VonAndreas Högerschließen
Bald kann die Geothermie in Holzkirchen Energie fürs Fernwärme-Netz der Gemeindewerke liefern. Voraussetzung: Die Leitungen müssen stehen. Zwei Ausbau-Schwerpunkte beackern die Gemeindewerke aktuell: die Kohlstattstraße und den Rudolf-Diesel-Ring. Ein weiterer bereitet Kopfzerbrechen.
Holzkirchen – Wie Albert Götz, Geschäftsführer der Holzkirchner Gemeindewerke, auf Anfrage mitteilt, ist an den beiden Stellen in den nächsten Wochen mit Behinderungen zu rechnen. Viel größeres Kopfzerbrechen bereitet Götz aber ein weiteres Projekt, das in diesem Sommer ansteht: die Querung der B 318, verbunden vermutlich mit einer Vollsperrung.
Schon länger wird am Rudolf-Diesel-Ring gebuddelt, vom Gewerbegebiet-Ost in Richtung Nordspange. Die Straße ist im Baubereich komplett gesperrt. „Drei oder vier Wochen werden wir noch brauchen“, schätzt Götz. Das in den Ort führende Fernwärme-Netz wird dort an die künftige Hauptquelle angeschlossen, den Geothermie-Wärmetauscher in der Alten Au. „Der letzte Lückenschluss“, sagt Götz.
An der Kohlstattstraße geht es um die Verlängerung des Netzes in Richtung des Neubaugebiets in der Maitz. Seit einigen Tagen markieren Bauzäune das Einsatzgebiet, das in die Münchner Straße (Ortsdurchfahrt) auskragt und über die Meilerstraße und Schwarzrinnstraße ans Neubaugebiet andocken soll. Im Bereich der Kohlstattstraße liegen die Versorgungsleitungen unter dem Gehsteig. Gar nicht so leicht, dort noch ein Plätzchen für die Fernwärme-Rohre (Durchmesser 30 Zentimeter) zu finden. „Dort ballen sich so viele Leitungen, da gibt es kaum noch ein Durchkommen“, sagt Götz. Die Glasfaser-Stränge für den Breitband-Ausbau, die gleich mitverlegt werden, sind so dünn, dass ihr Einbau kein Problem darstellen sollte. Götz geht davon aus, dass die Arbeiten noch zwei Wochen dauern: „Könnte sein, dass wir in der Münchner Straße und in der Kohlstattstraße auch noch sperren müssen.“
Eine Sperrung droht auf jeden Fall auf der B 318. Bevor dort der vierspurige Ausbau der Straße beginnt, für den der Innenminister vor rund einem Jahr den offiziellen Startschuss gab,müssen die Gemeindewerke mit ihren Versorgungsleitungen die Trasse unterqueren. „Dafür muss aufgegraben werden“, sagt Götz.
Die Frage ist: Lieber eine zwei- bis dreitägige Komplettsperrung der B 318 in Kauf nehmen, mit schwierigen Umleitungen auch durch Holzkirchen, oder eine mehrwöchige halbseitige Sperrung mit langwierigen Behinderungen und Staus? „Unsere Option wäre eher die Komplettsperrung“, sagt Götz. Noch laufen die Planungen. Die Arbeiten sollen in den Sommerferien über die Bühne gehen.
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