- VonMarcel Sowaschließen
Absperr-Zäune und gestapelte Stühle: Von außen wirkt es kaum so, als würde sich beim Restaurant der Spielbank Bad Reichenhall etwas verändern. Doch der Schein trügt: Hier plant Norbert Bordas, der Ende 2023 den Seewirt am Thumsee übernommen hat, eine Neueröffnung. Im Gespräch schildert er, wie es dazu kam, wann es losgehen soll und was er im „Jeton“ anbieten möchte.
Bad Reichenhall/Inzell - An einen straffen Zeitplan und viel Arbeit hat sich Bordas gewöhnt. Er kennt es aus der Gastronomie, in der schon mit 18 Jahren anfing und sich seine Sporen verdiente, und aus den vielen Hotels, in denen er aktiv war und noch immer arbeitet. Und er kennt es von der Übernahme des Seewirts am Thumsee, seinem ersten eigenen Restaurant. Doch das soll es noch nicht gewesen sein, nun wartet sein nächstes Projekt: Im Oktober will er in der Reichenhaller Spielbank ein Restaurant eröffnen.
In den Räumen, in denen früher Markus Haller das „Warsteiner Boulevard“ leitete, wird Bordas nun das „Jeton“ eröffnen. Der Name ist natürlich kein Zufall und soll eine unverwechselbare Verbindung zur Spielbank herstellen. Das heißt aber nicht, dass nur die Besucher des Casinos angesprochen werden. „Alle, die zu uns kommen wollen, sind herzlich eingeladen“, betont der 46-Jährige, der erst vor wenigen Tagen seinen Geburtstag feierte.
Wohin mit den vielen Bewerbungen?
Das Restaurant wurde komplett entkernt und wird dann für den Start im Herbst neu umgebaut. Auch eine Theke mit einer Bar ist geplant - obwohl Bordas mit seinem Bruder seit Mai bereits die Bar im Casino betreibt. Im „Jeton“ will er auf einer Bistro-Karte Burger, Steaks, Schnitzel und Salate anbieten. Cocktails, Kaffee und Kuchen sowie Eis sollen das Angebot abrunden. „Wir wollen regionale Zutaten liefern, uns aber nicht auf eine spezielle Küche festlegen“, erklärt Bordas. Im Winter soll auch noch ein Lieferdienst eingeführt werden.
Wir wollen regionale Zutaten liefern, uns aber nicht auf eine spezielle Küche festlegen.
Zusammen mit seinem Bruder Krisztián sowie Budavari Bela und Vonga Zoltan hat er eine GmbH gegründet, um die gemeinsamen Erfahrungen und Idee besser bündeln und umsetzen zu können. „Wir hatten im Seewirt so viele gute Bewerber, denen wir absagen mussten, weil wir schon genügend Personal hatten. Es war schade, dieses Personal zu verlieren, weshalb wir uns für ein zweites Restaurant entschieden haben“, berichtet der Gastronom, der quasi aus der „Not“ eine Tugend machte. Das Angebot im Casino kam dann zur rechten Zeit, Anfang April folgte dann der Zuschlag.
Nicht alles lief beim Seewirt nach Plan
Mit dem Seewirt am Thumsee ist er bislang sehr zufrieden, auch wenn nicht alles so klappt wie anfangs geplant. So mussten unter anderem die Veranstaltungen mit den Bad Reichenhaller Philharmonikern abgesagt werden, weil es zu wenige Reservierungen gab. „Wenn sich alles so weit stabilisiert hat, wollen wir trotzdem bayerische Abende einführen und nächstes Jahr das Programm mit Events wie Beachpartys erweitern.“
Das Restaurant sei natürlich sehr wetterabhängig, aber er sehe den Standort auf einem guten Weg, sich zu etablieren. „Wir wollen ein Gastronomieerlebnis für jeden aus der Umgebung bieten und wollen das auch im Winter durchziehen“, meint Bordas, der mit dem Seewirt „eine sichere gastronomische Anlaufstelle für die Einheimischen“ werden möchte.
In der Zwischenzeit hat er übrigens mit seiner neu gegründeten Firma auch im Alpenhotel Bergmayr in Inzell das Restaurant übernommen. Dort arbeitete er schon drei Jahre als Gastronomieleiter. Wie es Bordas schildert, musste das Personal umstrukturiert werden, „weil das Lokal finanziell nicht mehr so weitergeführt werden konnte“. Ansonsten ist aber alles gleich geblieben, nur im nächsten Jahr soll es eine neue Speisekarte geben. (ms)


