VonSebastian Grauvoglschließen
Wieder ist ein Bus mit Geflüchteten im Landkreis Miesbach angekommen. Diese stammen diesmal aber nicht aus der Ukraine. Die Unterkunftssituation bleibt derweil angespannt.
Landkreis – An zwei Fronten arbeitet das Landratsamt derzeit in Sachen Asyl. Einerseits bemüht sich die Behörde, die aktuell noch in Sammelunterkünften untergebrachten Flüchtlinge in alternativen Wohnformen einzuquartieren. Andererseits geht es aber auch darum, weiterhin genügend Plätze für Neuankömmlinge vorzuhalten. Dass dies – unabhängig von der Situation in der Ukraine – dringend nötig ist, hat sich am gestrigen Montag gezeigt. Gegen Mittag kam ein Bus mit rund 50 Personen aus einer sogenannten Ankereinrichtung in München in Miesbach an.
Weitere Details konnte das Landratsamt auf Nachfrage gestern nicht nennen. So müssten die Geflüchteten nach ihrer Ankunft erst registriert, getestet und dann auf verfügbare Unterkünfte verteilt werden. Zumindest so viel ist aber bekannt: In dem Bus saßen diesmal keine Ukrainer, „sondern Personen, die aus anderen Gründen nach Deutschland geflohen sind“, teilt das Landratsamt mit. Da der Landkreis die Asyl-Quote derzeit nur zu 88 Prozent erfülle, seien solche Zuweisungen erwartbar. Ukrainische Flüchtlinge würden auf die Quote bekanntlich nicht angerechnet.
Container-Standorte nur befristet nutzbar
Was die Unterkünfte anbelangt, kann der Landkreis derzeit noch auf Container-Standorte zurückgreifen. In Warngau seien derzeit 50 Plätze belegt, wobei diese nur noch bis zum 31. Dezember 2022 verfügbar seien. Die Abverlegungen in alternative Unterkünfte im Landkreis laufen bereits, erklärt die Behörde. Die 50 belegten Plätze in Valley seien noch bis 30. Juni 2023 nutzbar. An beiden Standorten hätten die Eigentümer eine weitere Vertragsverlängerung ausgeschlossen. Als Ersatz warte der Landkreis derzeit auf die Kostenfreigabe für zwei Containerstandorte für eine dreistellige Anzahl an Geflüchteten durch die Regierung von Oberbayern.
Darüber hinaus seien derzeit in 35 dezentralen Objekten im Landkreis Flüchtlinge untergebracht. Auch die Turnhallen von Gymnasium- und Berufsschule in Miesbach seien weiter belegt.
sg
