VonAndreas Steppanschließen
Die Fortführung der Asylunterkunft am Kranzer in Reichersbeuern zeichnet sich ab. Dabei wurden die Mobile Homes ursprünglich als vorübergehende Notunterkunft errichtet.
Reichersbeuern – Nichts ist so beständig wie ein Provisorium, heißt es. Auch die Asylunterkunft am Kranzer, errichtet als vorübergehende Notunterkunft, hat voraussichtlich länger Bestand als ursprünglich angenommen. Wie der Reichersbeurer Bürgermeister Ernst Dieckmann auf Anfrage des Tölzer Kurier erklärt, „zeichnet sich ab, dass es noch mindestens zwölf und maximal 30 Monate weitergeht“.
Bürgermeister: „Besser als eine Traglufthalle“
Wie berichtet betriebt die Verwaltungsgemeinschaft (VG) Reichersbeuern-Greiling-Sachsenkam die Unterkunft, die aus rund 40 sogenannten „Mobile Homes“ besteht, einer Art Campinghäuschen, die sie wiederum ans Landratsamt vermietet hat. Bei Inbetriebnahme Anfang 2016 befand sich die Zuweisung von Geflüchteten in den Landkreis auf einem Höhepunkt, jede Art der Unterkunft war gefragt. Die kleinen Häuschen auf dem abgelegenen Areal seien in jedem Fall „besser als eine Traglufthalle“, sagte VG-Vorsitzender Dieckmann damals.
Mit der Zeit erwies sich aber, dass sich viele Bewohner in der Siedlung am Kranzer durchaus wohl fühlen. Trotz des Nachteils der schlechten Verkehrsanbindung: Geschätzt wird vor allem das kleine Stück Privatsphäre, das die Mobile Homes insbesondere für Familien bieten.
Verträge sind noch nicht unterzeichnet
Der Mietvertrag zwischen VG und Landratsamt läuft nun eigentlich zum 30. Juni aus. In Gesprächen zwischen VG, Landratsamt, Freistaat, Regierung von Oberbayern und Grundstücksbesitzer sei man aber übereinstimmend zum Schluss gekommen, dass eine Weiterführung der Unterkunft sinnvoll sei. Der Betrieb der Asylunterkunft laufe „im Großen und Ganzen problemlos“, und dank des Engagements von Haupt- und Ehrenamtlichen würden sich die Geflüchteten dort gut betreut fühlen, so Dieckmann. „Wir hatten sogar schon den Fall von anerkannten Flüchtlingen, die nach Hof umgezogen sind und dort beantragt haben, doch wieder zurück an den Kranzer verlegt zu werden“, berichtet der Rathauschef. Das zeige, dass der Personenkreis derer, die die am Kranzer angebotene Unterstützung brauchen, noch vorhanden sei.
Verträge über die weitere Pacht seien noch nicht unterzeichnet, erklärt der Bürgermeister. Er stellt klar, dass es trotz der voraussichtlichen Verlängerung dabei bleibe: „Es ist eine vorübergehende Einrichtung.“
Den Plänen eines interkommunalen Gewerbegebiets stehe die Fortführung der Asylunterkunft nicht im Wege, versichert Ernst Dieckmann.
ast
