Dem Buchsbaumzünsler sind schon viele Büsche und Bäume zum Opfer gefallen. Neben dem Verlust des Ziergrüns plagt Gartenbesitzer die Frage: Wohin mit dem befallenen Grüngut? Die Antwort darauf verwirrt viele.
Fürstenfeldbruck – Kaum ist das Wetter in diesen Wochen warm genug für Gartenarbeit, klingeln im Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises (AWB) die Telefone. „Die Leute wollen wissen, ob sie Schnittgut von befallenen Buchsbäumen in die Container für Grüngut auf den großen Wertstoffhöfen bringen dürfen“, erklärt Barbara Steinmetz vom AWB. Im Landkreis Fürstenfeldbruck dürfen sie das – im Gegensatz zu anderen Kreisen und Städten in der Regionen.
In manchen Gebieten müssen die vom Zünsler befallenen Büsche in den Restmüll
In manchen Gebieten müssen die zünslerbefallenen, oft schon dürren Buchsteile in den Restmüll. Teils gibt es auf Wertstoffhöfen extra Sammelbehälter, wo sie in Plastiktüten abgegeben werden können. Anderenorts muss befallenes Grüngut als Sperrmüll eingetütet und kostenpflichtig entsorgt werden. So soll verhindert werden, dass sich der Schädling weiter ausbreitet.
Im Landkreis Fürstenfeldbruck darf der Zünsler in die Grüngut-Container
Beim AWB Fürstenfeldbruck hält man diesen Aufwand für unnötig. Dort darf geschädigter Buchs mit den anderen Gartenabfällen wie Rasen- oder Heckenschnitt in die regulären Container auf den großen Wertstoffhöfen. Die Begründung für diese Praxis lautet wie folgt: Das Grüngut aus den Containern wird bei einer Spezialfirma in einem Gemeindeteil von Mammendorf in großem Maßstab kompostiert. „Dabei wird die Masse viel heißer als beim gleichen Vorgang in den Gärten“, erklärt Barbara Steinmetz.
60 bis 80 Grad werden in der riesigen Profi-Kompostieranlage erreicht. „Das überlebt auch der Buchsbaumzünsler nicht“, so Steinmetz vom Abfallwirtschaftsbetrieb. Ganz abgesehen davon, dass die Kompost-Firma immer auch eine so genannte Hygienisierung des Grüngutes betreibe.
Der Kompost daheim ist nicht geeignet für Zünsler-Büsche
Dazu werden Bakterien eingesetzt, die zum Beispiel auch Unkrautsamen den Garaus machen. Denn die aus dem Kompost gewonnene Erde wird später verkauft. Der Komposthaufen im eigenen Garten ist demnach nicht der geeignete Entsorgungsort für vom Zünsler befallenen Buchsabfall, will man eine weitere Verbreitung des Schädlings verhindern.
Einige Gartenbesitzer halten die Praxis des AWB für etwas zu hemdsärmelig. Doch Barbara Steinmetz winkt ab. Selbst in den Grüngutcontainern könnten sich die gefräßigen Raupen nicht vermehren: „Sie sind ja rein auf Buchs spezialisiert, andere Pflanzen sind für sie keine Nahrung.“ Und der Buchs sei ja ohnehin schon befallen.
Vom Landesamt für Umweltschutz gebe es im Übrigen keine Empfehlung im Umgang mit dem befallenen Pflanzen, so Steinmetz. Im Übrigen könne der Buchsschnitt selbstverständlich auch in den Restmüll. „Die meisten, die bei uns im Amt anrufen, um sich zu erkundigen, sind aber ziemlich erleichtert, wenn sie erfahren, dass sie das befallene Grüngut einfach wie gewohnt in die Container am Wertstoffhof werfen können.“
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Das ist der Buchsbaumzünsler
Der Buchsbaumzünsler ist die Raupe eines kleinen, weißen Schmetterlings. Er stammt ursprünglich aus Ostasien. In Mitteleuropa eingeschleppt wurde er zu Beginn des 21. Jahrhunderts – vermutlich in Frachtschiffen. Im Landkreis tritt er seit Sommer 2018 vermehrt auf. Hitze und Trockenheit boten dieser Raupe Nimmersatt beste Bedingungen. Zwar hat der Zünsler natürliche Feinde, zum Beispiel Singvögel. Aber er vermehrt sich so schnell, dass diese allein seine Ausbreitung nicht eindämmen können. Befallene Buchsbäume deshalb haben kaum eine Chance zu überleben.
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