VonTanja Brinkmannschließen
Die Einsatzkräfte in Garmisch-Partenkirchen und Grainau sind stark gefordert. Die Finanzierung bleibt eine Herausforderung. Jede Spende zählt, um die Arbeit fortzusetzen. Die Tagblatt-Weihnachtsaktion kommt heuer den beiden Institutionen zugute.
Hinter ihnen liegt ein herausforderndes Jahr. Einsätze, die auch den Rettern an die Nieren gingen. Allein die tagelange Suche nach einem Vater und seinem Sohn im Eibsee brachte die Wasserwacht an Grenzen. Am Berg war ebenfalls viel los. Immer mehr Menschen stürmen die Gipfel – und sind häufig schlecht vorbereitet. Vor allem die Bereitschaften Garmisch-Partenkirchen und Grainau waren in den vergangenen Monaten stark beansprucht. Das betrifft die Manpower, aber genauso das Material. Vieles davon müssen die Bereitschaften und Ortsgruppen aus eigener Kraft stemmen – und sind dafür auch immer auf Spenden angewiesen.
Geht es um Fahrzeuge, Boote und Rettungsmittel, unterstützt der Freistaat die Einsatzkräfte. „Wir bekommen aber keinen Cent für den Betrieb“, sagt Marc Lehmann, Vorsitzender der Kreiswasserwacht. Auch Teile, die verschlissen werden, die Ausbildungsstunden in Schwimmbädern, Kleidung und in weiten Teilen die Jugendarbeit bewältigen die neun Ortsgruppen im Alleingang. Rechnet er zusammen, welche Summe die Wasserretter jedes Jahr aufbringen müssen, kommt er auf gut 50 000 Euro. Eine konkrete Zahl mag Johannes „Hanni“ Zollner (50) nicht nennen. „Die Finanzierung läuft bei uns komplett anders“, betont der Geschäftsführer der Bergwachtregion Hochland West. Ein Drittel des Budgets fließt vom Land, das zweite generieren sie über Einsätze, „und für den Rest sind wir auf Spenden und Förderungen angewiesen“. Alle Gebäude, die Hütten im Skigebiet – „da passiert auch viel in Eigenleistung“ – und die Einsatzkleidung werden daraus bestritten. „Verbrauchsmaterial, Sprit und den ganzen Unterhalt müssen die zehn Bereitschaften selbst zahlen.“ Ähnlich schaut‘s bei den Kollegen von der Wasserwacht aus. „Wenn wir um Hilfe gerufen werden, springen wir in die selbst gekaufte Hose und die selbst gekauften Schuhe und verfahren den Sprit, den wir selber bezahlen“, sagt Lehmann.
Während die Bergretter ihre Einsätze in der Regel abrechnen können – sei‘s über die Krankenkasse, eine Versicherung oder den Betroffenen selbst – und einen kleinen Teil davon auch erhalten, bleiben die Kräfte, die im Wasser unterwegs sind, häufig auf den Kosten sitzen. „Wenn beispielsweise ein vermisster Schwimmer in einem See gesucht wird, haben wir einen großen Aufwand, bekommen aber keine Erstattung“, verdeutlicht der 41-jährige Uffinger das Dilemma. Nur wenn ein Patient tatsächlich an einen Rettungsdienst übergeben wird, fließt Geld.
Drang ins Freie ist gewaltig
Für beide Organisationen, die zur Rot-Kreuz-Familie gehören, ist es jedes Jahr ein Kraftakt, die Eigenmittel aufzubringen. „Wir wollen‘s ihnen im kommenden Jahr ein bisschen leichter machen“, sagt Silke Reinbold-Jandretzki, stellvertretende Redaktionsleiterin des Garmisch-Partenkirchner/Murnauer Tagblatts. Deshalb sammelt die Heimatzeitung mit ihrer Weihnachtsaktion Geld, das der Berg- und der Wasserwacht zugutekommt. Der Erlös wird aufgeteilt und dann an die Bereitschaften beziehungsweise Ortsgruppen weitergegeben. „Wir freuen uns über jeden Euro“, unterstreicht Zollner. „Auch um unsere Arbeit weiter so entspannt und mit Freude machen zu können.“ Der Erfolg, wenn jemandem geholfen werden konnte, das ist den Einsatzkräften – landkreisweit sind es 567 sowie 111 Anwärter bei der Bergwacht und 1200 Mitglieder bei der Wasserwacht – Lohn genug. „Wir wollen den Leuten aber mit dem entsprechenden Wissen und Material helfen“, sagt Lehmann. „Deshalb ist jede Spende willkommen.“ Ihm wie auch Zollner liegt aber auch daran, zu zeigen, was sie alles leisten.
Bergsteiger für Bergsteiger – das war der Grundgedanke, warum Dr. Hans Gazert vor gut 100 Jahren den Bergrettungsdienst gründete. „Inzwischen ist der Drang ins Freie viel größer, das wird richtig gehypt“, sagt Zollner. Dass viel mehr Menschen in den Bergen unterwegs sind, merkt er auch an den Zahlen: 1233 Einsätze mit insgesamt 1294 Hilfesuchenden – verletzt und unverletzt – waren es im vergangenen Jahr. Heuer verzeichnet der Grainauer bereits 1116 Einsätze mit 1294 Betroffenen in seiner Statistik. „Es wird mehr, das merken wir alle.“ Damit steigt auch der Spendenbedarf. Dem kann Lehmann nur zustimmen. Klar, die Wasserretter sind im Sommer stärker gefordert, jetzt in der kalten Jahreszeit beschäftigt sie wieder das Thema Eis. Wie bereits im März, als sich indische Touristen weit auf den zugefrorenen Eibsee hinauswagten – und einbrachen.
Wer helfen möchte,
die Retter von Berg- sowie Wasserwacht zu unterstützen, kann seine Spende – unter dem Stichwort Tagblatt-Weihnachtsaktion 2025 – auf eines der Konten der landkreisweit aktiven Bürgerstiftung Mehrwert überweisen. Die Stiftung unterstützt das Garmisch-Partenkirchner/Murnauer Tagblatt wieder bei seiner Spendenaktion:
IBAN DE85 7009 3200 0200 0781 90 bei der VR-Bank Starnberg-Zugspitze (BIC: GENODEF1STH) oder IBAN DE87 7035 1030 0011 1451 41 bei der Sparkasse Oberland (BIC: BYLADEM1WHM).
Das Geld wird unter den beiden Organisationen aufgeteilt und dann den Bereitschaften übergeben. Alle Spenden sind zweckgebunden für unsere Aktion. Der Durchschlag des Überweisungsträgers wird bis zu 300 Euro vom Finanzamt als Zuwendungsbestätigung anerkannt. Für Spenden über 300 Euro stellt die Bürgerstiftung eine Spendenquittung aus. Geben Sie dazu Ihre vollständige Adresse bei Ihrer Überweisung an. Die Spender sollen im Tagblatt genannt werden. Wer das nicht möchte, möge auf seiner Überweisung „kV“ für „keine Veröffentlichung“ vermerken.
