S-Bahn richtet Notfahrplan ein

GDL-Streik ab Mittwoch: Massive Auswirkungen auch in München – so fahren die Züge

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Der deutschlandweite Tarifstreik der GDL hat auch auf München Auswirkungen. Im Zugverkehr ist mit massiven Beeinträchtigungen zu rechnen.

Update, 12.46 Uhr: Die Deutsche Bahn rüstet sich für den Streik der Lokführergewerkschaft GDL. Mit einem Notfahrplan will der Konzern zumindest einen Teil der Verbindungen aufrechterhalten. Auf den verbleibenden Verbindungen sollen etwa längere Züge eingesetzt werden, um möglichst viele Fahrgäste ans Ziel zu bringen. Wie viele Züge am Ende wirklich fahren, ist jedoch noch völlig unklar. Erfahrungen aus den vergangenen Streiks zeigen: Im Fernverkehr fallen meist rund 80 Prozent der Züge aus.

Erstmeldung München – Im Tarifkonflikt zwischen der Deutschen Bahn und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer kommt es zu einem deutschlandweiten Streik. Die GDL kündigte an, in der Nacht zum Mittwoch (10. Januar) mit einer mehrtägigen Arbeitsniederlegung im Fern-, Regional- und S-Bahn-Verkehr zu beginnen. Bis Freitag soll die Bahn demnach bestreikt werden. Auch auf den Verkehr in München hat das Auswirkungen. Es ist mit massiven Einschränkungen zu rechnen.

GDL-Streik ab Mittwoch: S-Bahn München will Notfahrplan einrichten

„Wir erwarten bereits ab Dienstagabend, 09.01. 23.00 Uhr erste Beeinträchtigungen des S-Bahn-Verkehrs“, schreibt die S-Bahn München auf ihrer Homepage. „Diese werden bis in die Nacht Freitag/Samstag andauern.“ Die S-Bahn will offenbar mindestens im Stundentakt fahren. Zum Flughafen München kommt allerdings nur mit S1. Aktuelle Informationen sind in der App „München Navigator“ oder auf www.s-bahn-muenchen.de/aktuell verfügbar.

Weitere Informationen zum Notfahrplan will die Bahn im Laufe des Dienstags bereitstellen. Dieser Notfahrplan sichert allerdings nur ein sehr begrenztes Zugangebot. Daher bitte die Deutsche Bahn alle Fahrgäste, von nicht notwendigen Reisen an den Streiktagen abzusehen und die Reise auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben.

Die GDL hat Streiks von Mittwoch bis Freitag angekündigt. Auch der S-Bahn-Verkehr in München ist betroffen.

Auch unabhängige Eisenbahngesellschaften rechnen mit Einschränkungen

Nur indirekt betroffen sind die unabhängigen Eisenbahngesellschaften, so etwa die Unternehmen Go Ahead Bayern (unter anderem München – Lindau) und die Bayerische Regiobahn (unter anderem München – Oberland). Das eigene Personal streike nicht, der Zugverkehr sei womöglich trotzdem eingeschränkt, falls auch Stellwerker oder Fahrdienstleiter die Arbeit niederlegen, erklärte Go Ahead Bayern. Zudem sei mit volleren Zügen als üblich zu rechnen. Fahrgäste sollten sich daher kurz vor der Fahrt online informieren.

Bei der Bayerischen Regiobahn ist noch unklar, wie weit der GDL-Streik Auswirkungen auf den Betrieb hat. „Inwieweit die BRB indirekt, zum Beispiel durch streikende Fahrdienstleitende der DB betroffen wäre, ist nicht absehbar“, heißt es auf der Homepage. Bei der BRB selbst seien nur sehr wenige Mitarbeiter GDL-Mitglieder, sagte eine Sprecherin unserer Redaktion.

GDL-Streik in München: U-Bahn und Tram fahren regulär

Die Münchner U-Bahn und die Tram wird nicht bestreikt. Sie wird von Mittwoch bis Freitag regulär fahren. Es ist allerdings mit vollen Zügen zu rechnen, da viele Pendler auf U-Bahn und Tram ausweichen werden. Dabei kann es zu weiteren Verspätungen kommen.

DB informiert über Sonderkulanz – und will gegen GDL-Streiks vorgehen

Die Bahn teilt auf ihrer Homepage mit: „Alle Fahrgäste, die ihre für Mittwoch, 10.1. bis Freitag, 12.1. geplante Reise aufgrund des Streiks der GDL verschieben möchten, können ihr Ticket zu einem späteren Zeitpunkt nutzen. Die Zugbindung ist aufgehoben. Das Ticket gilt dabei für die Fahrt zum ursprünglichen Zielort, auch mit einer geänderten Streckenführung. Sitzplatzreservierungen können kostenfrei storniert werden. Zudem haben Fahrgäste im Rahmen einer Sonderkulanz auch die Möglichkeit, ihre Reise vorzuverlegen und bereits am Montag, 8.1. und Dienstag, 9.1. früher zu fahren.“ DB-Kunden können auch Verbraucherrechte einfordern.

Währenddessen will die Bahn gegen die Streiks vorgehen. Die DB hat am Montagmorgen wie angekündigt beim Arbeitsgericht Frankfurt am Main einen Eilantrag auf einstweilige Verfügung eingereicht, um den Streik der GDL zu verhindern. Wann die Gerichtsverhandlung beginnt, stehe aktuell noch nicht fest, teilte ein Konzernsprecher mit. (vfi mit Material der dpa)

Rubriklistenbild: © Lukas Barth/dpa

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