- VonMarcel Sowaschließen
Das Ende der Steigenberger Akademie beschäftigte viele Reichenhaller. Seit Jahresanfang 2025 hat die BG Klinik für Berufskrankheiten das Gebäude gemietet, doch dabei soll es nicht bleiben. Das sind die Pläne für die frühere Hotelfachschule.
Bad Reichenhall - Es war ein Schock, nicht nur für die Schüler und Angestellten, sondern für ganz Bad Reichenhall: Im Februar 2024 gab die Deutsche Hospitality, ehemals Steigenberger Group, das Ende der Hotelfachschule bekannt. Seitdem fragten sich viele Reichenhaller, was mit dem Gebäude an der Ecke Münchener Allee/Zenostraße passiert - bis sich dort zum Jahresanfang 2025 die BG Klinik einmietete.
Die Räume werden seitdem für Seminare zur Prävention von Berufskrankheiten verwendet. Die Teilnehmer werden in den früheren Studentenzimmern untergebracht, wie Christina Angerer vom Bauamt dem Bau- und Umweltausschuss am Montag (28. Juli) mitteilte. „Allerdings beabsichtigt die BG Klinik für die Zukunft den Erwerb der Immobilie und die anschließende Nutzungsänderung in eine Abteilung der bestehenden Klinik an der Münchner Allee“, erklärte sie. Mit einer Voranfrage sollte daher Rechtssicherheit geschaffen werden.
Ärger über Belegung der Parkplätze
Die Verwaltung hatte zu der Bauvoranfrage hinsichtlich der geplanten Art der Nutzung keinerlei Bedenken einzuwenden. Das galt auch für den Ausschuss: Der stellvertretende Bürgermeister Hans Hartmann (CSU) lobte, „dass sich endlich etwas bewegt“. Dem stimmten zwar auch die anderen Mitglieder des Gremiums zu, doch schnell wurde eine Bitte deutlich.
Sebastian Renoth (CSU) mahnte an, beim Thema Stellplätze etwas zu unternehmen, und erinnerte daran: „Die BG Klinik hat schon einmal versprochen, dass die Patienten größtenteils mit dem ÖPNV anreisen. Das Gegenteil ist passiert.“ Auch Fritz Grübl (FWG) schlug in die gleiche Kerbe und meinte, dass die Patienten wochenlang öffentliche Parkplätze belegen würden, und das kostenlos. „Warum sollten wir keine Gebühren erheben? Wir brauchen die Einnahmen und das wird andernorts auch gemacht. Wir sollten da Tacheles reden.“
Der stellvertretende Bürgermeister versprach, das Anliegen weiterzugeben und anzusprechen. „Ich weiß aber nicht, ob überhaupt mehr Patienten kommen“, erklärte Hartmann, ehe der Nutzungsänderung einstimmig zugestimmt wurde. Die Rückmeldung der BG Klinik zu diesem Thema lässt eher vermuten, dass es wohl doch genau darauf hinauslaufen wird.
Erwerb der Immobilie soll baulichen Veränderungen ermöglichen
Wie ein Sprecher mitteilt, wurde aufgrund des Wachstums der Klinik mehr Platz benötigt. Dieser hätte sich die Anmietung der ehemaligen Hotelfachschule in der Zenostraße gefunden. Seit dem 17. März nutzen Schulungsteilnehmer sowie Patienten zu bestimmten Therapiemaßnahmen tagsüber die neuen Räume. Doch dabei soll es wohl nicht bleiben.
„Eine Nutzung der für heutige Vorstellungen deutlich zu kleinen Internatszimmer der ehemaligen Hotelfachschule durch Patientinnen und Patienten der Klinik setzt umfangreiche bauliche Veränderungen voraus“, teilt die Klinik mit. Damit sind unter anderem Grundrissveränderungen, der Einbau von Nasszellen und Notrufanlagen gemeint. Dies könne wirtschaftlich sinnvoll erst nach einem Erwerb der Immobilie in Angriff genommen werden. Hierfür sei eine ganze Reihe von Zustimmungen erforderlich.
„Den ersten Schritt bildet dabei die Zustimmung der Stadt Bad Reichenhall zur Nutzungsänderung vom reinen Schulungsbetrieb hin zu einer Nutzung als Rehaklinik, wobei der Nutzungszweck Schulungen und Seminare natürlich auch weiterhin erhalten bleiben soll“, teilt der Sprecher mit.
Nicht vor 2026
Eine bauliche Machbarkeitsstudie solle im nächsten Schritt den Abgleich mit dem Raumbedarf der Klinik ermöglichen, um so für die Entscheidungsgremien eine belastbare Aussage zum Volumen der erforderlichen Baumaßnahmen treffen zu können.
Dazu Klinikgeschäftsführer Hans Böhm: „Dem beabsichtigten Erwerb der Immobilie müssen nicht nur die zuständigen Gremien der gesetzlichen Unfallversicherung und unserer eigenen Gesellschaft zustimmen, sondern auch die zuständige Rechtsaufsichtsbehörde. Deshalb sind wir dankbar, dass uns durch den zum Jahresanfang abgeschlossenen Untermietvertrag seitens des Eigentümers hierfür hinreichend zeitlicher Spielraum zur Verfügung steht“.
Abschließend heißt es, mit einem Abschluss des Erwerbs sei nicht vor Ende 2026 zu rechnen. (ms)