Nach heftiger Diskussion auf Facebook

„Gefährliche“ Pinguine in Bad Reichenhall? Neue Skulpturen aus Ortenaupark schon wieder entfernt

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Auf den drei Sockeln standen bis Donnerstag noch Pinguin-Skulpturen. Direkt daneben: Der Wasserlauf, an dem gerne Kinder spielen.
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So schnell sie da waren, waren sie auch schon wieder weg. Neue Metallskulpturen im Ortenaupark haben eine hitzige Diskussion auf Facebook ausgelöst. Während einige vor einer potenziellen Gefahr durch die Kunstwerke warnten, argumentierten andere, dass solche Ängste übertrieben seien und von „Helikoptereltern“ herrühren. Die Pinguine wurden nun kurzerhand abgebaut.

Bad Reichenhall - Kürzlich wurden drei neue Skulpturen in Form von Pinguinen aus Metall am Ortenaupark aufgestellt, und war direkt neben dem künstlich angelegten Wasserlauf. An sich eine schöne Idee, mag man meinen, stehen doch in diesem Park bereits andere Kunstwerke wie etwa der Brunnen mit den „Drei Grazien“, ein Bronzeguss nach den Entwürfen des Salzburger Professors Alois Lidauer.

Doch eine Userin äußerte in der Reichenhaller Facebook-Gruppe ihre große Sorge: Die neuen Skulpturen seien „etwa kniehoch und haben spitze Enden. Ein kleines Kind muss nur einmal stolpern und wird für immer sein Auge verlieren. Liebe Eltern, passt dort bitte auf eure Kinder auf.“ Dazu postete sie ein Foto von dem Kunstwerk.

Von „lebensgefährlich“ bis „kein Kinderspielplatz“

Die Reaktionen folgten prompt, und zwar in Form von über 100 Kommentaren. Kunst liegt im Auge des Betrachters, das wurde hier auch in den Meinungen klar. Der Userin ging es in ihrem Post jedoch nicht darum, ob die Pinguine schön sind oder nicht, sondern vor allem um die Sicherheit. Auch hier gingen die Auffassungen der Gruppenmitglieder auseinander. Von „das ist ja lebensgefährlich“ bis „das ist auch kein Kinderspielplatz“ war alles dabei.

Fakt ist, dass besonders am Barfußpfad und entlang des Wasserlaufs häufig kleine Kinder beim Spielen und Toben anzutreffen sind. Der Ortenaupark ist ein beliebter Platz für Familien, denn im Gegensatz zum Kurpark darf hier die gesamte Anlage betreten und genutzt werden.

„Wie haben wir nur die 70er überlebt?“

„Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht“, meinte hierzu eine weitere Nutzerin. Ihr gefielen die Pinguine. Sie stünden aber an einer Stelle, an der Kinder spielen. Daher schlug sie vor, die Figuren zu versetzen und einen kleinen Zaun darum zu ziehen. Andere User wiederum setzten auf Eigenverantwortung und echauffierten sich über das „Helikoptern“ mancher Eltern. „Wie haben wir nur die 70er überlebt?“, fragte einer in die Diskussion. Dem stimmte eine Dame zu: „ Kinder wollen zwar überall spielen, aber es ist Sache der Aufsichtsperson, den Kindern zu sagen, wo sie was verloren haben und wo nicht.“

Die Pinguine wurden abmontiert und eigelagert

Im Ortenaupark steht auch ein Schild zu den Parkregeln. „Die Benutzung der Grünanlagen, Einrichtungen, Möblierungen und Verkehrswege erfolgt auf eigene Gefahr“, heißt es hier zum Thema Haftung. Dennoch scheint die mögliche Verletzungsgefahr der Staatsbad GmbH, die für den Park zuständig ist, zu riskant zu sein: Am Donnerstag (22. August) waren die Pinguine bereits wieder verschwunden.

„Nach der gestrigen Besichtigung durch Geschäftsführer Herrn Dirk Sasse und dem ServiceCenterLeiter für Liegenschaften Herrn Braun wurden die Skulpturen aufgrund eines latenten Sicherheitsrisikos für Kinder abgebaut und eingelagert“, heißt es vom Staatsbad auf Anfrage. Die Skulpturen hätten sich schon seit längerer Zeit im Besitz der Staatsbad GmbH befunden und man habe dem Künstler mit dem Aufstellen im Ortenaupark eine Fläche zur Ausstellung geben wollen. Zum Künstler selbst und dem Zweck der Erschaffung des Kunstwerkes wollte das Staatsbad keine Auskunft geben. (mf)

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