Nach Unfall in Italien

„Ich mache das, bis der Deckel zufällt” – Wie sich Bike-Profi Guido Tschugg zurück aufs Rad kämpft

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Nur zwölf Wochen nach einem Unfall mit gebrochener Hüfte schwingt sich Moutainbike-Profi Guido Tschugg wieder aufs Rad.
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Nach einem schweren Motocross-Unfall in Italien erholt sich der Mountainbike-Profi Guido Tschugg (46) im Medical Park Chiemsee. Mit einer gebrochenen Hüfte und weiteren Verletzungen begann er seine Rehabilitation, die bereits bemerkenswerte Fortschritte zeigt.

Bernau – Eine gebrochene Hüfte, Verletzungen am Schlüsselbein und innere Blutungen. Das ist das Ergebnis eines schweren Motocross-Unfalls, den der bekannte Mountainbike-Profi Guido Tschugg bei einem Rennen in Italien erlebte. Nachdem er in Trostberg ein neues Hüftgelenk bekommen hatte, ging es für ihn an den Medical Park Chiemsee zur Rehabilitation. Einblicke in seinen Reha-Prozess und seine Pläne für die Zukunft zeigen die Herausforderungen und Fortschritte eines Profisportlers auf dem Weg zurück zu alter Stärke.

Die ersten Tage nach der Operation waren sehr anstrengend, berichtet Guido Tschugg. Der erste Tag habe ihn „richtig geschlaucht. Morgens hatte ich zwei, drei Anwendungen und den ganzen Nachmittag war ich im Zimmer. Ich war fertig, weil ich drei Wochen nur gelegen bin.“ Die Fortschritte, die Tschugg in den ersten Wochen gemacht hat, sind beeindruckend. Dank der intensiven Betreuung und der Arbeit von Sebastian Stemmler, Therapieleiter am Medical Park Chiemsee in Bernau, sieht Tschugg bereits erhebliche Verbesserungen. „Durch die gute Arbeit der Therapeuten und die super Anwendungen hier geht es recht flott voran. Man merkt jeden Tag gute Fortschritte. Vor einer Woche bin ich noch mit Krücken gelaufen, jetzt schon ohne.“

Auch Sebastian Stemmler lobt seinen Patienten: „Guido Tschugg ist ein Vorzeigepatient. Seine Fortschritte sind erstaunlich, was auch an seiner sportlichen Grundlage liegt. Er hat als Profisportler eine ganz andere Ausgangssituation als jemand, der wegen Verschleiß eine Hüftprothese braucht.“ Diese Unterschiede zeigen sich in der Geschwindigkeit und Effizienz der Genesung, die Tschugg an den Tag legt.

Die Methoden der Rehabilitation

„Man beginnt mit den Basisthemen des täglichen Lebens – Gehen, Aufstehen, Hinsetzen,“ erklärt Stemmler. Erst danach wurde an Koordination und Gleichgewicht gearbeitet, was Tschugg später für seinen Sport braucht. Die Kombination der Verletzungen erforderte besondere Aufmerksamkeit und eine angepasste Behandlung.

Mit viel Ausdauer arbeitet sich Tschugg durch seine Reha-Übungen.

Diese Basisübungen sind entscheidend, um die grundlegende Mobilität wiederherzustellen, bevor intensivere sportliche Aktivitäten in Angriff genommen werden können. Stemmler betont: „Für viele Patienten ist das schon eine Herausforderung genug, aber in diesem Fall haben wir relativ schnell Fortschritte gesehen und konnten schon bald mit sportlich spezifischen Übungen beginnen.“

Tschugg zeigt sich zuversichtlich: „Der Arzt meinte, dass ich wieder genauso wie vorher Motocross und Mountainbike fahren kann, wenn ich die Heilungsphase von mindestens zwölf Wochen beachte.“ Der Muskelaufbau und die richtige Vorbereitung des Körpers auf die extremen Bewegungen sind entscheidend für seine Rückkehr zum Sport.

Ab August zurück auf das Rad

Tschugg hofft, ab August wieder aktiv zu sein. „Ich plane, in Italien wieder ins Gelände zu gehen. Das gemütliche Mountainbikefahren interessiert mich nicht, ich mag schon ins Gelände und bergab fahren.“ Trotz der schweren Verletzungen bleibt er optimistisch und möchte seine Passion nicht aufgeben. „Ich habe die Schmerzmittel abgesetzt, um die Schmerzgrenze besser feststellen zu können und nicht zu überziehen.“

Der Weg zurück in den Sport

Für Tschugg ist klar, dass er weiterhin seinen Sport ausüben möchte. „Ich mache das, bis der Deckel zugeht“, sagt er mit einem Lächeln. Er betont, dass er sich dieses Mal die notwendige Zeit für die vollständige Genesung nimmt, um langfristig fit zu bleiben. „Früher habe ich nie Reha gemacht, bin nach Verletzungen direkt wieder aufs Rad. Im Nachhinein war das nicht immer gut. Jetzt gebe ich mir die Zeit, die ich brauche.“ Diese Erkenntnis zeigt, dass er reifer geworden ist, ein Sportler, der aus früheren Fehlern gelernt hat und nun den Fokus auf eine nachhaltige Genesung legt. Der Druck von Sponsoren, den er in jungen Jahren verspürte, ist heute geringer, und er kann sich mehr auf seine Rolle als Vorbild für junge Sportler und seine eigene Gesundheit konzentrieren.

Gemeinsam mit Therapieleiter Sebastian Stemmler machte sich Guido Tschugg nach seinem Unfall wieder fit.

„Er kennt seinen Körper”

Stemmler lobt Tschuggs Körpergefühl und mentale Stärke: „Er kennt seinen Körper und weiß, wie dieser reagiert. Das ist wichtig für seine Zufriedenheit und seelische Gesundheit.“ Er fügt hinzu, dass Tschugg als erfahrener Sportler beste Voraussetzungen für eine schnelle und erfolgreiche Genesung hat. „Er weiß, wann der richtige Zeitpunkt ist, wieder ein gewisses Risiko einzugehen. Am Anfang sollte man sich jedoch herantasten.“ Diese positive Einschätzung durch den Physiotherapeuten unterstreicht, wie wichtig die Kombination aus körperlicher Fitness, mentaler Stärke und professioneller Betreuung für eine erfolgreiche Rehabilitation ist.

„Es gibt immer ein Restrisiko“

Guido Tschugg zeigt, wie man mit der richtigen Einstellung und professioneller Unterstützung auch schwere Verletzungen überwinden kann. Seine Fortschritte in der Reha und sein ungebrochener Wille, wieder aktiv zu sein, machen ihn zu einem inspirierenden Vorbild für viele. „Ich habe mit ein paar Leuten im Vorfeld geredet, was mache ich, mache ich eine ambulante oder stationäre Reha?“, sagt Tschugg. „Viele haben gesagt, dass ich stationär besser aufgehoben bin, weil ich mein Zimmer habe und mich zwischen den Therapien ausruhen kann. Das war die absolut richtige Entscheidung.“ Sein Ziel ist klar: Er möchte so schnell wie möglich wieder aufs Rad. Dabei zeigt er jedoch auch ein hohes Maß an Vernunft und Geduld, um die langfristige Gesundheit nicht zu gefährden. „Es gibt immer ein Restrisiko, aber ich mache das ja von Kind an. Es ist für mich selbstverständlich.“

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