- VonDaniel Krehlschließen
Sebastian Grauvoglschließen
Die Aufräumarbeiten nach dem Starkregenchaos rund um Miesbach laufen. Insgesamt ist die Lage laut Landratsamt ruhig. Sorgen bereitet noch die Staatsstraße in Wörnsmühl.
+++ Update, 14.30 Uhr +++
Auch zur generellen Situation gibt es noch Infos aus dem Landratsamt: „Die Hochwasser-Lage im Landkreis entspannt sich am Dienstag. Einsatzkräfte sind noch dabei, einzelne Keller auszupumpen und Schäden zu beseitigen. Die Einsatzschwerpunkte sind alle weitgehend abgearbeitet. Hunderte Einsatzkräfte von Feuerwehren, THW und BRK bearbeiteten am Montagnachmittag und –abend über 180 Einsätze im Landkreis. In den nächsten Stunden sind keine weiteren Niederschläge prognostiziert, jedoch können sich diese Prognosen schnell ändern, daher soll jeder bitte selbstständig Wetterwarnungen im Blick behalten, um möglicherweise kurzfristig reagieren zu können. Die Böden sind sehr gut mit Wasser gesättigt und können Wasser momentan und in den nächsten Tagen nur noch schwer aufnehmen, daher ist weiterhin Vorsicht geboten.“
+++ Update, 13.30 Uhr +++
Das Landratsamt schreibt zur Lage auf der Staatsstraße zwischen Wörnsmühl und Hundham: „Problematisch sind aktuell noch die Hauptstraßen ins Leitzachtal: Beide Zuwege aus Richtung Aurach sowie aus Richtung Wörnsmühl sind aktuell gesperrt. Die Bundesstraße B 307 in Aurach ist wegen einer längeren Baustelle momentan ohnehin gesperrt. Die Staatsstraße St 2077 zwischen Hundham und Wörnsmühl wurde auf etwa 100 Metern stark vom Hochwasser beschädigt und ist seit gestern ebenfalls voll gesperrt. Die Straßenmeisterei arbeitet gerade mit Hochdruck daran, die Straße soweit zu ertüchtigen, dass sie ab Dienstagnachmittag halbseitig mit Ampelregelung befahrbar ist. Die Sperrung in Aurach an der großen Baustelle muss aufgrund der Bauarbeiten weiter aufrechterhalten werden, aber ab Dienstagnachmittag ist die Fahrt ins und aus dem Leitzachtal zumindest über Wörnsmühl wieder möglich. Die Schülerbeförderung per Bus wird ab Mittwoch wieder über die einseitig befahrbare Straße zwischen Hundham und Wörnsmühl gewährleistet.“
+++ Update, Dienstag, 11.20 Uhr +++
Fischbachau ist derzeit nur über Bad Feilnbach erreichbar. Die Staatsstraße zwischen Wörnsmühl und Hundham ist komplett gesperrt. Auch auf der Bundesstraße zwischen der Auffahrt zum Spitzingsee und Aurach gegen wegen Bauarbeiten nichts. Derweil sind etwa in Kleinthal in Miesbach die Aufräumarbeiten im Gange. Das Wasser hat sich zurückgezogen (Inhalt aktualisiert, 12.10 Uhr).
+++ Update Dienstag, 10.30 Uhr +++
Die dicken Regenwolken sind vom Himmel über dem Landkreis verschwunden. Doch unten am Boden sind die Spuren des Starkregen-Unwetters noch an vielen Stellen zu sehen. In etlichen Siedlungen – vor allem in den am stärksten betroffenen Straßen im Miesbacher Ortsteil Kleinthal und im Ortskern von Wörnsmühl – laufen die Aufräumarbeiten auf Hochtouren. Viele Keller werden noch ausgepumpt.
Das Landratsamt wies bereits gestern Abend darauf hin, dass es in den kommenden Tagen im gesamten Landkreis zu Verkehrsbeeinträchtigungen kommen kann. Einige Straßen und Schienen seien nicht befahrbar. So würden am Dienstag im Leitzachtal keine Schulbusse fahren, der Präsenzunterricht finde aber statt. Die Schulleitungen seien informiert, dass einige Schüler möglicherweise verspätet oder gar nicht in die Schule kommen können.
Laut Bayerischer Regiobahn (BRB) bleibt heute auch die Bahnstrecke Miesbach-Bayrischzell noch gesperrt. Wie berichtet, war hier am Montag am Westerberg am Schliersee eine Mure abgegangen, die Gleise wurden teilweise unterspült. Ein Schienenersatzverkehr mit Bussen ist laut BRB ebenfalls nicht möglich. „Die Züge zwischen Holzkirchen und Miesbach verkehren im Stundentakt und es kann auch hier zu kurzfristigen Ausfällen und Verspätungen kommen“, teilt die BRB mit. Wann die Strecke wieder freigegeben werden kann, sei derzeit nicht absehbar.
