VonGabi Wernerschließen
Bad Wiessee will den Bau seines Badehauses zügig durchziehen. Um weitere Verzögerungen zu vermeiden, soll die Verwaltung die Aufträge für die einzelnen Gewerke vergeben. Der CSU gefiel das ganz und gar nicht.
Bad Wiessee – Die Kosten für das neue Badehaus, das die Gemeinde auf dem Grundstück neben dem Badepark hochzieht, sind zuletzt in die Höhe geschossen. 7,6 Millionen Euro verschlingt allein das Jodbad, hinzu kommen 2,6 Millionen für die Quellensanierung. In der Gemeinderatssitzung am Donnerstag stand nun der Vorschlag zur Debatte, dass die Rathaus-Verwaltung die noch ausstehenden Gewerke in Eigenregie an die Baufirmen vergeben darf. Vorausgesetzt, man bewegt sich im vorgegebenen Kostenrahmen von 10,3 Millionen Euro. „Wenn größere Abweichungen bei den Kosten auftreten, wird’s im Gemeinderat zur Diskussion gestellt“, versicherte Bürgermeister Peter Höß (Wiesseer Block) und appellierte an das Gremium, das Projekt jetzt schnell voran zu bringen.
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Der CSU behagte die Vorstellung nicht, die Auftragsvergaben aus den Händen zu geben. „Einen solchen Freibrief wird es von den CSU-Gemeinderäten nicht geben“, stellte Fraktionssprecher Kurt Sareiter klar. Er fürchtete, dass der Gemeinderat so die Kontrolle über die Kosten verliere, bei denen seiner Ansicht nach das Ende der Fahnenstange ohnehin noch nicht erreicht sei. Sein Fraktionskollege und Neffe Florian Sareiter sah das genauso. Er könne ja verstehen, dass es den Befürwortern des Projekts ganz angenehm sei, nun nichts mehr über die Kosten zu hören, meinte er spitz. Aber wenn das Gremium nicht über die einzelnen Gewerke abstimme, „wird ein Stück weit die Intransparenz gefördert“, sagte Sareiter. Die CSU hatte die hohen Kosten zuletzt massiv kritisiert und ihre Zustimmung bei etlichen Entscheidungen zum Badehaus verweigert.
Bürgermeister Höß argumentierte, dass die Verwaltung auch in der sitzungsfreien Zeit im Sommer die Möglichkeit haben müsse, schnell in Sachen Badehaus zu handeln. „Wenn sich der Bau hinauszögert, wird es nicht billiger“, warnte er. Auch Bernd Kuntze-Fechner (SPD) hielt es für richtig, die Auftragsvergaben „konzentriert bei der Verwaltung anzusiedeln“. Wenn die veranschlagte Bausumme nicht ausreiche, werde der Gemeinderat ja umgehend informiert. Rainer Kathan (Wiesseer Block) wies zudem darauf hin, dass sich der Einfluss des Gemeinderats sowieso in Grenzen halte: „Der Billigste muss den Auftrag bekommen.“
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Mitgetragen wurde die Entscheidung letztlich auch von der zweiköpfigen Fraktion ranBW. „Wir haben den Prozess sehr kritisch begleitet“, sagte Rolf Neresheimer. Jetzt sei das Projekt aber so weit gediehen, dass man es nicht mehr in Frage stellen geschweige denn aufhalten könne. Daher werde man für dieses Vorgehen stimmen, kündigte Neresheimer an.
Die CSU ließ sich nicht überzeugen. Mit 12:4 stimmte der Gemeinderat am Ende der Vergabe der Einzelaufträge durch die Rathaus-Verwaltung zu.
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