Die Tage der „Problemschranke“ im Bichler Falak sind gezählt: Der Übergang, an dem bislang noch die Schranke per Handkurbel betätigt wurde, wird saniert. Die Deutsche Bahn führt auf der gesperrten Strecke im Loisachtal aber auch noch andere Arbeiten durch.
Bichl/Benediktbeuern/Kochel am See – Noch bis einschließlich Freitag, 10. August, müssen Bahnreisende aus dem Loisachtal mal wieder in den Bus umsteigen. Grund sind umfangreiche Sanierungsarbeiten auf dem Abschnitt zwischen Kochel und Tutzing. Auch vom 27. bis 30. Oktober sowie vom 9. bis 11. November wird nochmal ein Schienenersatzverkehr eingerichtet, dann läuft die neue Technik hoffentlich reibungslos. Insgesamt investiert die Bahn in diesem Bereich für rund 20 Millionen Euro.
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Vor allem in Bichl wird einiges gemacht. „Das neue elektronische Stellwerk ersetzt den Fahrdienstleiter auf seinem mechanischen Stellwerk, wo er viele Arbeitsabläufe manuell erledigen musste“, erklärt ein Sprecher der Bahn auf Anfrage unserer Zeitung. „Die Steuerung erfolgt dann zukünftig von Weilheim aus per Mausklick.“
Außerdem wird der Bahnübergang am Gewerbegebiet Falak komplett erneuert und verbreitert, so dass sich dort zwei Lkw begegnen können. Die Bahn spricht von einer neuen „Vollschrankenanlage mit Lichtzeichen“. Zudem wird ein Gehsteig angelegt. „Für Fußgänger und Radfahrer entsteht ein separater, abgesetzter Überweg mit Schrankensicherung“, so der Sprecher.
Derzeit werden alle Arbeiten im Gleis erledigt, beispielsweise werden die neuen Schienen verlegt. Ab 17. September wird der Übergang ins Bichler Gewerbegebiet dann nochmal zumindest zeitweise für den Verkehr gesperrt. „Dann bauen wir Lichtzeichen, Schrankenanlage und den neuen Fußweg“, sagt der Pressesprecher. Die Arbeiten werden sich bis Mitte Oktober erstrecken.
In Betrieb geht die neue Schranke aber erst am 11. November – nämlich zeitgleich mit dem neuen Rechnerstellwerk. „Bis 11. November werden Posten den Bahnübergang sichern“ , sagt der Sprecher. Gemeint ist damit eine Sicherungsfirma, deren Mitarbeiter bei jedem Zug ein rot-weißes Absperrband spannen.
Die neuen Schließzeiten der Schranke werden übrigens den alten entsprechen, teilt die Bahn mit. „Es liegen Ein- und Ausschaltkontakte im Gleis.“ Immerhin: Weil jetzt niemand mehr die Schranke per Kurbel betätigen muss, kann das Hochkurbeln auch nicht mehr vergessen werden, wie in den vergangenen Jahren immer wieder mal geschehen.
Ein neues elektronisches Stellwerk wird auch in Kochel eingebaut. Weitere Bauarbeiten an den Gleisen gibt es im Bereich Benediktbeuern, genauer gesagt im Gewerbegebiet. Am Mondscheinweg wird derzeit eine Hilfsbrücke eingebaut, die „richtige“ Brücke wird von Samstag, 27., bis Dienstag, 30. Oktober, also in den Herbstferien, montiert. Deshalb wird die Strecke dann erneut voll gesperrt (nur der Abschnitt Kochel – Bichl).
Die neuen elektronischen Stellwerke gehen alle gemeinsam im November in Betrieb. Deshalb ist eine erneute Vollsperrung notwendig von Freitag, 9. November, 21 Uhr, bis Sonntag, 11. November, 4 Uhr. Dann fahren zwischen Kochel und Tutzing wieder nur Busse.