Die Pegel der Gewässer im Landkreis Miesbach sind derweil rückläufig. Tegernsee und Schliersee liegen noch knapp über Hochwasser-Meldestufe zwei, Schlierach und Leitzach befinden sich bereits wieder im Normalbereich. Wie berichtet, hatte die Schlierach am Montag sogar Meldestufe drei überschritten, die Leitzach später noch Meldestufe eins.
+++ Update 19 Uhr +++
Eine vorläufige Bilanz der Führungsgruppe Katastrophenschutz des Landratsamts ergab um 18 Uhr folgendes Bild: „118 abgearbeitete und laufende Einsätze wurden gemeldet. 354 Kräfte der Feuerwehr sind mit 59 Fahrzeugen im Einsatz, das Hilfeleistungskontigent aus Pfaffenhofen ist mit 120 Personen auf dem Rückweg in den Landkreis Miesbach. Im Einsatz sind ferner das THW mit 54 Kräften, BRK und DLRG mit 83 Kräften und die Polizei mit 21 Kräften. Zwei gemeindliche Turnhallen im Landkreis wurden für eventuelle Evakuierungsmaßnahmen vorbereitet. Evakuierungsmaßnahmen sind derzeit jedoch nicht absehbar.“
+++ Update, 18.30 Uhr +++
Über die Katastrophen-Warnapp NINA kam zudem der Hinweis, dass die Zu- und Abfahrt zum Floigerweg sowie zur Stadlbergstraße in Miesbach für Pkw nicht passierbar ist. Die Feuerwehr stelle bis 20 Uhr eine Transportmöglichkeit für Anwohner zur Verfügung.
Hochwasserlage in Miesbach: Pegel der Mangall und Schlierach steigen
+++ Update, 18 Uhr +++
Das Hochwasser lässt nun auch die Mangfall anschwellen. Dies hat Auswirkungen auf den Straßenverkehr. So ist die B472 bei Müller am Baum aktuell auf Höhe der Mangfallbrücke voll gesperrt.
+++ Update, 17 Uhr +++
Der Schwerpunkt des Starkregens im Landkreis Miesbach verlagert sich aktuell weiter in den Süden. Der Pegel der Schlierach stagniert bei zwei Metern und Meldestufe drei. Derweil hat der Schliersee Meldestufe eins erreicht. Der Deutsche Wetterdienst hat weite Teile des Landkreises unter die höchste Unwetterwarnstufe violett gestellt. Bis 19 Uhr kann hier nach bisher beobachteten Niederschlagsmengen von 50 bis 90 Liter pro Quadratmeter „extrem heftiger Starkregen“ auftreten. „Dabei werden Niederschlagsmengen nochmals zwischen 20 und 45 Liter pro Quadratmeter in sechs Stunden erwartet.“
+++ Update, 15.50 Uhr +++
Anwohner des Ahornwegs in Miesbach sollen evakuiert werden. Bürgermeister Gerhard Braunmiller hat sich den Einsatzkräften von Feuerwehr und THW vor Ort besprochen. Die Betroffenen sollen einzeln in Sicherheit gebracht werden. Gerade werden die Vorbereitungen getroffen. Durch den Ahornweg schießt das Wasser wie in einem Fluss. (redaktionelle Änderungen, 16.40 Uhr)
+++ Update, 15.30 Uhr +++
Das Landratsamt informiert die Bürger des Landkreises Miesbach zur Starkregenlage. Diese werden gebeten, „alle verschiebbaren Fahrten zu verlegen, sich selbst und andere nicht in Gefahr zu bringen und Wege für Einsatzkräfte freizuhalten“. Überall seien Feuerwehren und Technisches Hilfswerk damit beschäftigt, Keller auszupumpen, überflutete Straßen zu sichern und Sandsäcke zu füllen. Zudem habe man in Holzkirchen eine Koordinierungsstelle zur Disponierung von Feuerwehreinsätzen im Zusammenhang mit dem Unwetter zusätzlich zur Integrierten Leitstelle (ILS) Rosenheim eingerichtet. Während der ersten Stunde seien hier bereits 100 Einsätze eingegangen.
Der Pegel der Schlierach in Miesbach hat um 15.15 Uhr mit 204 Zentimetern einen neuen Rekordwert aufgestellt, stagnierte dann aber zumindest. Die Abflusswerte haben jedoch schon die Schwelle eines zehnjährlichen Hochwassers durchbrochen. Laut Infos von Kachelmannwetter sind über der Kreisstadt zwischen 8 und 14 Uhr satte 66 Liter Regen pro Quadratmeter niedergegangen. Quasi ein sechs Stunden andauernder Wolkenbruch.
