- VonMarcel Sowaschließen
Mit viel Leidenschaft und Liebe zum Detail haben Markus, Mirka und Mariá Kokot in der Bad Reichenhaller Fußgängerzone ihr Filmcafé aufgebaut. Doch nach vier Jahren ist es für sie Zeit gewesen, „ihr Baby“ und erstes eigenes Lokal abzugeben. Aufhören wird die Familie aber nicht, sie zieht nur um - das sind die Gründe und ihre neuen Pläne.
Bad Reichenhall - Man merkt den Kokots an, wie schwer ihn dieser Schritt gefallen ist. Markus (52) ist seit über 35 Jahren in der Gastronomie aktiv und 2021 ergab sich für ihn die Möglichkeit für ein erstes eigenes Lokal. „Wir wollten es als Familie aufziehen“, erinnert er sich, als er über die Gründe für das Aus in der Reichenhaller Fußgängerzone erzählt.
Sie entkernten damals das Lokal, bauten eine Vollküche ein und investierten viel Geld. Aufgrund der Nähe zum Kino bot sich natürlich der Name Filmcafé an. Doch zusammen mit seiner Frau Mirka (44) und Tochter Maria erlebten sie einen schwierigen Start: Nur wenige Wochen nach der Eröffnung im Oktober 2021 folgte der erste Lockdown. „Wir waren super happy und dann kam diese Nachricht“, schildert Markus.
„Die Hütte hat uns damals gerettet“
Sie hatten sich in dieser kurzen Zeit noch keinen Kundenstamm aufbauen können, doch sie machten mit einer selbst zusammengebauten Glühweinhütte aus Paletten vor ihrem Lokal das Beste aus der Situation. „Die Hütte hat uns damals gerettet“, macht Markus klar.
Doch trotz der pandemiebedingt schwierigen Situation kam ihr Filmcafé immer besser bei den Kunden an. Bei den Weihnachtsmärkten beteiligten sie sich mit eigenen Ständen und Hütten, bei der Fußball-EM 2024 lieferten sie ein kleines Public Viewing. Sie legten sich auch einen eigenen Foodtruck an. „Wir haben immer versucht, etwas anzubieten“, betonen Markus und Mirka. „Mit viel Herzblut und Liebe zum Detail“ etablierten sie sich im Herzen der Kreisstadt.
Gerüchte wegen wochenlanger Schließung
Anfang 2025 mussten sie ihr Lokal im Januar und Februar für einige Wochen schließen - erst vorübergehend, dann endgültig. Seitdem hatte das Filmcafé nicht mehr wieder geöffnet. Wie die Kokots erzählen, machten die wildesten Gerüchte in Bad Reichenhall die Runde, warum es dazu kam. Fakt ist: Die kurzzeitige Schließung hatte ausschließlich gesundheitliche Gründe und als sich die Situation besserte, war für die Familie klar, dass sie weitermachen wollen - doch nicht mehr in der Salzburger Straße.
„Wir haben schon länger mit dem Gedanken gespielt“, sagen sie. Der Grund: Während es im Sommer keine Platzprobleme gab, kamen diese bei schlechtem Wetter oder im Winter voll zum Vorschein. Mit 27 Sitzplätzen war es im Inneren des Filmcafés einfach zu klein. Als sich zeitgleich ein Interessent bei ihnen meldete, der ihr Lokal übernehmen wollte, und die Kokots ein Angebot zur Übernahme eines größeren Restaurants erhielten, fiel die Entscheidung für den Umzug.
Neues Lokal in der Nähe von Bad Reichenhall
„Das ist nicht unser Ende“, betont Mirka und ihr Mann Markus ergänzt, dass man mit einem weinenden und einem lachenden Auge umziehen werde. „Wir haben viele Stammgäste gefunden und Freundschaften geschlossen. Es wurde sehr emotional, als wir geschlossen haben, da sind einige Tränen geflossen. Doch wir freuen uns schon, wenn wir ab September die Gäste in unserem neuen Lokal bewirten und verwöhnen dürfen.“
Wo ihr neues Restaurant liegt und wie sie es nennen werden, wollen sie noch für sich behalten. Feststeht, dass sie in der Nähe von Bad Reichenhall ihre Neueröffnung planen und dass sie fünfmal so viel Platz haben werden wie in der Fußgängerzone. Wie zuvor wollen sie auch weiterhin mit möglichst regionalen und selbst hergestellten Produkten und Gerichten - von der Soße bis zum Schnitzel und Schweinebraten - überzeugen.
Das Tatto bleibt natürlich
„Wir wollen uns bei allen treuen Kunden bedanken, wir uns die Stange gehalten haben“, betont der 52-jährige Markus und führt aus, dass das erste eigene Lokal für immer etwas Besonderes bleiben werde. Deshalb ist für ihn klar, dass er sein Filmcafé-Tattoo auf dem Unterarm „als Erinnerung an diese schöne Zeit“ behalten wird. „Das war unser Baby.“
Der Nachfolger des Lokals in der Fußgängerzone bereits fest: Der Niso-Grill wird hier eine Döner-Filiale eröffnen. Inhaber Murad Azem bestätigte dies am Telefon und mittlerweile verraten es auch die Schaufenster des ehemaligen Filmcafés. (ms)