Künstlerin Angela Sommerhoff

Ausstellung in Bad Tölz: Das Schöne sichtbar machen

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„Die Dauer“ heißt die Bilderserie, die Angela Sommerhoff im Flur ihres Ateliers zeigt.

„Es gibt so viel Dunkles und Kompliziertes in der Welt“, sagt die Tölzer Künstlerin Angela Sommerhoff. Mit ihrer neuen Ausstellung will sie einen Gegenpol schaffen.

Bad TölzAuf der Tölzer Flinthöhe, im etwas nüchternen Ambiente zwischen Arztpraxen und Finanzamt, kann man „Das ungesagt Schöne“ entdecken. So heißt die Ausstellung, die die Künstlerin Angela Sommerhoff in ihrem Atelier am Prof.-Max-Lange-Platz ab 25. Oktober präsentiert. „Es gibt so viel Dunkles und Kompliziertes in der Welt“, sagt Sommerhoff. „Deshalb ist der Ansatz meines Schaffens, das Schöne sichtbar zu machen. Man kann in allem Schönheit entdecken.“

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Wer die Räume betritt, in denen die Künstlerin ihre Bilder und Skulpturen erschafft, wird von leuchtenden Farben empfangen. Im großzügigen Flur hängen die Werke aus einer Serie namens „Die Dauer“, zu der sie durch ein gleichnamiges Gedicht von Peter Handke inspiriert wurde. „Ich beschäftige mich viel mit dem Thema Zeit“ sagt sie, „Wie erlebe ich Zeit? Wann ist sie lang, wann bleibt sie stehen und wird dadurch gewissermaßen zum Raum?“ Die Bilder sind mit Tusche gemalt, Farben, die „sehr lebendig, aber auch widerspenstig sind“. Die einzelnen Schichten brauchen lange zum Trocknen, beginnen dann aber zu leuchten und sind auf filigrane Weise durchlässig. Man sieht quasi durch sie hindurch auf das Dahinterliegende. „Es gibt viel positiven Spirit, wie sich alles miteinander verbindet und dadurch auch umwandelt.“

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Verbundenheit ist auch beim zweiten großen Thema der Ausstellung zu spüren, hier geht es um Geschwister. „Es ist faszinierend, wie ähnlich und doch grundlegend unterschiedlich sie sein können“, erklärt Sommerhoff. Das macht sie in Bildpaaren deutlich, die zwar die gleiche Farbgebung haben, aber von jeweils völlig anderer Dynamik geprägt sind.

Die gebürtige Pforzheimerin lebt mit ihrer Familie seit zehn Jahren im Tölzer Land. Sie studierte Malerei, Bildhauerei und Kunstgeschichte in Wien – und sie ist Künstlerin durch und durch. „Ich bin immer auf Sinnsuche“, sagt die 48-jährige. Dabei bleibt sie durchaus bodenständig. Es ist ihr ein Anliegen, Kunst zu machen, die die Menschen jetzt interessiert, „und nicht erst irgendwann später im Leben“.

Seit einiger Zeit arbeitet sie auch an Skulpturen, hinter denen sich ein kleiner Trick verbirgt: Die Plastiken entstehen aus einem Tongemisch, danach kommen etliche verschiedene Patinas drauf, so dass es wirkt wie aus Bronze. Es sind filigrane Figuren, auch sie nicht nur aus einer Perspektive zu betrachten.

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Sommerhoffs Werke sind vier- bis fünfmal im Jahr auf Reisen – zu Ausstellungen in Wien, Berlin oder Hamburg oder auch in heimatlicheren Gefilden. Voriges Jahre wurde sie von der Bostoner Galerie d’Orsay, einer namhaften Galerie für zeitgenössische Kunst, unter Vertrag genommen. „Da hängen auch Bilder von Picasso, das ist echt unfassbar“, freut sie sich.  

Die Ausstellung:

Vernissage ist am Donnerstag, 25. Oktober, um 19 Uhr, danach ist bis Sonntag, 4. November, täglich in der Zeit von 10 bis 21 Uhr geöffnet. Die Galerie befindet sich am Professor-Max-Lange-Platz 3.

Ines Gokus

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