VonMagdalena Höcherlschließen
Lena Kastenhuber hat in Freising eine Müllsammelaktion durchgeführt. Mit der Facebook-Gruppe #stopconcealingtheworld möchte sie Menschen motivieren, besser auf die Umwelt zu achten.
Freising – Zigarettenstummel und Schachteln, Pizzakartons und buntes Bonbonpapier: Neun prall gefüllte Säcke voll Abfall sind das Ergebnis der Müllsammelaktion, die die Freisingerin Lena Kastenhuber am Mittwoch durchgeführt hat. Mit ihrer Facebook-Gruppe #stopconcealingtheworld möchte sie Menschen motivieren, besser auf die Umwelt zu achten.
Mit einigen Mitstreitern ist Kastenhuber nun zum ersten Mal im großen Stil losgezogen, um gut viereinhalb Stunden Müll in den Isarauen zu sammeln – leider mit großem Erfolg. „Es ist wirklich erschreckend“, sagt Kastenhuber im FT-Gespräch. Den Anstoß, die Gruppe #stopconcealingtheworld (to conceal heißt verheimlichen) zu gründen, gab der Ernährungswissenschaft-Studentin eine Fernsehreportage über Konsum und Müll. „Danach habe ich beim Spazierengehen und Laufen das erste Mal bewusst darauf geachtet, was alles rumliegt.“ Tatenlos wollte Kastenhuber nicht bleiben. „Ich wollte mich nicht mehr aufregen, sondern den Müll einfach aufheben.“
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Um einen Gedankenanstoß für ihre Mitmenschen zu schaffen, gründete Kastenhuber Anfang des Jahres die Facebook-Gruppe. „Es läuft ganz gut, die Resonanz ist sehr positiv.“ Nun lud die junge Frau in Absprache mit der Stadt Freising erstmals zum gemeinsamen Müllsammeln ein. Der Zuspruch im Netz sei zwar enorm gewesen, vor Ort war die kleine Gruppe dann aber nur zu sechst. Trotzdem haben die Frauen und Männer viel bewerkstelligt – und hatten zum Schluss neun prall gefüllte Säcke beisa
mmen, darunter etliche Fast-Food-Verpackungen, gut drei 500-Milliliter-Dosen mit Zigarettenstummeln und sogar Fensterscheiben. „Augenscheinlich ist vielen Menschen die doch so schöne Landschaft in den Isarauen reichlich egal. Müll wird achtlos einfach ins nächste Gebüsch geworfen anstatt in die neu aufgestellten Abfalltonnen.“
Entmutigen lässt sich die 28-Jährige aber nicht. Aktionen wie am Maifeiertag sollen künftig regelmäßig stattfinden. In der Zwischenzeit kann jeder selbst tätig werden und den Müll, dem er begegnet, einfach aufheben – ganz nach Lena Kastenhubers Motto: „Hinsehen, Handeln, Verändern.“
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