VonNora Linnerudschließen
Das „Fest der Liebe“ ist meist das Fest des Konsums. Statt auf Massenware kann man dabei auch auf Produkte setzen, mit denen man zudem ein gutes Gefühl mitverschenkt.
Bad Tölz – Der Tölzer Kurier hat Geschenktipps für alle zusammengetragen, die auf Nachhaltigkeit, fairen Handel oder Regionalität achten.
Pflege und Kosmetik
Andrea Maier von der Parfümerie Wiedemann verrät, welche Marken für innere und äußere Schönheit stehen, weil sie fair produziert sind. Die Firma „Nila Pila“ pflanze für jedes verkaufte Tuch und jeden Schal (ab 50 Euro) einen Baum. Beim Münchner Unternehmen „A4“ stamme zum Besipiel das verwendete Arganöl aus einer Frauen-Kooperative in Marokko. „Die Shea-Butter stellen Frauen in Ghana unter fairen Bedingungen her.“ Außerdem rät die 27-Jährige zu Produkten der Firma St. Barth aus der Karibik, die auf faire Arbeitsbedingungen und Umweltschutz achte. Das Avocado-Öl sei in einer Probiergröße ab 9,50 Euro erhältlich. Die Düfte – von Vanille und Patchouli bis zu zitronigen Nuancen– kosten 92 Euro (50 Milliliter).
Kleidung
Auf Sport- und Wanderbekleidung fairer Marken hat sich Peter von der Wippel in seinem Geschäft „Stadt Land Fluss“ spezialisiert. Die Mützen der Firma Sherpa etwa würden nepalesischen Frauen für den nachhaltigen Familienbetrieb – nur aus lokaler Wolle (ab zirka 30 Euro). Er legt den Kunden auch die Firma Vaude vom Bodensee ans Herz. „Sie schauen sehr auf soziale Standards in ihren Produktionsstätten und den Umweltschutz.“
Elektro-/Multimedia
Nachhaltige Elektrogeräte sind schwierig zu bekommen. Martin Herr, Fillialleiter im Tölzer „Expert“ verweist immerhin auf ein Smartphone „Made in Germany“: das GS 185 von Gigaset für zirka 170 Euro.
Spiele/Schreibwaren
Am „Arche Noah“-Stand am Tölzer Christkindlmarkt verkauft Gudrun Döbereiner seit 25 Jahren Holzspielzeug und Kunsthandwerk. Sie bietet nur Ware an, von der sie weiß, wo und wie produziert wird. „Lieber kleine, hiesige Firmen“ sagt sie. Das Spielzeug ist eher für die Kleineren geeignet: Laster, Bagger, Autos, Ziehtiere, Kugelbahnen, eine „Eisstockkiste“ oder Puzzles. 2,50 Euro kosten die von Gudrun Döbereiner selbst gefertigten „Glückszwerge“.
Nachhaltiges gibt es auch bei Schreibwaren Zauner: einen Kugelschreiber von der Firma Caran d’Ache (38 Euro), dessen Gehäuse aus dem Aluminium von recycelten Nespresso-Kapseln hergestellt wird. Verkäuferin Inmaculata Künkele rät zudem zu Mäppchen und Beutel aus reiß- und wasserfestem Papier für Stifte, Kosmetik, Papiere und dergleichen (ab 13 Euro).
Aktivitäten
Eine weitere nachhaltige Geschenkidee: nicht Dinge, sondern Zeit verschenken. Joachim Riedle bietet mit seiner Lenggrieser Agentur Mojo-Events erlebnispädagogische und sportliche Aktivitäten an, zum Beispiel einen Gleitschirm-Tandemflug (ab 125 Euro). Eine gemeinsame Schneeschuhwanderung (45 Euro pro Person) oder eine geogeschichtliche Schlauchbootfahrt (49 Euro) hat Riedle auch im Angebot.
Spirituosen
Beim „Schwaighofer“ an der Marktstraße ist Nachhaltigkeit und biologische Herstellung quasi Programm: „Wir brauen viele unserer Schnäpse und Liköre selbst“, sagt Inhaber Claus Janßen. Es gibt Enzian, Lebkuchen- und Marillenlikor, den Leonhardischnaps, den Tölzer Kräuterschnaps, Rum oder Arrack oder Wacholder. „Schon immer war es bei uns möglich, seine Flaschen wieder aufzufüllen, das ist keine Erfindung der Neuzeit.“
Weltladen
Der „Weltladen“ an der Säggasse bietet unter anderem bunte, warme Mützen vom Frauenstrickprojekt „Wipalla“ in Bolivien (25 Euro), ebenso Stulpen, Stirnbänder, Schals und Pullis, die auch nach bestellten Farben und Mustern gestrickt werden. „Wir achten auf faire, ordentliche Arbeitsbedingungen, und es ist uns wichtig, dass die Wege des Projekts verfolgt werden können“, sagt Birgit Steinbach vom Arbeitskreis „Eine Welt“. Es gibt auch alufreie Teelichter, faire Schokolade, Papiersterne und Christbaumschmuck, eine handliche Filzkrippe oder nepalesische Klangschalen (ab 27 Euro), mit deren Erwerb man die Eingliederung von Mittellosen und Behinderten in den nepalesischen Arbeitsmarkt fördert.
ig/nl
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