- VonJohann Baumannschließen
Die Rupert-Egenberger-Schule in Bad Aibling hat als erstes Sonderpädagogisches Förderzentrum in Oberbayern die Zertifizierung als Kneipp-Schule erhalten. Im Rahmen eines bunten Schulfestes überreichte Heinz Becker vom Bayerischen Kneipp-Landesverband die offizielle Urkunde an Rektorin Angelika Held. Gleichzeitig wurden der neue Schulgarten und ein Wasserspielplatz eingeweiht.
Bad Aibling – Im April 2024 beschloss die Rupert-Egenberger-Schule, sich auf den Weg zur zertifizierten Kneipp-Schule zu machen, nachdem fünf Lehrerinnen mit Erfolg die Ausbildung „Kneipp für Kinder“ absolviert hatten. Jetzt wurde das Sonderpädagogische Förderzentrums (SFZ) als erste Schule Oberbayerns im Rahmen eines bunt-fröhlichen Schulfestes mit dem Güte-Siegel des „Kneipp-Bundes Deutschland“ zertifiziert.
Rektorin Angelika Held hieß dazu neben der gesamten „Schulfamilie“ als Ehrengäste unter anderem den Stellvertretenden Vorsitzenden des SFZ-Fördervereins, Erwin Kühnel, Kurdirektor Thomas Jahn und die Vorsitzende des Kneipp-Vereins Rosenheim, Gertraud Jerger, willkommen.
Digitalisierung kann nicht alles sein
„Heute ist ein besonderer Tag: Mit großer Freude und auch mit ein bisschen Stolz dürfen wir offiziell die Kneipp-Zertifizierung unserer Förderschule feiern. Gleichzeitig weihen wir unseren neuen Schulgarten ein. Ein Ort zum Lernen, Erleben und Wohlfühlen“, erklärte die Schulleiterin und führte weiter aus: „Diese Zertifizierung steht für mehr als ein Siegel an der Tür. Sie steht für eine Haltung, für ganzheitliche Bildung, die den Menschen in seiner gesamten Persönlichkeit sieht - mit Körper, Geist und Seele. Gerade in einer Zeit, in der wir Schulen stark auf Digitalisierung setzen – und das mit gutem Grund –, dürfen wir nicht vergessen, dass Gesundheitserziehung und Selbstfürsorge ebenso zu einem modernen Schulkonzept gehört. Die fünf Säulen von Sebastian Kneipp – Wasser, Bewegung, Ernährung, Heilpflanzen und Lebensordnung – sind aktueller denn je. Sie geben unseren Schülerinnen und Schülern Werkzeuge für ein gesundes Leben mit, die weit über die Schulzeit hinausreichen.“
Abschließend dankte sie allen an der Zertifizierung, an der Schaffung des Schulgartens und an der Organisation des Schulfestes Beteiligten. Konrektorin und Moderatorin Karin Persch blickte auf die 13-monatige Zertifizierungsphase zurück und beschrieb die Einbeziehung der fünf Kneippschen Säulen in den Schulalltag. „Sie sind inzwischen wichtiger Bestandteil. Die gesamte Schulfamilie ist täglich sehr aktiv: Wir machen viele Wasseranwendungen (Armbäder, Tautreten, Güsse), kochen täglich frischen Tee (Heilkräuter), bewegen uns viel, machen unter anderem Yoga und achten verstärkt auf eine gesunde Ernährung. Wir singen regelmäßig unser Kneipplied und ein rhythmisierter Unterricht mit Entspannungsphasen ist selbstverständlich“, schilderte die Projektleiterin für die Zertifizierung.
Überreicht wurde die Urkunde „Kneipp-zertifizierte Einrichtung“ von Heinz Becker. „Darin wird bestätigt, dass in dieser Schule die Kneippsche Gesundheitslehre hervorragend vermittelt wird und in den Tagesablauf integriert ist. Im Vorfeld war hierzu viel Arbeit aber noch mehr Begeisterung und Engagement von allen Seiten für „Kneipp“ notwendig“, betonte der Vertreter des Bayerischen Kneipp-Landesverbandes.
„Ich bin ehrlich beeindruckt, was Sie hier auf die Beine gestellt haben“, bekannte Bürgermeister Stefan Schlier in seinem Grußwort und fügte hinzu: „Auch wenn die Rupert-Egenberger-Schule offiziell in der Trägerschaft des Landkreises steht, ist sie mit der Stadt eng verbunden – räumlich, menschlich und inhaltlich. Sie ist ein fester Bestandteil unserer Schullandschaft und trägt ganz wesentlich zur Vielfalt und zur Stärke der Schulstadt Bad Aibling bei.“
Er würdigte, dass sich die Schule nicht nur weiterentwickelt, sondern dabei ein so wertvolles Konzept wie das der Kneipplehre zum festen Bestandteil ihres Schulalltags gemacht habe. „Sie alle haben mit viel Herzblut daran gearbeitet, dass diese Vision Wirklichkeit wird. Dafür gebührt Ihnen großer Dank und große Anerkennung“, lobte der Rathaus-Chef.
Die kirchliche Einweihung des Schulgartens und des Wasserspielplatzes nahmen der evangelische Pfarrer Dr. Matthias Kauffmann und der katholische Diakon Klaus Schießl vor. Mit „Schenke allen, die hier die Zeit in Gemeinschaft und Spiel verbringen, Gesundheit für Leib und Seele“ erbaten sie Gottes Segen und ergänzten ihre Bitte: „Lass all, die in diesen neuen Schulgarten kommen, Gemeinschaft und Freundschaften finden“. Eingebettet in das Festprogramm waren das Kneipp-Lied „Schubidua“, die Bewegungslieder „Cup-Song“ und „Wasserlied“ sowie der „Dschungelbuch“-Ohrwurm „Probier‘s mal mit Gemütlichkeit“.
Resilienz kommt aus der Natur heraus
Nach dem Festakt hatten die Schulkinder Spaß auf den zahlreichen Spiel-Stationen. Sie begaben sich auf Kräuterschatzsuche, bastelten Blütenkronen, bekamen Kneippsche Knie- und Armgüsse oder tobten auf dem Wasserspielplatz herum. Zusammen mit ihren Angehörigen konnten sie außerdem ein Schattentheater über das Leben von Sebastian Kneipp und eine Tanzvorführung zur Melodie des Shy-Martin-Hits „The Ocean“ besuchen. Die Rektorin zog ein positives Fazit nach der rundum gelungenen Veranstaltung: „Voller Dankbarkeit blicke ich auf ein wunderbares Fest zurück. Mit der Kneipp-Zertifizierung konnte eine Basis geschaffen werden, dass unsere Kinder die grandiosen Ressourcen der Natur nutzen lernen und ein Repertoire entwickeln, um auch im späteren Leben resilient zu sein.“
