VonSascha Karowskischließen
Die Stadt sucht einen neuen Kulturreferenten – und zwar aus dem Kreis der abgelehnten Bewerber. Der Stadtrat soll im März über Vorstellungsrunden entscheiden.
München - Nach dem Desaster bei der Besetzung des Kulturreferates sucht die Stadt weiter nach einem Nachfolger für den amtierenden Referenten Anton Biebl. Wie ein Sprecher der Verwaltung auf Anfrage unserer Redaktion mitteilt, habe die Stadt nun alle Bewerber aus dem ersten Verfahren angefragt, die über die formalen Voraussetzungen verfügen, ob sie noch Interesse an der Stelle haben. In der nächsten Vollversammlung am 26. März soll der Stadtrat dann beschließen, welche Bewerber er aus diesem Kreis zur Vorstellung einladen will.
Kulturreferat in München: Verwaltungsgericht kassiert von Grünen-Stadtrat Florian Roth
Wie berichtet, hatte das Verwaltungsgericht die Wahl von Grünen-Stadtrat Florian Roth zum Kulturreferenten zum 1. Juli im Eilverfahren einkassiert, nachdem ein unterlegener Bewerber geklagt hatte. Roth verfügt nicht über die formellen Voraussetzungen, also etwa ein Staatsexamen. Die Verwaltung und die Regierung von Oberbayern hatten der Wahl Roths dennoch zugestimmt, da in Ausnahmefällen auch Bewerber ohne die formalen Voraussetzungen gewählt werden dürfen, wenn ansonsten keine geeigneten Bewerber zur Verfügung stehen. Dem widersprach das Gericht.
Ob nun tatsächlich einer der Bewerber aus diesem ersten Verfahren noch mal seinen Hut in den Ring werfen will, nachdem die Stadt ihre Eignung ja quasi in Frage gestellt hat, ist vollkommen offen.
Kulturreferat in München: Amtierender Chef Anton Biebl wird zum 1. April zum Freistaat wechseln
Klar ist, der noch amtierende Referent Anton Biebl wird zum 1. April schon aus dem Amt scheiden. Er tritt eine Stelle im bayerischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst an. „Ich habe dem Stadtrat ein Angebot zur Fortführung meines Amtes gemacht“, sagt Biebl unserer Redaktion. „Dieses ist nicht angenommen worden. Daher haben die jetzigen Veränderungen keine Auswirkungen auf den Beginn meiner Tätigkeit beim Freistaat.“
OB Dieter Reiter (SPD) hatte darauf gedrängt, bald einen Kulturreferenten zu präsentieren. „Vor der Sommerpause muss es in jedem Fall so weit sein“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur in München. „Ich möchte auch irgendwann Klarheit haben.“