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In den sozialen Netzwerken kursieren derweil dramatische Videos aus Wörnsmühl. Hier stand über Mittag zeitweise der gesamte Ortskern unter Wasser. Flutwellen spülten durch Vorgärten und über die Staatsstraße 2077.
Die Bahnstrecke zwischen Miesbach und Bayrischzell bleibt laut Bayerischer Regiobahn (BRB) bis auf Weiteres wegen Gleisunterspülung gesperrt.
+++ Update, 14.30 Uhr +++
Die Starkregenlage hat mittlerweile auch das Tegernseer Tal erreicht. Die Feuerwehren sind hier unter anderem zu überschwemmten Gebäuden in St. Quirin und in Tegernsee ausgerückt. Der Pegel der Schlierach in Miesbach ist derweil weiter rasant gestiegen und hat mittlerweile Meldestufe drei (180 Zentimeter erreicht). Die um 14.15 Uhr gemessenen 184 Zentimeter sind sogar der dritthöchste Wert in der Historie der Aufzeichnungen am Standort. Und auch der Allzeitrekord von 200 Zentimetern am 22. August 2005 ist nur noch 16 Zentimeter weit entfernt.
In der Zwischenzeit hat auch der Hochwassernachrichtendienst und die höchste Warnstufe „Überschwemmungsgefahr für bebaute Gebiete“ ausgerufen: „Die Niederschläge haben sich ins Alpenvorland verlagert und führen dort zu steigenden Pegelständen. Aufgrund extremer Niederschläge hat die Schlierach Meldestufe 3 überschritten. Der Schliersee wird im Laufe des Abends die Meldestufe 1 erreichen. Auch an kleineren Gewässern im Landkreis, insbesondere an den Wildbächen sind hohe Abflüsse und Ausuferungen möglich.“
Dass sich eine weitere Zuspitzung der Lage andeuten könnte, geht aus der nun amtlichen Unwetterwarnung vor schwerem Gewitter des Deutschen Wetterdienstes hervor: „Von Osten ziehen wiederholt Gewitter auf. Dabei gibt es heftigen Starkregen mit Niederschlagsmengen zwischen 40 l/m² und 60 l/m² in 6 Stunden sowie Windböen mit Geschwindigkeiten bis 60 km/h (17 m/s, 33 kn, Bft 7) und kleinkörnigen Hagel.“
Erstmeldung Montag, 3. Juni, 13 Uhr
Miesbach – Bei der Hochwasserlage am ersten Juniwochenende ist der Landkreis Miesbach glimpflich davongekommen. Seit Montagfrüh, 3. Juni, tritt aber massiver Starkregen auf – erste Überflutungen inklusive. In mehreren Gemeinden rücken die Feuerwehren aus. Mehrere Straßen stehen unter Wasser, die Bahnstrecke am Schliersee ist gesperrt. Auch die Pegel der Seen und Flüsse schwellen an. Einen regelrechten Sprung machte die Schlierach in Miesbach, die innerhalb von nur einer Stunde (12 auf 13 Uhr) von 91 auf 136 Zentimeter nach oben schoss und damit Meldestufe eins deutlich übertraf.
Deutscher Wetterdienst warnt vor Unwetter durch Starkregen im Landkreis Miesbach
Auf dem Radar ist gut erkennbar, wie seit Stunden intensive Niederschlagspakete aus Osten über den Landkreis Miesbach hinwegziehen. Dies nur sehr langsam, weshalb große Regenmengen auf die Region prasseln. Ein Ende der Unwetterlage, vor der auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt, wird erst in der Nacht erwartet. Niederschlagssummen von bis zu 60 Liter pro Quadratmeter binnen weniger Stunden sind möglich. Auch einzelne Gewitter mit noch größeren Regenmengen können eingelagert sein.
Feuerwehren rund um Miesbach im Dauereinsatz
Konkret betroffen sind derzeit vor allem die Orte Fischbachau, Hausham und Parsberg. Weitere Einsätze durch überschwemmte Straßen und vollgelaufene Keller kommen im Minutentakt hinzu. Beim Technischen Hilfswerk in Miesbach werden Sandsäcke gefüllt. Mit die größte Auswirkung des Unwetters ist die Sperrung der Bahnstrecke am Schliersee am Westerberg. Ein Schienenersatzverkehr mit Bussen ist nicht möglich. Dies aber nicht (nur) wegen des Starkregens, sondern wegen der baustellenbedingten Sperrung der B307.
Wir halten Sie an dieser Stelle über die Entwicklung der Unwetterlage durch Starkregen im Landkreis Miesbach auf dem Laufenden.
sg
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