VonMagnus Reitingerschließen
Die Stadt Weilheim will genaue Zahlen zur Lärmbelastung an den größeren Straßen. Einstimmig hat der Bauausschuss eine „Lärmaktionsplanung“ in Auftrag gegeben. Das steckt dahinter:
Weilheim – Einige Zahlen gibt es bereits, wie es in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses hieß: Das Landesamt für Umweltschutz habe im Auftrag des Freistaats eine Lärmkartierung der Hauptverkehrswege (Bahnstrecken, Bundes- und Staatsstraßen) erstellt – und zwar im Rahmen der Umsetzung der „EU-Umgebungslärmrichtlinie“. Auf der Grundlage bekannter Verkehrsgutachten sei dabei die Lärmbeeinträchtigung von Anwohnern an diesen Hauptverkehrswegen errechnet worden.
Demnach seien in Weilheim an den Ortsdurchfahrten der B 2 sowie der Staatsstraßen 2057 (Weilheim-Wessobrunn bzw. Weilheim-Peißenberg) und 2064 (Weilheim-Seeshaupt) insgesamt 320 Anwohner von Lärmpegeln zwischen 55 und 60 Dezibel (tagsüber) betroffen. Für 358 Betroffene wurden Werte zwischen 60 und 65 Dezibel, für knapp 300 Betroffene noch höhere Werte ermittelt.
Die Betroffenheit der Weilheimer Bürger „hört jedoch nicht bei den bekannten und erfassten Durchgangsstraßen auf“, wie das Stadtbauamt in den Sitzungsunterlagen schrieb. Deshalb sei zu entscheiden, ob die Stadt selbst eine „Lärmaktionsplanung“ erstellen lasse, die beispielsweise auch die Obere Stadt und den Narbonner Ring erfasse. Der Bauausschuss des Stadtrates stimmte diesem Vorschlag in öffentlicher Sitzung einmütig zu – ohne Diskussion. Die einzige Wortmeldung dazu kam von Klaus Gast: „Das ist mit Sicherheit schlüssig“, sagte der CSU-Vertreter, „Lärm zählt heute zu den großen Belastungen“.
Ergebnisse „wichtig für die weitere Bebauung“ in Weilheim
Die Stadt Weilheim kommt mit der „Lärmaktionsplanung“ einer Forderung der Bürgerinitiative „Entlastung jetzt!“ nach. Laut Bürgermeister Markus Loth (BfW) sollen die Emissionswerte „an allen Einfallsstraßen inclusive der Ortsteile“ ermittelt werden. Die Ergebnisse seien „wichtig für die weitere Bebauung und Bebauungspläne“, erläuterte der Rathaus-Chef auf Anfrage unserer Zeitung.
In nicht-öffentlicher Sitzung hat der Bauausschuss gleich danach den entsprechenden Auftrag vergeben. Unter drei Ingenieurbüros, die sich beworben hatten, ging der Auftrag nach Auskunft des Stadtbauamts an die „Accon GmbH“ in Greifenberg. Die Kosten belaufen sich laut Manfred Stork, dem Leiter der Bauverwaltung im Rathaus, auf „12 000 bis 15 000 Euro“. Kommenden Herbst sollen erste Ergebnisse vorliegen.
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