Sollte neuer Stadtteil werden

Bundeswehr bleibt doch länger: Verhandlungen über Millionen-Verluste

Die Fursty-Planungen der Stadt Fürstenfeldbruck sind nach der Bundeswehr-Kehrtwende obsolet. Nun laufen Verhandlungen über die entstandenen Millionen-Verluste.

Seit im April vergangenen Jahres bekannt wurde, dass die Bundeswehr den Fliegerhorst nicht wie geplant 2030 verlassen wird, muss die Stadt ihre bisherigen Planungen verwerfen. Aus Fursty sollte ein neuer Stadtteil werden. Doch daraus wird wegen der geänderten Sicherheitslage infolge des Ukraine-Kriegs nichts. Die Konversionsbeauftragte Nadja Kripgans-Noisser legte jetzt eine Kostenaufstellung für die Planungen seit dem Jahr 2015 vor. Ergebnis nach Abzug der schon erhaltenen Städtebauförderung von 1,7 Millionen Euro: 2,3 Millionen Euro Aufwendungen. Kripgans-Noisser: „Das sind die Kosten, auf denen die Stadt sitzen bleibt“.

Der Kilometerbau auf dem Militärgelände bei Fürstenfeldbruck.

Bundeswehr verlässt den Fliegerhorst doch nicht: Fürstenfeldbruck bleibt wohl auf 2,3 Millionen Euro sitzen

Andreas Lohde (FBM) erinnerte daran, dass darunter auch Posten wie die Verkehrsrahmenplanung fielen, von denen die Stadt insgesamt profitiert habe. Zudem verteidigte er die Vorleistungen: „Was wäre los gewesen, hätten wir nicht geplant bis zur Schlüsselübergabe?“

Einstimmig entschied der Konversionsausschuss über zwei wesentliche Punkte: Zum einen wird man versuchen, weitere Mittel von der Regierung von Oberbayern zu erhalten, um die entstandenen Verluste aufzufangen. Zum anderen einigte sich das Gremium, wie mit den Forderungen eines Rahmenplanungsbüros umzugehen ist.

Derzeit gibt es vier Verträge zur Rahmenplanung, wie Konversionsbeauftragte Nadja Kripgans-Noisser dem Gremium erläuterte. Laut Sitzungsvorlage war man anfangs bemüht, die Verträge anzupassen, habe dies mittlerweile aber verworfen. Stattdessen ruhen die Verträge im Moment und würden nach und nach aufgelöst, wodurch aktuell keine neuen Kosten entstünden, so Kripgans-Noisser.

Die Verhandlungen mit dem Rahmenplaner aber seien nicht konfliktfrei, sagte die Konversionsbeauftragte. Das Büro bestehe auf Vertragserfüllung. Der lege fest, dass eine Kündigung aus wichtigem Grund möglich sei, aber dadurch Ansprüche von „maximal 30 Prozent der Vergütung auf die noch nicht erbrachte Restleistung“ entstehen.

Regierung von Oberbayern scheint gewillt, zu helfen

Der Vorschlag, den das Büro während der Verhandlungen machte, geht aber darüber hinaus: So solle die Stadt zuerst 25 statt 30 Prozent zahlen, gelingt es aber, weitere Mittel von der Regierung von Oberbayern zu erhalten, würden noch mal zehn Prozent der noch offenen Vergütung fällig. Also insgesamt 35 statt 30 Prozent.

Die Verwaltung schlug nun vor, den Zahlungsmodalitäten zuzustimmen, aber nicht über die vertraglich vereinbarten 30 Prozent hinaus. Kripgans-Noisser betonte aber auch, dass das Büro sehr gute Arbeit geleistet habe und „genauso unverschuldet in diese Situation kam wie wir“.

Die beliebtesten Kleinstädte Deutschlands: Vier aus Bayern sichern sich Top-Platzierung

