Seit Juli gibt es in Freising den Unverpackt-Laden Fräulein Lose. Sechs Monate später hat das Tagblatt bei den Inhaberinnen nachgefragt, wie das Geschäft läuft.
Freising – Wer an der Ampel an der Karlwirtskreuzung steht, kann ihn nicht übersehen: den Unverpackt-Laden Fräulein Lose. „Immer wieder gibt es neugierige Blicke von wartenden Menschen an der Ampel“, sagt Lisa Kronpass, die das Geschäft mit ihrer Schwester Daniela führt.
Seit der Eröffnung im Juli kommen aber nicht nur Menschen in den Laden, die von Neugier getrieben sind, sondern auch solche, die bewusst unverpackt einkaufen. Nun hat das Fräulein Lose an der Johannisstraße seit etwa einem halben Jahr geöffnet – und die Schwestern freuen sich über die positive Resonanz.
Das Angebot in dem plastikfreien Geschäft, das ein bisschen den Zauber eines Tante-Emma-Ladens innehat, reicht von Lebensmitteln wie Nudeln oder Getreide bis hin zu Hygieneartikeln und Waschmitteln. Laut Lisa Kronpass sind Müsli und Geschirrspülmittel am meisten gefragt. Eine Erweiterung des Sortiments schließt das Duo nicht aus. „Jeder, der einen Wunsch hat, kann ihn an unseren Wunschbaum hängen. Wenn genug Nachfrage besteht, nehmen wir das Produkt gerne in unser Sortiment auf“, betont Lisa Kronpass. Seit kurzem gibt es auch losen Tee. „Das Einzige was es bei uns nie geben wird, ist Fleisch, denn wir ernähren uns vegetarisch und vegan.“
Fleischlose Küche kann man bei Fräulein Lose probieren
Wer Lust hat fleischlose Küche zu probieren, ist bei Fräulein Lose genau richtig. Von Montag bis Freitag kochen die Schwestern je ein wechselndes Mittagsgericht, das bis 10 Uhr vorbestellt werden muss. Der Grund: Die Schwestern versuchen, so wenig wie möglich wegzuwerfen.
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Außerdem gibt es Frühstücks-Bowls – gekochten Haferbrei mit verschiedenen Zutaten – und täglich vegane beziehungsweise vegetarische Kuchen. „Viele kommen einfach nur zum Kaffeetrinken. Wer mag, kann den mit veganer Milch bestellen“, sagt Lisa Kronpass. Für alle Bücherwürmer haben die Schwestern eine Leseecke mitsamt Tauschbörse eingerichtet.
Schulklassen können Fräulein Lose besuchen
So individuell wie der Laden ist auch der Kundenstamm von Fräulein Lose. Menschen jeden Alters kaufen regelmäßig bei den Kronpass-Schwestern ein. Viele, häufig Familien, kämen schon wöchentlich. „Für die ist das ein wunderbares Erlebnis. Vor allem wenn sich die Kleinen um das Abfüllen und Abwiegen streiten“, sagt Daniela Kronpass und lacht. Sie findet es wichtig, den Kindern früh beizubringen, wie wichtig es ist, auf Plastik und Verpackungsmüll zu verzichten. Dafür bietet sie Schulen an, Fräulein Lose entweder einen Besuch abzustatten oder einmal vorbeizukommen.
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Stichwort Plastik: Geht es wirklich komplett ohne? „Ganz plastikfrei kann es leider nicht ablaufen, da zum Beispiel Nudeln oder Gummibärchen Feuchtigkeit ziehen, wenn sie in Papiertüten bei uns ankommen würden“, gibt Lisa Kronpass zu. Der Rest der Produkte, wie Erdnüsse oder gepuffter Dinkel, würden in Pfandplastikeimern angeliefert, Mehl und Getreide meistens in 25-Kilo-Papiersäcken. Fräulein Loses Grundsatz lautet: „Wo Plastik vermieden werden kann, versuchen wir es natürlich.“
In den sechs Monaten seit der Eröffnung von Fräulein Lose haben die beiden Schwestern aus Freising bereits viel Zuspruch und Lob erhalten. Das treibt die beiden natürlich weiter an. Sie sind der Meinung: „Wenn nicht alles verpackt wäre, gäbe es die Plastikproblematik gar nicht.“
Gut zu wissen
Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.fraeuleinlose.de oder unter Tel. (0 81 61) 5 47 39 72.