VonMatthias Bieberschließen
Ein bewaffneter 18-Jähriger wurde in München von der Polizei erschossen, weil er mit Polizisten vor dem NS-Dokumentationszentrum angegriffen hatte. Der historische Bezug ist wohl kein Zufall.
München - Es sollten die „heiteren Spiele“ werden und waren es zunächst auch. Die Welt blickte auf das neue, moderne und aufgeschlossene Deutschland, das heißt: die Bundesrepublik. Doch am 5. September 1972 – also genau 52 Jahre vor dem tödlichen Drama am NS-Dokumentationszentrum in München, bei dem ein 18-Jähriger von der Polizei erschossen – wurde war der Traum ausgeträumt.
Ein Zufall? Am 5. September 1972 hatte sich das Olympia-Attentat in München ereignet
Rückblick: Am neunten Wettkampftag verschafft sich das palästinensische Terrorkommando „Schwarzer September“ frühmorgens und mit Sturmgewehren bewaffnet Zutritt zum Quartier der israelischen Olympiamannschaft in der Connollystraße 31. Sie töten zwei Sportler und bringen neun weitere in ihre Gewalt. Damit wollen sie unter anderem die Freilassung von über 200 Palästinensern aus israelischen Gefängnissen erzwingen sowie die deutschen RAF-Terroristen Andreas Baader und Ulrike Meinhof freipressen.
Olympia-Attentat in München: Verhandlungen um die Geiseln liefen zäh
Die Verhandlungen gestalten sich äußerst zäh und langwierig, aber bringen keinen Erfolg. Innenminister Genscher (FDP) und andere bieten sich erfolglos als Ersatzgeiseln an. Immer wieder stellen die Terroristen neue Ultimaten. Die Befreiungsaktion der völlig überforderten Polizisten am Flugplatz Fürstenfeldbruck scheitert. Alle elf Geiseln sowie der bayerische Polizist Anton Fliegerbauer und fünf Terroristen kommen ums Leben.
Eine Folge des Desasters: Drei Wochen darauf wird die Spezialeinheit GSG9 gegründet für den Antiterror-Einsatz und zur Geisel-Befreiung.

