Damit sich mehr Einheimische ein Grundstück leisten können

Baugebiet Wolfsee: Gemeinderat schraubt Wohneinheiten deutlich nach oben

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Hier wird bald gebaut: das Wolfsee-Areal in Fischbachau.
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60 Wohneinheiten statt 43 sollen am Wolfsee entstehen. Das hat der Gemeinderat so beschlossen. Am Donnerstag, 11. Juli, werden die Interessenten erneut informiert.

Fischbachau – 60 Wohneinheiten statt 43: Eine keinesfalls nur kosmetische Korrektur am Bebauungsplan Wolfsee hat der Gemeinderat Fischbachau einstimmig ins Verfahren geschickt. Ein gutes Signal für die rund 130 Interessenten an den Grundstücken, wie Bürgermeister Josef Lechner (CSU) nun im Gemeinderat betonte. „Wir sind damit auf ihre Bauwünsche eingegangen.“ Dank der kleineren Abmessungen sollen die Parzellen nun auch für weniger betuchte Einheimische finanzierbar sein. Als Beispiel nannte Zweiter Bürgermeister Andreas Auracher ein Reihenhaus auf einem 400 Quadratmeter großen Grundstück. „Das ist jetzt eine leistbare Angelegenheit.“

Möglich gemacht hat die Kurskorrektur die veränderte Hochwasserplanung. Wie berichtet, muss der durch das Baugebiet verlaufende Kotgraben statt auf 13 nur noch auf sieben Meter Breite ausgeweitet werden. Der zusätzliche Platz ermöglicht einen neuen Zuschnitt der angrenzenden Grundstücke – und damit mehr Flexibilität bei der Zahl an Wohneinheiten.

„Auf den ersten Blick schaut alles aus wie vorher“, schickte Architekt Joachim Staudinger seinen Ausführungen zur Bebauungsplanänderung voraus. Im Detail habe sich aber doch einiges getan. So habe man die Parzellen drei bis zehn so verändert, dass hier nun auch Doppelhäuser und damit kleinere Flächen möglich seien. Das Ergebnis: vier zusätzliche Grundstücke. Die Parzellen 11 bis 14 werden für das von Bürgermeister Lechner vorgeschlagene Baugruppenmodell zugelassen, erklärte Staudinger. Zwischen zwei und fünf Wohneinheiten seien je Grundstück machbar – auch Dreispänner. Eben ganz nach dem Geschmack der Käufer. Sogar bis zu sechs Haushalte je Parzelle seien im Bereich der sogenannten Höfe-Grundstücke (Nummer 20 bis 23) drin, so Staudinger.

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Da mehr Bewohner aber auch mehr Autos bedeuten, musste der Planer die Stellplatzzahlen nach oben schrauben. Um die Siedlung nicht mit frei stehenden Garagen zuzupflastern regte Staudinger an, diese in die Baukörper der Häuser zu integrieren. Der Rathauschef begrüßte dies. „Wir wollen nicht, dass die Leute alle an der Straße parken.“ An Abstellmöglichkeiten soll es laut Staudinger ebenfalls nicht mangeln. Zwar seien Keller wegen der potenziellen Überschwemmungsgefahr keine gute Wahl, dafür gebe es auf zwei Vollgeschossen plus Speicher aber ausreichend Lagerplatz.

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Alles in allem kamen die Pläne gut an im Gemeinderat. „Damit haben wir mehr Flexibilität und können unsere Einheimischen besser bedienen“, fand Auracher. Heinrich Isenmann (CSU) regte hingegen eine weitere Anpassung der Verkaufsmodalitäten an. So könnte man die Vorgabe, dass die Käufer ihre Häuser binnen drei Jahren gebaut haben müssen, auf sechs Jahre ausweiten. „Bis dahin können die Leute noch mehr sparen.“

Lechner warnte, das Paket noch ein drittes Mal aufzuschnüren. „Das hier ist kein Einheimischenprogramm“, erinnerte der Bürgermeister. So könnte man Interessenten aus den Nachbargemeinden nicht ausschließen, in dem man freie Grundstücke auf Vorrat für Fischbachauer zurückhält. „Wenn wir die Pflöcke jetzt wieder rausreißen, kommen wir nie zum Ende“, machte Lechner klar.

Wie berichtet, hat die erste Informationsveranstaltung zum Baugebiet Wolfsee bereits im November 2018 stattgefunden. Die zweite mit den aktualisierten Plänen folgt nun am heutigen Donnerstag um 19 Uhr im Klostersaal. Damit sich die potenziellen Käufer ein besseres Bild machen können, werden die Parzellen auf der (noch) grünen Wiese abgesteckt. Läuft alles reibungslos, soll der Gemeinderat im September den Satzungsbeschluss fällen und über die Grundstücksvergaben entscheiden. „Wir allein haben das in der Hand“, versicherte Lechner. Das wasserrechtliche Genehmigungsverfahren für die Hochwasserplanung läuft parallel.

Ende Oktober könne man mit der Erschließung am Wolfsee beginnen. Der Startschuss für die Häuslebauer könnte im September 2020 fallen. Höchste Zeit, fand der Rathauschef: „Die Leute wollen bauen, solange das Geld noch billig ist.“

sg

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