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Mit einem eindringlichen Appell wenden sich Bauernverbands-Kreisobmann Peter Fichtner und der Lenggrieser Ortsobmann Josef Rauchenberger an alle Hundehalter. Sie betonen: „Hundekot macht unsere Kühe krank.“
Bad Tölz-Wolfratshausen – Frühlingshaftes Wetter und wegen der Corona-Pandemie eingeschränkte Freizeitmöglichkeiten: Da kann man aktuell keinem verdenken, wenn er seine ausführliche Gassi-Runde mit dem Hund genießt. Doch Hundebesitzer müssen sich dabei an die gesetzlichen Regelungen halten, betonen örtliche Vertreter des Bayerische Bauernverbands (BBV) und verweisen etwa auf Artikel 30 des bayerischen Naturschutzgesetzes.
Er besagt unter anderem, dass landwirtschaftliche Flächen während der Nutzzeit nicht betreten werden dürfen, und Spaziergänger – mit ihren Hunden – auf den vorhandenen Gehwegen bleiben sollen. Das Gesetz regelt auch, dass keine Trampelpfade in den Flächen angelegt oder genutzt werden dürfen.
„Die Nutzzeit beziehungsweise Vegetation hat bei uns im Landkreis dieses Jahr mit dem milden Frühjahr bereits begonnen“, sagt Josef Rauchenberger, Ortsobmann von Lenggries. „Genutzt werden bei uns die Felder oft bis Mitte November, denn bis zum ersten Schneefall können die Rinder auf den Wiesen weiden“, erklärt er.
Was den Bauern Sorgen macht: Hinterlassenschaften von Hunden können große Probleme bereiten. „Von Hundekot verunreinigtes Futter kann zu Unfruchtbarkeit, Fehl- und Totgeburten bei unseren Tieren führen“, sagt Rauchenberger.
Verunreinigtes Futter führt zu Fehlgeburten
Ist der Hundekot mit dem Erreger „Neospora caninum“ belastet, und wird dieser über das Futter – egal, ob in Form von frischem Gras, Silage oder getrocknetem Heu – vom Rind verzehrt, kann es zu Abgängen bei trächtigen Kühen kommen.
Dies bestätigt Dr. Daniel Mehne vom Tiergesundheitsdienst Bayern: „Eine einmal erkrankte Kuh kann nicht geheilt werden. Wenn sie noch einmal trächtig werden sollte, kann sie die Infektion an das ungeborene Kalb weitergeben.“ So infiziere sich oft unbemerkt ein immer größerer Teil des Bestandes. Auf diese Weise hätten schon einige Bauern im Isarwinkel ein unerträgliches Leiden ihrer Tiere mit ansehen müssen, sagt Rauchenberger.
„Ob ein Hund mit dem Erreger infiziert ist, kann nur mit Laboruntersuchungen nachgewiesen werden“, erläutert Mehne. „Nur in manchen Fällen zeigt sich beim Hund die Infektion durch Fieber oder Diarrhoe“.
Zu viele halten sich nicht an Leinenpflicht
Auch BBV-Kreisobmann Peter Fichtner aus Bad Heilbrunn ist mit der Problematik vertraut. Er mahnt: „Schon wenige, die sich nicht an die Regeln halten, können ein Problem für unsere Tiere werden.“
Sowohl Fichtner als auch Rauchenberger betonen, dass viele Hundehalter vorbildlich die Hinterlassenschaften ihrer Haustiere in Beutel packen und mitnehmen würden. Dennoch gebe es noch zu viele, die sich nicht an die Leinenpflicht halten oder, wie Fichtner berichtet, „die Beutel mit dem aufgesammelten Hundemist dann liegen lassen“.
Beide Landwirte wollen Hundebesitzer aufrütteln und appellieren: „Zum Wohl unserer Kühe und Kälber bitten wir darum: Helfen Sie mit, dass unsere Tiere gesundes und sauberes Futter fressen können.“
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