VonGabi Wernerschließen
Mit ihrem Antrag zur Spielarena ist die SPD Bad Wiessee baden gegangen. Nicht nur, dass er keine Mehrheit fand, er erntete auch harsche Kritik. Jetzt will sich die CSU des Themas annehmen.
Bad Wiessee – Im Endeffekt musste sich die SPD den Vorwurf gefallen lassen, billigen Wahlkampf zu betreiben. Wie berichtet, hatten Ortsverein und Fraktion den Antrag gestellt, ein öffentliches Ausschreibungsverfahren zu starten, um der Gemeinde auch für die Zeit nach 2021 einen privat geführten Spaß- und Spielepark zu sichern. Dann nämlich endet der Pachtvertrag von Josef Niedermayer, der bislang eine Spielarena in der ehemaligen Tennishalle gegenüber dem Badepark betreibt.
Die SPD geht davon aus, dass dieses Angebot mit 2021 endet. Die jetzige Spielarena sei nur eine Zwischenlösung, erklärte SPD-Sprecher Bernd Kuntze-Fechner im Gemeinderat: „Es ist ein gutes Angebot, aber eben ein Provisorium“, sagte er. Daher solle sich der Gemeinderat frühzeitig Gedanken machen, wie es nach Ablauf des Pachtvertrages weitergehe.
Die CSU, die bereits im Vorfeld der Sitzung ihr Unverständnis über den Antrag geäußert hatte, ließ auch in der Sitzung kein gutes Haar daran. „Wir hatten ganz klar vereinbart, das Thema bis 2020 ruhen zu lassen und aus der Wahlkampfperiode rauszuhalten. Das wird hier torpediert“, empörte sich Florian Sareiter. Er forderte die SPD dazu auf, den Antrag zurückzunehmen. Stattdessen würde er gerne prüfen lassen, was es kosten würde, die jetzige Spielarena, deren Fassade mittlerweile unansehnlich geworden ist, wieder herrichten zu lassen. „Für mich persönlich ist es der Wahnsinn, wenn wir etwas Funktionierendes abreißen“, sagte Sareiter, der zudem wusste, dass Josef Niedermayer („ein fähiger Betreiber“) grundsätzlich dazu bereit wäre, seinen Pachtvertrag mit der Gemeinde um weitere acht bis zehn Jahre zu verlängern.
Als „überflüssig und unrealistisch“ bezeichnete den SPD-Antrag auch Rolf Neresheimer (ranBW). Es werde sich in der Gemeinde weder ein Alternativ-Grundstück finden lassen, noch ein Betreiber für eine neu zu bauende Spielarena. Ins gleiche Horn stieß Kurt Sareiter von der CSU: „Abreißen und wieder aufbauen – das zahlt doch kein Mensch“, moserte er. Ihn störte auch die Aussage Kuntze-Fechners, dass es sich bei der jetzigen Spielarena um ein Provisorium handle: „Das ist ein Schmarrn, innen ist die perfekt.“ Auch Birgit Trinkl (Wiesseer Block) verstand nicht, warum der Gemeinderat das Thema überhaupt diskutieren müsse. „In einem Jahr sitzen viele von uns nicht mehr hier“, erklärte sie mit Blick auf die anstehenden Kommunalwahlen. Warum solle also nicht der neue Gemeinderat über die Spielarena entscheiden?
Während es Kuntze-Fechner bedauerte, dass die Diskussion am Ratstisch auf derart persönlicher Ebene geführt werde, verwahrte sich Fraktionskollegin Klaudia Martini gegen den Vorwurf, hier einen Schaufenster-Antrag gestellt zu haben. „Es ist nicht in Ordnung, wenn über das Thema Wahlkampfsoße geschüttet wird, die da nicht hingehört.“
Zurückziehen wollte die SPD ihren Antrag nicht. Er wurde letztlich mit 10:4 Stimmen abgeschmettert. Nachdem das Thema angestoßen ist, will nun die CSU ihrerseits einen Antrag stellen und prüfen lassen, wie viel eine Außensanierung des Bestands kosten würde. Die Rede war in der Sitzung von rund 90 000 Euro.