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Das Urlaubsportal Holidu hat die beliebtesten Kleinstädte in Deutschland aufgelistet: „Die großen Metropolstädte Deutschlands sind zweifellos beeindruckend, doch immer mehr Reiselustige schätzen die Ruhe und Authentizität, die ihnen kleinere, weniger bekannte Städte bieten“, berichtet das Portal. Die weniger frequentierten Orte würden sich durch einen einzigartigen Charme und eine entspannte Atmosphäre auszeichnen. „Aber welche Kleinstadt war im vergangenen Jahr die Nummer Eins unter den digitalen Suchanfragen der Deutschen?“ Das Ergebnis: Der Sieg geht an die Stadt Tegernsee in Oberbayern. © IMAGO / blickwinkel
Rathaus von Tegernsee, Oberbayern, Bayern, Deutschland, Europa *** City Hall of Tegernsee, Upper Bavaria, Bavaria, Germa
Die Stadt liegt am gleichnamigem See im Landkreis Miesbach. © IMAGO / imagebroker
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Hier zu sehen: Das Kloster Tegernsee. © IMAGO / Westend61
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In den Top 10 ist noch eine zweite Stadt aus Bayern vertreten: Zwiesel auf Rang 9. © IMAGO / Panthermedia
The main town square with maypole of the town Zwiesel in Bavaria, Germany on sunny day with clouds The main town square
Zwiesel liegt im niederbayerischen Landkreis Regen und befindet sich im Bayerischen Wald. © IMAGO / Zoonar
Spring hike in the Bavarian Forest through the spa town of Zwiesel - Bavaria - Germany
Zwiesel ist mittlerweile offiziell als „Glasstadt“ anerkannt. Dieser Titel würdigt die jahrhundertealte Tradition und Bedeutung der Glaskunst in der Region. © IMAGO / Depositphotos
Mountainbiker auf einer Brücke über den Main mit blick auf die Altstadt von Miltenberg Miltenberg Deutschland Odenwald
Miltenberg belegt im Ranking der beliebtesten Kleinstädte Rang 12 und sichert Bayern damit den nächsten Top-Platz. © IMAGO / Ralf Schanze
Fachwerkbauten in der Altstadt von Miltenberg, Bayern, Deutschland Miltenberg Half-timbered buildings in the old town ce
Miltenberg ist die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises und befindet sich in Unterfranken. Dort gibt es eine idyllische Altstadt mit zahlreichen Fachwerkhäusern. © IMAGO / imagebroker
Fachwerkbauten in der Altstadt von Miltenberg, Bayern, Deutschland Miltenberg Half-timbered buildings in the old town ce
„Miltenberg ist offizieller ‚Bayerischer Genussort‘ und mit seinem mittelalterlichen Fachwerk, dem weltberühmten Schnatterloch sowie der ältesten Fürstenherberge Deutschlands gleichzeitig lebendige Gegenwart und Geschichte pur“, berichtet die Stadt auf ihrer Website. © IMAGO / imagebroker
Blick auf Miltenberg, mit der Stadtpfarrkirche Sankt Jakobus und der Burg, Unterfranken, Bayern, Deutschland, Europa Vie
„Malerisch eingebettet zwischen den Hügeln von Spessart und Odenwald erwarten Sie – aufgereiht am blauen Band des Mains – Miltenberg, Bürgstadt und Kleinheubach, die DREI AM MAIN“, schwärmt die Stadt Miltenberg auf ihrer Website weiter. In der Region bietet sich unter anderem das Wandern oder Radfahren an. © IMAGO/imageBROKER/Karl-Heinz Spremberg
Felsendorf Tüchersfeld in der Fränkischen Schweiz, Bayern, Deutschland *** The rock village of Tüchersfeld in Franconian
Wie aus einem Märchen: Pottenstein schafft es ebenfalls ins Ranking der beliebtesten Kleinstädte Deutschlands. © IMAGO / Hanke
Ausblick vom Fahnenstein auf Ort mit Fränkische Schweiz Museum und markantem Fels, Felsendorf Tüchersfeld, Pottenstein,
Die Stadt in Franken belegt Platz 15. © IMAGO / Hanke
Zechenstein rock formation and half-timbered houses, rock castle and Franconian Switzerland Museum, former Judenhof, Tüc
Pottenstein liegt im Landkreis Bayreuth und ist ein staatlich anerkannter Luftkurort in der fränkischen Schweiz. © IMAGO / imagebroker
Stalagmiten und Stalaktiten in einer Höhle, Teufelshöhle Pottenstein, Fränkische Schweiz, Franken, Bayern, Deutschland,
Bekannt ist Pottenstein vor allem für die Teufelshöhle. © IMAGO / imagebroker
half-timbered houses in Old Town., church St. Bartholomäus Pottenstein Bayern, Bavaria Germany Franconian Switzerland
Die Altstadt ist aber ebenfalls einen Besuch wert. © IMAGO / Volker Preußer

Gleichzeitig scheint die Regierung von Oberbayern gewillt zu helfen. Eigentlich könne die nämlich die vier offenen Verträge nicht fördern, weil sie nicht fertiggestellt werden können. Nichtsdestotrotz „prüft die Regierung Möglichkeiten zur finanziellen Unterstützung und zeigt sich äußerst gesprächsbereit“.

Die Verwaltung will nun die entstandenen Kosten in Gesprächstermine mit dem Verteidigungsministerium mitnehmen, um auf eine Erstattung abzuzielen. Dabei wird es auch darum gehen, ob es zu einer Teilfreigabe von Fliegerhorst-Flächen kommt. Die Gespräche beginnen im April. Ein Zeitrahmen ist nicht bekannt. Wie sollte man mit den Kosten umgehen? Ein Kommentar.

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