VonManuel Eserschließen
Nur noch 40 Zentimeter tief ist der Wasserstand des Kühnhauser Weihers. Bevor er komplett verlandet, soll er nun neu gestaltet werden. Die Planung steht.
Kranzberg – Dieses Projekt schiebt die Gemeinde seit vielen Jahren vor sich her: die Neugestaltung des Kühnhauser Weihers. Schon in den 90er Jahren war das Gewässer als sanierungsbedürftig eingestuft worden. Seitdem trocknet es von Jahr zu Jahr mehr aus. Inzwischen liegt die Wassertiefe nur noch bei 40 Zentimetern. Um die komplette Verlandung des Weihers zu verhindern, muss die Gemeinde jetzt handeln. Und tut das auch.
In der jüngsten Gemeinderatssitzung stellte das beauftragte Planungsbüro WipflerPLAN die anvisierte Maßnahme vor. Vorausgegangen waren zwei Bürgerversammlungen, die zweierlei deutlich machten: Die Kühnhauser lechzen nach einer Sanierung des Weihers, und sie haben klare Vorstellungen davon, wie die Neugestaltung aussehen soll. Und so betonte Planerin Daniela Radermacher: „Unser Entwurf basiert auf dem, was nach Rücksprache mit den Behörden möglich ist, und was sich die Bürger wünschen.“
Steg und Sitzgruppe im Grünen sorgen für Flair
So soll am Nordufer ein befestigter Gehweg entstehen und die dort liegende Bushaltestelle aufgewertet werden. Als Aufenthaltsfläche sind im südöstlichen Uferbereich eine Sitzgruppe im Grünen und ein kleiner Steg geplant. Die Wasserfläche soll auf 2030 Quadratmeter erweitert werden – der Weiher erhält damit annähernd seine ehemalige Größe. Die Wassertiefe liegt dann bei maximal zwei Metern, wie Bürgermeister Hermann Hammerl mitteilte. „Es geht aber überall flach rein.“
Zusätzlich sollen im südlichen Uferbereich zwei Sedimentabsetzbecken vorgeschaltet werden. Denn für die Verlandung des kleinen Sees haben laut Planerin Sarah Scholtissek neben dem starken Gehölz vor allem Sedimentablagerungen im Niederschlagswasser gesorgt, die von den naheliegenden Ackerflächen und Wiesen herrühren. Mithilfe von Schilf soll das Niederschlagswasser im Sedimentabsetzbecken gefiltert werden und sich dort ablagern. Schöner Nebeneffekt der Sanierung: Als Rückhaltebecken trägt der Weiher künftig zum Hochwasserschutz bei.
„Jetzt sind die Kühnhauser mal dran“
Wie Scholtissek mitteilte, könnte mit den Arbeiten im Winter 2019 begonnen werden. „Wenn alles gut läuft, besteht die Möglichkeit, dass wir mit dem ersten Bauabschnitt im Laufe des Jahres 2020 fertig werden.“ Noch nicht geklärt ist die Kostenfrage. Zwar hat das Amt für ländliche Entwicklung signalisiert, 50 Prozent der Kosten für die Neugestaltung des Weihers zu tragen. Welche Maßnahmenbereiche dazu zählen, steht aber noch nicht fest. Wie hoch der Preis für die Maßnahme ist, hängt davon ab, welche Sedimente überhaupt im Wasser lagern, wie Hammerl mitteilte: „Die Beprobungen finden derzeit statt.“ So viel aber stehe fest: „Von den angesetzten 50 000 Euro sind wir weit weg.“
Die Gemeinderäte Johann Halbinger (CSU) und Georg Neumair (FWG) wollten daher wissen, ob bei der Maßnahme, falls nötig, Einsparmöglichkeiten bestünden. „Ein paar Stellschrauben gibt es“, teilte Scholtissek mit. Davon aber wollte Silvia Tüllmann (FWG) nichts wissen. „Die Planung ist gut gelungen und stimmig. Wir sollten uns diese schöne Sache leisten.“ Noch deutlicher wurde Sonja Kieslinger (FWG): Man habe jetzt in viele Projekte Millionen von Euro gesteckt. „Wie lange müssen dagegen die Dorfleute aus Kühnhausen schon auf ihren See warten. Jetzt sind sie mal dran, dass sie etwas Schönes bekommen.“
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