Leonie Zehrer und Julia Weber wollen eine Band aus Menschen mit und ohne Behinderung zusammenzubringen und einen eigenen Song produzieren.
Benediktbeuern – Auch wenn an der Katholischen Stiftungshochschule (KSH) in Benediktbeuern gerade noch Semesterferien sind: Für einige Studenten laufen die Projekte weiter. Bei Leonie Zehrer und Julia Weber zum Beispiel geht es darum, eine Brass-Band aus Menschen mit und ohne Behinderung zusammenzubringen und einen eigenen Song mit Text, Gesang, Rhythmus-Instrumenten und Blechbläsern zu produzieren. Das Projekt trägt den Titel „Musik miteinander erleben“.
Die Idee und die technische Ausstattung dafür kommen durch „Muza“, die Musikpädagogischen Zusatzausbildung, die seit fast vier Jahren in Benediktbeuern mit großem Erfolg angeboten wird (wir berichteten). Dabei lernen Studenten, die bereits ein oder mehrere Instrumente spielen, wie man zum Beispiel mit der Bildung von Musikensembles Gruppen zusammenbringen und motivieren kann.
„Gerade in der inklusiven Arbeit ist Musik ein hervorragendes Medium, um Menschen zusammenzubringen, in ihren gemeinsamen Aktivitäten zu unterstützen und gemeinsam auf ein Ziel hin arbeiten zu lassen“, schreibt Alexandra Hessler, die Pressebeauftragte der KSH in Benediktbeuern.
So entstand die Projekt-Idee von Leonie Zehrer und Julia Weber, zu der auch die Brass- und Hip-Hop-Band „Fättes Blech“ und die „Rosenharz-Band“ beitragen. Die „Rosenharz-Band“ besteht aus Bewohnern verschiedener Wohnheime der Stiftung Liebenau am Bodensee, die nicht nur Unterricht in verschiedenen Blechblasinstrumenten erhalten, sondern auch gemeinsam Musik machen. Die Stiftung ist Projektpartnerin und bietet im Sommer Räume für Workshops, bei denen die Musiker, aber auch Menschen mit Behinderung aller Art und ohne musikalische Vorerfahrungen zusammenkommen und einen gemeinsamen Song erarbeiten und aufnehmen sollen.
„Textideen gibt es schon“, berichtet Hessler. So sollen die Mitwirkenden zum Beispiel alle ihr Lieblingswort beitragen. Der fertige Song soll dann unter anderem im Rahmen eines Inklusionstags auf der Landesgartenschau in Überlingen am Bodensee performt werden.
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Ob es dazu kommt, ist allerdings momentan ungewiss. Ein Workshop Ende März wurde abgesagt. „Aber wir haben die Hoffnung, dass wir das Projekt trotzdem hinbekommen, zur Not gestalten wir aus drei Workshops ein mehrtägiges Camp und organisieren vorab virtuell schon einmal die Details“, sagt Studentin Leonie Zehrer. Das virtuelle Arbeiten seien alle Projektpartner gewohnt, „da wir ja sowieso relativ weit auseinanderliegen – von Benediktbeuern bis an den Bodensee.“ Und außerdem sei es Teil des Praxisprojekts, „auch eine Risikoplanung zu machen“.
Lediglich für die Menschen mit Behinderung könnte es eine gewisse Herausforderung werden, dass eventuell nicht alles wie geplant läuft. Aber Leonie Zehrer und Julia Weber sind guten Mutes – zumal sie als angehende Sozialpädagoginnen lernen, solche Unsicherheiten aufzufangen. „Ich hoffe, dass durch die aktuelle Krise die Soziale Arbeit eine Aufwertung erfährt“, wünscht sich Zehrer. „Wir sind zwar momentan nicht so in der Presse wie Virologen, aber gerade für Menschen an der Basis der Gesellschaft sind unsere Arbeit und Projekte in unsicheren Zeiten besonders wichtig.“ (tk)
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