VonChristiane Mühlbauerschließen
Mit einem kleinen Fest ist am Freitag der Dirtbike-Park in Benediktbeuern eingeweiht worden. Er geht auf eine Initiative von Jugendlichen zurück, die sich stark beim Bau engagiert hat. Jetzt freuen sich alle, dass der TÜV grünes Licht gegeben hat.
Benediktbeuern/Bichl/Ried – Es regnete in Strömen, als sich viele Beteiligte am Projekt Dirtbike-Park am Freitagnachmittag zur offiziellen Einweihung auf dem Areal ein kleines Stück hinterm Fußballplatz trafen. Der Stimmung tat das aber keinen Abbruch. Annalena Metzler (15) aus Benediktbeuern und Florian Lilie (18) aus Bichl traten voller Begeisterung in die Pedale. „Dirtbike-Fahren ist für mich Freiheit und Energie rauslassen“, schwärmt der 18-Jährige.
Zwei Jahre ist es her, dass eine Gruppe von gut zehn Jugendlichen auf Sozialarbeiterin Tini Schwarm zukam mit der Idee, den alten, verbuschten Dirtbike-Platz wieder zum Leben zu erwecken. Dirtbikes sind eine Mischung aus Mountainbike und BMX-Rad. Im Mittelpunkt steht actionreiches Fahren im Gelände, vor allem über Hügel und mit Sprüngen. Deshalb sind Helme Pflicht.
Zusammen mit dem Trägerverein für die Kinder- und Jugendarbeit im Loisachtal (TKJL), dem Zentrum für Umwelt und Kultur (ZUK) und der Mountainbike-Gruppe des TSV Benediktbeuern-Bichl wurde das Projekt mit Beteiligung der Jugendlichen angepackt. Auch der damalige Bürgermeister Hans Kiefersauer unterstützte die Idee, was bei der kleinen Feier am Freitag nochmals angesprochen wurde. Eigentümer des Platzes ist der Forstbetrieb Bad Tölz.
„Wir freuen uns sehr, dass der Park jetzt endlich fertig geworden ist. Aber es gab schon auch mal Durchhänger zwischendurch“, sagte Christoph Budde, Vorsitzender des TKJL, mit einem lächelnden Seitenblick auf die Jugendlichen. Matthias Fischer vom ZUK ergänzt: „Der Prozess war wichtig. Die Zeitschiene wurde dann untergeordnet“, so der begleitende Umweltpädagoge. Die Jugendlichen entbuschten in den vergangenen Monaten das Gelände, richteten die Bahnen wieder her und bauten mehrere Hügel. Der Größte ist knapp drei Meter hoch. „Wir haben hier für jeden Fahrer was dabei, vom Anfänger bis zum Profi“, erklärte Florian Lilie. Die Aufschüttungen sind das Highlight des Parks. Das Material, Aushub von Baustellen, bekam man von Firmen. „Alles wurde untersucht und ist schadstofffrei“, sagte Bürgermeister Toni Ortlieb.
„Die Jugendlichen waren sehr engagiert und haben auch bei Schnee gearbeitet“, lobt Fischer die Einsatzbereitschaft der rund zwölf jungen Erwachsenen. Diese hatten für die Einweihung eine Fotowand zusammengestellt, auf der die Arbeit dokumentiert ist. Finanziert wurde der Platz dank einer Förderung in Höhe von knapp 12 000 Euro von der „Evangelischen Jugendsozialarbeit Bayern“ und einer 1200 Euro-Spende vom TKJL.
Während der Errichtung ging es auch um Umwelt- und Artenschutz. „Wir haben viel über die Pflanzen hier gelernt und auch einige mal gegessen“, berichtete Annalena Metzler. „Den Riesen-Bärenklau haben wir ausgegraben und zurückgedrängt“, sagte Umweltpädagoge Matthias Fischer über den Umgang mit dieser Pflanze, die für Mensch und Tier gefährlich werden kann. Generell habe man auf dem Areal jetzt „mageren und trockenen Boden, der verschiedenen Pflanzen und Tieren jetzt zugute kommt, etwa Wildbienen“.
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„Schön ist es geworden. Hier kann man sich jetzt gut austoben und ist gleichzeitig in der Natur“, sagte Bürgermeister Ortlieb. Er lobte die Initiative und wünschte den Jugendlichen allzeit eine gute und unfallfreie Fahrt.
Die Jugendlichen wollen den Platz in Eigenregie pflegen. Die Gruppe, der auch Jugendliche aus Ried und Kochel angehören, trifft sich derzeit spontan. Matthias Fischer und Streetworkerin Tini Schwarm werden weiterhin regelmäßig vor Ort sein. Den Platz kann übrigens jeder nutzen, der gerne Dirtbike oder Mountainbike fährt.

