, wie weit die Bundesregierung von der Realität im Alpenraum entfernt sei. Dabei verwies er auf den Lenggrieser Gemeinderat, „wo man das Problem vor Ort kennt. Da stellen sich auch Grüne und SPD voll an die Seite der Almbauern.“

Spielräume der EU nutzen

In der Debatte forderte Radwan die Bundesregierung auf, die bestehenden Spielräume der EU-Richtlinie zu nutzen, um Wölfe entnehmen zu können. Gleichzeitig kritisierte er Verbände wie den Bund Naturschutz scharf und warf ihnen vor, „lieber die Almwirtschaft als den Wolf zu opfern“. Nicht schützbare Bereiche wie die Alpenregion müssten für Radwan zwingend wolfsfreie Zonen werden.

Lesen Sie auch: So reagiert der Landkreis Miesbach auf die Wolf-Verordnung

Sein Unionskollege Klaus Mack (CDU) forderte die Regierung auf, die günstigen Bestandszahlen von 1500 bis 2700 Wölfen in Deutschland der EU nach Brüssel zu melden. Nur so könne der Wolf im Schutzstatus herabgestuft und ins Jagdrecht aufgenommen werden.

ddy

Kommentare